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Freitag, 24. Oktober 2014

Angesehen: Monsieur Claude und seine Töchter

Wie schon gesagt - an meinem Geburtstag hat mich mein Mann ins Kino eingeladen. Es war ein ganz besonderes Erlebnis, denn wir sind zum ersten Mal in die Astor Film Lounge in der Frankfurter Innenstadt gewesen. Für alle Frankfurter ein kurzes Fazit: Man sitzt in den Ledersesseln wirklich besser, also gut für lange Filme, der Begrüßungssekt und die exklusvie Atmosphäre macht es zum perfekten Geschenk für besondere Tage und auch wenn sie damit Werbung machen, dass sie kein Popcorn anbieten - ich habe es vermisst. Als Film gab es den neuesten Hit aus Frankreich:

"Monsieur Claude und seine Töchter" Neue Visionen
Kinostart: 24.07.2014
Erscheinen der DVD: 01.12.2014

Spiellänge: 93 Minuten
FSK: 0
15,99 € (DVD) bzw. 17,99 € (Blu-Ray)

Website zum Film



Claude und Marie sind katholisch und haben vier wunderschöne Töchter. Ihr großer Traum ist es, dass eine ihrer Töchter in der gleichen Kirche heiraten wie sie. Doch drei Jahre hintereinander wird nur im Standesamt geheiratet - der erste Schwiegersohn ist Muslim, der zweite Jude, der dritte Chinese (mit unbekannter Religion). Alle Hoffnungen ruhen auf der vierten Tochter und so sind die Eltern überglücklich, als sie erfahren, dass der zukünftige vierte Schwiegersohn Katholik ist. Nur dass er schwarz ist, verschweigt sie.

Ich dachte, der Film ist eine Ansammlung von politisch unkorrekten Witzen ist, über die man trotzdem lachen muss. Aber er ist so viel mehr. Mehr als um die Religionsfrage geht es einfach nur darum wie schwierig es ist, wenn Partner in die Familie integriert werden sollen. Wie viele Fettnäpfchen man mit nehmen kann und wie schwer es für jeden ist, sich auf diesen neuen Menschen einzustellen, von dem man sich nicht vorstellen kann, warum er zu einem Menschen passt, den man liebt und der einem so nah ist.

Der Film hat diese Situation perfekt und authentisch eingefangen und dabei gibt es auch viel zu lachen. Ich habe nicht so gelacht wie bei den Shtis, aber dafür immer laut und aus vollem Hals. Es ist kein Film, den man im Kino gesehen haben muss oder auf DVD besitzen muss, aber man sollte ihn gesehen haben. Deswegen für dieses kleine Komödienmeisterwerk 4 von 5 Kinoratten.

Der Film in einem Zwitschern:
"Monsieur Claude und seine Töchter ist lustig und gleichzeitig wahr und authentisch und deswegen unheimlich herzerwärmend."

Sonntag, 24. August 2014

Thank God it was Sneakday: Mit ganzer Kraft

Alex und ich hatten beide eine harte Arbeitswoche. Bis Freitag haben wir es nur dank einem sehr lustigen Mittwoch geschafft. Erst haben wir Burger im Alex gegessen, während neben an im Metropolis-Kino Starauflauf wegen der Premiere von "Doktorspiele" war. Wir hatten viel Spaß dabei, den Security-Kräften und den zum Teil schillernden Gestalten zuzusehen, während wir nur dank des Filmplakats die Schauspieler von den Zuschauern unterscheiden konnten.

Der Film in der Sneak hatte dann eine ganz andere Grundstimmung:

„Mit ganzer Kraft“ polyband medien GmbH

Kinostart: 04.09.2014

Spiellänge: 86 Minuten
FSK 0

Website zum Film



Julien ist 17 und seit seiner Geburt auf den Rollstuhl und die Pflege seiner Mutter angewiesen. Sein Vater ist die meiste Zeit abwesend, weil er für immer wieder wechselnde Handwerkerjobs ständig unterwegs ist, was ihm auch sehr recht zu sein scheint. Als er wieder arbeitslos wird und für eine Weile zu Hause ist, versucht Julien eine Verbindung zu seinem Vater aufzubauen.

In der Garage entdeckt er alte Bilder von seinem Vater, die zeigen, dass er früher am Iron Man teilgenommen hat. Da sein bester Freund trotz einer körperlichen Behinderung mit seinem Vater joggt und Fahrrad fährt, möchte Julien das auch. Er drängt seinen Vater, der zunächst abblockt. Als Julien jedoch Reißaus nimmt, überdenkt er seine Haltung und baut sein Fahrrad so um, dass Julien in einem Sitz vor dem Lenker Platz nehmen kann. Er hofft, dass es damit genug ist, doch Julien träumt von der Teilnahme an einem echten Iron Man.

Alex und ich haben eine geteilte Meinung zu dem Film. Alex findet es übertrieben, wie der Vater dazu gedrängt wird den Iron Man zu absolviern, dass es ein zu hoch gestecktes Ziel ist. Ich finde, es geht lediglich um eine übersptitzte Darstellung. Der Film ist von wahren Begebenheiten inspiriert. Natürlich ist es im wahren Leben zu viel verlangt, dass der Vater, um eine Beziehung zu seinem Sohn aufzubauen, gleich einen Iron Man mit ihm absolvieren muss. Ich denke, in der Realität wäre es das Ergebnis von einem gemeinsamen Hobby und jahrelangem Training. Aber dramaturgisch gesehen, hat der Vater viele Jahre verpasst und holt so schneller in der Beziehung zu seinem Sohn wieder auf. Und schließlich dauert jeder Film nur anderthalb bis zwei Stunden. Da muss es etwas übertrieben schnell gehen.

Je nachdem, wie man dazu steht und wie sehr man sich auf den Film trotz seiner Schwächen einlässt, erlebt man die emotionalen Szenen im Film: als etwas pathetisch, übertrieben und realitätsfern oder als herzerwärmend. Dementsprechend ist er für mich einer dieser typischen Samstag-Nachmittags-Filme, wenn es draußen regnet und man etwas leichtes, aber nichts seichtes fürs Herz braucht. Davon habe ich auch Alex überzeugen können.

Der Sneak-o-Mat zeigte eine wesentlich bessere Tendenz:


Dennoch bleiben wir dabei: Unsere Eintrittskarten für "Mit ganzer Kraft" sind im mittleren Glas gelandet und wir von uns mit drei von fünf Kinoratten bewertet.


Der Film in einem Zwitschern:
"Mit ganzer Kraft" ist ein leichter Film für's Herz über Vater-Sohn-Beziehungen & Willenskraft mit einem leichten Hang zur Übertreibung.