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Sonntag, 24. August 2014

Thank God it was Sneakday: Mit ganzer Kraft

Alex und ich hatten beide eine harte Arbeitswoche. Bis Freitag haben wir es nur dank einem sehr lustigen Mittwoch geschafft. Erst haben wir Burger im Alex gegessen, während neben an im Metropolis-Kino Starauflauf wegen der Premiere von "Doktorspiele" war. Wir hatten viel Spaß dabei, den Security-Kräften und den zum Teil schillernden Gestalten zuzusehen, während wir nur dank des Filmplakats die Schauspieler von den Zuschauern unterscheiden konnten.

Der Film in der Sneak hatte dann eine ganz andere Grundstimmung:

„Mit ganzer Kraft“ polyband medien GmbH

Kinostart: 04.09.2014

Spiellänge: 86 Minuten
FSK 0

Website zum Film



Julien ist 17 und seit seiner Geburt auf den Rollstuhl und die Pflege seiner Mutter angewiesen. Sein Vater ist die meiste Zeit abwesend, weil er für immer wieder wechselnde Handwerkerjobs ständig unterwegs ist, was ihm auch sehr recht zu sein scheint. Als er wieder arbeitslos wird und für eine Weile zu Hause ist, versucht Julien eine Verbindung zu seinem Vater aufzubauen.

In der Garage entdeckt er alte Bilder von seinem Vater, die zeigen, dass er früher am Iron Man teilgenommen hat. Da sein bester Freund trotz einer körperlichen Behinderung mit seinem Vater joggt und Fahrrad fährt, möchte Julien das auch. Er drängt seinen Vater, der zunächst abblockt. Als Julien jedoch Reißaus nimmt, überdenkt er seine Haltung und baut sein Fahrrad so um, dass Julien in einem Sitz vor dem Lenker Platz nehmen kann. Er hofft, dass es damit genug ist, doch Julien träumt von der Teilnahme an einem echten Iron Man.

Alex und ich haben eine geteilte Meinung zu dem Film. Alex findet es übertrieben, wie der Vater dazu gedrängt wird den Iron Man zu absolviern, dass es ein zu hoch gestecktes Ziel ist. Ich finde, es geht lediglich um eine übersptitzte Darstellung. Der Film ist von wahren Begebenheiten inspiriert. Natürlich ist es im wahren Leben zu viel verlangt, dass der Vater, um eine Beziehung zu seinem Sohn aufzubauen, gleich einen Iron Man mit ihm absolvieren muss. Ich denke, in der Realität wäre es das Ergebnis von einem gemeinsamen Hobby und jahrelangem Training. Aber dramaturgisch gesehen, hat der Vater viele Jahre verpasst und holt so schneller in der Beziehung zu seinem Sohn wieder auf. Und schließlich dauert jeder Film nur anderthalb bis zwei Stunden. Da muss es etwas übertrieben schnell gehen.

Je nachdem, wie man dazu steht und wie sehr man sich auf den Film trotz seiner Schwächen einlässt, erlebt man die emotionalen Szenen im Film: als etwas pathetisch, übertrieben und realitätsfern oder als herzerwärmend. Dementsprechend ist er für mich einer dieser typischen Samstag-Nachmittags-Filme, wenn es draußen regnet und man etwas leichtes, aber nichts seichtes fürs Herz braucht. Davon habe ich auch Alex überzeugen können.

Der Sneak-o-Mat zeigte eine wesentlich bessere Tendenz:


Dennoch bleiben wir dabei: Unsere Eintrittskarten für "Mit ganzer Kraft" sind im mittleren Glas gelandet und wir von uns mit drei von fünf Kinoratten bewertet.


Der Film in einem Zwitschern:
"Mit ganzer Kraft" ist ein leichter Film für's Herz über Vater-Sohn-Beziehungen & Willenskraft mit einem leichten Hang zur Übertreibung.

Freitag, 11. April 2014

Endlich wieder Sneak: Dom Hemingway

Heute poste ich im Auftrag von Susi. Sie ist unterwegs und hat mich gebeten ihre Sneak-Berichterstattung zu übernehmen. Das ist besonders gemein, da der Film bei mir nur eine vage Fassungslosigkeit hinterlassen hat und ich mich immer noch frage „Warum?“. Ich entschuldige mich also vorab, dass meine Analyse weniger treffend ist, als es die von Susi sicherlich wäre.

„Dom Hemingway“
FSK 16
Spiellänge: 94 Minuten
Dom Hemingway ist ein begnadeter Tresorknacker, trotzdem ging sein letzter Coup daneben. Weil er seine Auftraggeber nicht verraten wollte, landet er im Knast. 12 Jahre Haft hat er nun abgebüßt. Der Film beginnt als Dom gerade seine Haftstrafe abgesessen hat und zurück in die Freiheit kommt. Er möchte die verpassten Jahre wieder aufholen: dazu gehören Alkohol, Drogen und natürlich Frauen. Um all das zu finanzieren versucht er sich von seinem ehemaligen Auftraggeber eine rechtmäßige Bezahlung abzuholen. Auch privat räumt Dom Hemingway auf, er versucht seiner Tochter näher zu kommen, der er nie ein guter Vater war.

An sich klingt das alles gar nicht so schlecht und in „Dom Hemingway“ gab es auch einige wirklich komische Szenen. Richtig inspirierend und literarisch war dann aber doch nur der Titel des Films. Leider haben mich einfach die ersten 5 Minuten schon zu sehr verwirrt. Da steht Dom Hemingway, zu sehen in einer tollen Nahaufnahme, im Gefängnisbad und hält eine epische Rede auf seine primären Geschlechtsmerkmale. Das setzt ganz neue Maßstäbe im „Dirty Talk“ und hat mir nicht so richtig gesagt um was es in dem Film gehen wird.
Insgesamt kann ich das auch heute noch nicht ganz erklären. Wenn es eine Sozialstudie der britischen Gesellschaft ist, dann hat diese sich nicht sonderlich positiv oder facettenreich dargestellt. Interessant war, dass viele Szenen eine theaterartige Wirkung auf uns hatten. Dom Hemingway, sein Freund Dickie und Mr. Fontaine sein ehemaliger Auftraggeber stehen in einem skurril ausgestatteten Kaminzimmer und beschimpfen sich mit literarischer Qualität. Die Gespräche wirken so geziert und die Personen so statisch „hingestellt“, dass wir uns sofort fühlten wie in einem kleinen modernen Theater.

„Dom Hemingway“ ist kein Film den man gesehen haben muss, dürfte aber Freunden skurriler Geschichten Spaß machen. Im Vergleich hat uns aber „Drecksau“ doch deutlich besser gefallen. „Drecksau“ geht zwar in eine sehr ähnliche Richtung, hatte aber doch noch mehr Vielfalt in der Handlung zu bieten.
Der Sneak-O-Mat schwankte zwischen mittelmäßig bis gut, wir schwanken eher von mittelmäßig bis schlecht. Wir vergeben 2 von 5 Kinoratten für „Dom Hemingway“.

Freitag, 22. November 2013

Diesmal in der Sneak: Carrie

Nachdem wir letzte Woche kurzfristig unseren Sneak-Termin absagen mussten, haben wir es diese Woche erneut probiert und triumphiert. Nach einem tollen Abendessen ging es endlich wieder zur Sneak, die diesmal richtig gut besucht war.

Kinostart: 05.12.2013
FSK 16
Spiellänge: 100 Minuten









Ich habe schon ein, zwei Mal angedeutet, dass ich Stephen King sehr mag. Trotzdem kannte ich bisher weder das Buch „Carrie“ noch die Verfilmung von 1976. Als im Kino klar wurde, dass das Remake von genau diesem Film gezeigt wird, habe ich mich also riesig gefreut. Und… ich gebe es zu... ich hatte ein bisschen Angst was da kommen wird. An alle, die (wie ich) empfindlich gegenüber Horrorfilmen sind vorweg: Carrie ist ein Film zum angenehm gruseln, der zwar genug Spannung bietet, aber auch für schwächere Nerven zu ertragen ist. Puh! Glück gehabt.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Stephen King und erzählt die Geschichte  von Carrieta (Carrie) White. Sie lebt allein mit ihrer streng gläubigen Mutter in einer amerikanischen Kleinstadt. Carrie wird von den anderen Schülern ihrer Schule gemobbt, weil sie so anders ist, und findet auch bei ihrer Mutter nur wenig Trost. Als Carrie entdeckt, dass sie telekinetische Kräfte besitzt, beginnt sich ihre Situation zu ändern und Carrie hat die Möglichkeit ihrer Umwelt all das Mobbing und die Demütigungen heimzuzahlen.

Carries Leidensweg leitet den Film ein und wurde gut in die aktuelle Zeit integriert. Das verängstigte Mädchen, das von ihren Mitschülern beleidigt und gedemütigt wird, scheint keinen einzigen Freund zu haben. Statt von ihrer Mutter unterstützt zu werden sieht diese in Carrie nur einen Beweis ihrer eigenen Unzucht und schüchtert Carrie mit ihrem religiösen Wahn völlig ein. Beide Konflikte werden gleich zu Beginn des Filmes aufgebaut und man ist direkt mitten in der Handlung. Carries Leid hat mich sehr bedrückt und schon eine gewisse Anspannung aufgebaut. Leider gab es dann im Verlauf des Films eine Phase, in der die Handlung stagnierte, was die Spannung leider etwas gedämpft hat. Erst gegen Ende hat die Geschichte wieder richtig Fahrt aufgenommen. Dafür hat sich die Handlung dann schier überschlagen und hatte auch einige nette Schock- und Horrormomente zu bieten.



Obwohl der Sneak-o-mat auch diesmal recht ausgeglichen war, tendieren wir diesmal eindeutig zu „gut“ und vergeben 4 von 5 Kinoratten für „Carrie“. Ein Film für einen angenehmen, erträglichen Grusel und eine düstere Stimmung.


Warum wir die Sneak lieben? Wegen dem Unterhaltungsfaktor im Saal. Unser Bild&Wort zum Film:
 
 „Wenn du nicht so aussiehst, wenn du von der Party kommst, war‘s keine gute Party!“
Unbekannter Besucher in der Sneak

Freitag, 4. Oktober 2013

Endlich wieder Sneak: Drecksau (Filth)

Insgesamt war das unsere vierte gemeinsame Sneak – nach zwei Filmen, die versuchten künstlerisch wertvoll zu sein (und "Evil Dead" der den Aspekt "Kunst" nur mit "Kunstblut" abgedeckt hat), hat dieser es geschafft. Auch wenn er es gut verstecken kann...

Kinostart: 17.10.2013
FSK: 18
Spiellänge: 97 Minuten
Website zum Film









Bruce Robertson (James McAvoy) ist Polizist in Edinburgh und scharf auf die anstehende Beförderung zum Inspektor, wie alle seine Kollegen. Deswegen versucht er sie durch Lügen und Intrigen auszustechen. Was als schwarze Komödie beginnt, wird schnell zu einem Mix aus Drogenfantasien und Sexszenen bis zum Tiefpunkt der Geschichte, wo der Film beginnt sich mit den wahren Ursachen für Bruce abartiges, ausschweifendes, brutales und krankhaftes Verhalten zu beschäftigten.

„Drecksau“ ist sicher kein Film, von dem man selbstsicher sagen kann, dass er gut ist. Dafür sind die Szenen zu bizarr, die Dialoge zu rassistisch und der Film zu vollgestopft mit "verf***t" und allen möglichen Sexpraktiken.
Rein technisch gesehen ist die Achterbahnfahrt, auf die sich Bruce begibt, jedoch eine perfekte Darstellung absoluter Selbstzerstörung. Die Geschichte entwickelt sich widerspruchslos fort und bis zum Ende bleibt es spannend, was Bruce eigentlich immer weiter in den Sumpf aus Drogen, Sex und Alkohol treibt, in dem er alles verliert, was er je besessen hatte. Am Ende lässt der Film einen nur mit wenigen Fragen zurück und damit bleibt es Geschmackssache, ob man auf diese Art von Film steht. Wer am Ende jedoch immer noch nicht so genau weiß, was einem der Künstler damit sagen will, dem gebe ich folgenden Tipp: Bleibt noch die paar Minuten sitzen bis der Abspann beginnt (das muss man sowieso, um den Film verdauen zu können) und hört auf das dann einsetzende Lied. Das ist die wahre Essenz des Films.


Der Sneak-O-Mat war noch nie so ausgeglichen und wir entschieden uns schnell für: Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Wir haben uns daher im Kino für den gelben Daumen und im Blog für 3 von 5 Kinoratten entschieden.