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Samstag, 11. Oktober 2014

Rezension: Der Tag, an dem ich fliegen lernte von Stefanie Kremser

Der Tag, an dem ich fliegen lernte“ war meine erste Entdeckung auf vorablesen nach längerer Zeit. Das Buch hat es innerhalb der ersten zehn Seiten geschafft, mich für diesen wunderschönen Erzählstil zu begeistern und völlig in die Geschichte einzusaugen.
Welch ein Glück, dass ich es dann tatsächlich lesen durfte!

„Der Tag, an dem ich fliegen lernte“ von Stefanie Kremser
304 Seiten
19,99 € (Hardcover)









Luisas brasilianische Mutter Aza ist mit der Geburt ihrer kleinen Tochter überfordert. Sie weist das Kind gleich nach der Geburt ab und lässt das wenige Stunden alte Mädchen schließlich aus dem Krankenhausfenster fallen. Dem Einsatz des englischen Footballers Fergus ist zu verdanken, dass das Baby überlebt. Da Aza noch aus dem Krankenhaus flieht, wächst Luisa bei ihrem Vater Paul und seiner chaotischen WG (zu der bald auch Fergus gehört) in Bayern auf. Im Laufe der Jahre interessiert sich Luisa immer mehr für ihre Wurzeln und so reist sie schließlich gemeinsam mit ihrem Vater nach Brasilien, auf Azas Spuren.

„Der Tag, an dem ich fliegen lernte“ ist ein Buch, bei dem die Figuren so authentisch und echt wirken, die Orte so realistisch beschrieben scheinen, dass ich immer wieder das Gefühl hatte, eine wahre Geschichte zu lesen. Zwar weist die Autorin in einem beiliegenden Brief darauf hin, dass die gesamte Geschichte von Anfang bis Ende erfunden ist, aber es steckt doch auch eine Menge Biografie darin. Die Vorfahren der Autorin wanderten bereits 1890 nach Bolivien aus, sie selbst ist zwischen Europa und Südamerika aufgewachsen. Diese direkten Einflüsse müssen es sein, die dazu führen, dass die Geschichte von Luisa und ihrer Mutter so liebevoll erzählt und nah wirkt.
Dieser direkte, echte Eindruck wurde nicht mal durch die skurrilen Begebenheiten und Charaktere beeinträchtigt. Im Gegenteil, alle Figuren haben ihre Macken und Schwächen, die Handlung hat unvorhersehbare aber doch realistische Wendungen. Ein echter kleiner Schatz!
Neben der Handlung um Aza, Paul und Luisa wird auch immer wieder die Geschichte des Örtchens Hinterdingen und seines brasilianischen Gegenstücks erzählt. Diese Abschnitte haben mir besonders gefallen. Die urbayerischen Auswanderer, die im fremden Südamerika ein zweites bayerisches Dorf bauten, das alles war sehr lustig und unterhaltsam, aber auch tragisch zu lesen. Eine Geschichte die im Kopf bleibt.

Besonders erwähnenswert ist noch der tolle Erzählstil des Buches. Luisa erzählt ihre Geschichte selbst, das ist gerade bei den Geschichten rund um ihre Geburt verwunderlich, aber selbst in diesen Abschnitten wirkt alles stimmig. Und im weiteren Verlauf der Handlung könnte man es sich gar nicht anders vorstellen. Luisa macht Erklärungen und Einschübe, kommentiert die Handlung für den Leser und gibt ihre eigene Deutung ab. Diesen direkte Ansprache des Lesers mag ich ganz besonders, weil es das Gefühl vermittel, die Geschichte von einer guten Freundin zu hören.

Obwohl ich nicht so reisefreudig bin hat „Der Tag, an dem ich fliegen lernte“ so ein unbestimmtes Fernweh in mir geweckt. Es weckt einfach unwillkürlich Lust auf Brasilien mit seiner ganz eigenen Mentalität, besonderen Gebräuchen und natürlich exotischen Jabuticabas.

Ich habe nichts zu meckern und vergebe unterm Strich 5 von 5 Leseratten für dieses schöne Buch, das ich nahezu in einem Rutsch durchlesen musste.


Das Buch in einem Tweet: „Der Tag an dem ich fliegen lernte“ in drei Worten: Brasilien, Bayern, Familie! Ein exotisches Buch das sich doch um Heimat dreht. Toll!

Freitag, 25. Juli 2014

Angelesen: Der Tag, an dem ich fliegen lernte von Stefanie Kremser

Eine ganze Weile habe ich mich nicht mit den Leseproben von vorablesen beschäftigt. Es war keine Zeit, ich war krank, es waren nicht die richtigen Leseproben für mich dabei. Jetzt kommen aber eine ganze Reihe tolle Bücher auf uns zu, auf die ich mich von Herzen freue! Die Möglichkeit wöchentlich einen Blick auf neue Bücher zu werfen und reinzulesen ist einfach schön. Diese Woche geht es also los mit "Der Tag, an dem ich fliegen lernte" von Stefanie Kremser.

"Der Tag, an dem ich fliegen lernte" von Stefanie Kremser
Kiepenheuer & Witsch Verlag
304 Seiten
19,99 € (Hardcover)
Erscheint am 14.08.2014
(Zur Leseprobe von Vorablesen kommt ihr hier)


Lulus brasilianische Mutter Aza kann mit ihrem Baby nicht viel anfangen. Sie weist das Kind gleich nach der Geburt ab und lässt das wenige Stunden alte Mädchen schließlich aus dem Krankenhausfenster fallen. Hätte in diesem Moment nicht Ferguson, der englische Rugbyspieler, im Hof des Krankenhauses gestanden und das Kind gefangen, wäre das wohl gleich wieder das Ende der Geschichte. Aza flieht schließlich aus dem Krankenhaus und Lulus Leben in der WG ihres Vaters beginnt. Dort leben ein Haufen verträumter, aber sehr liebevoller Chaoten So beginnt Lulus Leben in der WG ihres Vaters, einem Haufen verträumter aber sehr liebevoller Chaoten zu der schlussendlich auch Ferguson gehören wird.
Die Geschichte hat ab der ersten Seite so eine dichte Atmosphäre, das man meint die Szenen vor sich zu sehen. Die Sprache ist voll leichtem Humor und auch immer wieder kurzer Traurigkeit. Ich habe mich dadurch sofort einfach "wohlgefühlt" in der Geschichte, anders kann ich es nicht bezeichnen. Lulu selbst erzählt ihre Lebensgeschichte. Doch obwohl sie dabei so genaue Beschreibungen und Empfindungen vom Tag ihrer Geburt berichtet, wirkt die Erzählung authentisch.In einer anderen Geschichte hätte das vielleicht befremdlich oder störend wirken können, hier hat es einfach gepasst. 
Auch die "Moderation" der Handlung durch die erzählende Stimme eignet sich in meinen Augen hervorragend für diese Art von Geschichte. Die häufigen Einschübe darüber was man später noch erfahren wird oder wie sich dies und jenes später entwickelt machen immer mehr Lust aufs Buch und haben mich jetzt schon an die Geschichte und die Protagonisten gebunden.

Ich bin im Moment sowieso sehr verliebt in die Vorschau des KiWi Verlags, aber auf dieses Buch freue ich mich nun ganz besonders. Wer die Vorschau nicht kennt: schaut dringend mal rein, es warten viele wunderbare Highlights auf uns (hier gibt es ausführliche Leseproben als ebook zum Download vom Verlag).