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Freitag, 29. November 2013

Abgebrochen: Die grüne Bluse meiner Schwester von Gerdur Kristny

Das ist mir echt lang nicht mehr passiert. Ich breche Bücher fast nie ab. Ich glaube, dass es eigentlich jedes Buch verdient hat, es bis zum Ende zu lesen. Der große Clou könnte auf den letzten 2 Seiten geschehen und ich in meiner Ignoranz verwehre dem Buch die Chance, mir das zu zeigen. Tja, so ist das in der Theorie. In der Praxis musste ich „Die grüne Bluse meiner Schwester“ jetzt weglegen. 
Bei Seite 230 von 304 ging es einfach nicht mehr.

„Die grüne Bluse meiner Schwester“ von Gerdur Kristny
List Verlag
304 Seiten
9,99 € (Taschenbuch)








Fridas Vater ist gestorben und hinterlässt eine tiefe Lücke in ihrem Leben. Die Geschichte beginnt mit der Trauerfeier des Vaters und erzählt Fridas Suche nach einer neuen Richtung. Zwischendurch berichtet sie in vielen kurzen Rückblenden von Erlebnissen mit ihren Eltern und ihrer Schwester. Frida selbst war immer Papas Liebling, die Schwester ein Mamakind. Natürlich entstehen dadurch auch mal Konflikte. Die Geschichte einer ganz normalen Familie eben. Neben den familiären Problemen fühlt sich Frida in ihrer Arbeit sehr festgefahren. Mit einem neuen Job möchte sie ihrem Leben eine andere Richtung geben. Statt wie bisher in der Parfümerie Kunden zu beraten will Frida Reporterin werden und damit vorankommen.
Ich hatte mir eine Geschichte über die Eigenarten von Familien, die großen und kleinen Konflikte aber auch über Liebe und Freundschaften (als Kontrast zum ganz normalen Familienwahnsinn) gewünscht. Davon wird ehrlich gesagt nur wenig geboten. Fridas Beschreibungen sind oberflächlich und ungerecht, dazu noch manchmal einfach unverständlich. Statt positiver Erlebnisse mit dem Vater werden primär die Probleme mit der Schwester thematisiert, Frida wirkt nachtragend und kleinlich in all diesen Konflikten. Lediglich bei einer missglückten Geburtstagsfeier scheint sie auch die Schwester mal von einer anderen, weicheren Seite zu zeigen. Auf den Ausgleich bei Freunden habe ich vergeblich gewartet, auch die einzige Freundin wird durchweg negativ beschrieben.
Zwar lässt sich die Geschichte anfangs noch ganz schön lesen, leider habe ich gegen Ende immer mehr die Motivation verloren weil die Handlung sich kaum noch entwickelt. Da mir auch die Protagonistin nicht übermäßig sympathisch war wurde es mir schlichtweg egal, ob sie den neuen Job nun meistern wird oder nicht.
Eigentlich hatte ich mich auf eine leichte Herbst/Winterlektüre gefreut. Auf ein lustiges kleines Buch über Familienkrisen und Familienfreuden. Zwar gibt es tatsächlich einige lustige Stellen, an denen auch die Handlung schön fließt, leider wirkt das Buch insgesamt einfach nur unrund und langweilig.
Ich kann nur 1 von 5 Leseratten vergeben, muss aber betonen, dass ich natürlich kein endgültiges Urteil abgeben darf, weil ich die letzten Seiten nicht gelesen habe. Das Buch ist vermutlich eher für Frauen geeignet die in der Stimmung für eine leichte Chick-Lit sind und dabei die Nase voll von den ewigen Romanzen haben.



Vielen Dank an Vorablesen und den List Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Sonntag, 24. November 2013

Rezension: Ein Schmetterling im November von Audur Ava Ólafsdóttir

Den Tag gestern habe ich in Island verbracht... Nagut, eigentlich habe ich auf dem Sofa gelegen und meinen Wintertee getrunken, aber es hat sich so angefühlt als hätte ich mit diesem wunderschönen kleinen Buch eine Reise durch Island unternommen. Da es wunderbar zur kalten Jahreszeit passt möchte ich euch heute also "Ein Schmetterling im November" vorstellen.

„Ein Schmetterling im November“ von Audur Ava Ólafsdóttir
Suhrkamp Insel Verlag
Verlagsseite zum Buch
355 Seiten
22,95 € (Hardcover)









Den Beginn der Geschichte bildet das Ende der Ehe unserer namenlosen Protagonistin. Der Mann trennt sich von ihr, hat eine Neue und möchte mit dieser ein Kind bekommen. Die Protagonistin selbst wollte keine eigenen Kinder, war mit Arbeit und Mann zufrieden (obwohl auch sie ihn schon betrog) und wirkt nun ziemlich desorientiert. Als sie gerade dabei ist ihr Leben neu zu sortieren, eine Reise plant und alles verarbeiten möchte, stürzt ihre schwangere beste Freundin. Da diese nun ins Krankenhaus muss bleibt es an unserer Protagonistin auf den Sohn der Freundin achtzugeben. Kurz entschlossen nimmt sie den kleinen gehörlosen Jungen mit auf ihre Reise durch Island.
Ich hatte mich schon direkt bei der Leseprobe in diese Geschichte verliebt, der Schreibstil ist fein und detailliert, hat einen gewissen Witz und liest sich unheimlich flüssig. Noch dazu hat die Geschichte mich von Beginn an richtig neugierig gemacht. Ich wollte zu jeder Zeit wissen wohin es mit der Handlung und den Personen gehen wird. Die selbstgewählt kinderlose Protagonistin und der kleine gehörlose Junge mit der dicken Brille sind einfach ein skurriles Paar und mir sofort ans Herz gewachsen.
Die Geschichte wird aus der Perspektive der Protagonistin erzählt und man merkt, wie sich nicht nur ihre Lebenssituation sondern Stück für Stück auch sie selbst sich verändert. Sowohl die ungewöhnliche Situation ihrer Reise als auch ihr besonderer Reisegefährte machen sie zu einer stärkeren Frau. Und obwohl sie keinen Namen hat ist man dieser Hauptfigur einfach nah. Die besondere Stärke dieses Buches ist in meinen Augen gerade diese besondere Atmosphäre der Geschichte. Man meint gemeinsam mit diesen beiden Figuren durch das kalte unwirtliche Island im November unterwegs zu sein. Die wunderschönen Landschaftsbeschreibungen zusammen mit den leisen und detaillierten Erzählungen über die Erlebnisse der beiden machen alles irgendwie echt.
Ich kann dieses Buch allen ans Herz legen die Lust auf eine ruhige Geschichte über zwei besondere Menschen haben. Ich selbst habe dieses Buch absolut genossen und habe mich in seiner Stimmung einfach wohl gefühlt. Eine Besonderheit noch: am Ende des Buches finden sich die Rezepte der von den Personen verspeisten Gerichte, manche richtig beschrieben, manche witzig gemeint. Insgesamt ein netter Anhang zum Schmunzeln… und den Apfelkuchen werde ich vermutlich wirklich mal probieren.
Insgesamt 5 von 5 Leseratten von mir für diese wunderschöne Geschichte.


Vielen Dank an den Insel Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Angelesen: Die grüne Bluse meiner Schwester von Gerdur Kristny

Eine ganze Weile habe ich mich jetzt bei vorablesen zurückgehalten. Ich habe im Moment viel guten Lesestoff und bin durch den Blog auch ganz schön beschäftigt. Trotzdem möchte ich diese Woche mal wieder einsteigen bei den Leseproben von vorablesen.

Diesmal gab es eine Leseprobe zu:

"Die grüne Bluse meiner Schwester" von Gerdur Kristny
List Verlag
(die Leseprobe von Vorablesen findet ihr hier)









„Die grüne Bluse meiner Schwester“ von Gerdur Kristny verspricht leichte Herbstlektüre zu werden. Die Ich-Erzählerin Frida berichtet von ihrer Familie, ihrer Arbeit und ihren Zielen. Fridas Vater ist gestorben und hinterlässt eine tiefe Lücke in ihrem Leben. Sie erzählt dahher viel von Erlebnissen mit ihren Eltern. Frida selbst war immer Papas Liebling, die Schwester ein Mamakind. Die Geschichte einer ganz normalen Familie eben. Daneben gibt es kurze Berichte über Fridas Arbeit und ihre Chefin, die gleichzeitig ihre Freundin und Vermieterin ist. Insgesamt treibt die Geschichte recht ziellos voran. Zwar liest sich das Buch angenehm (bis auf die vielen isländischen Namen) aber ich hatte mir mehr über die Eigenarten der Familienmitglieder, mehr Familiengeschichte und Konflikte erhofft. Im Moment bin ich einfach noch sehr unsicher, wohin sich das Buch entwickeln wird. Wirklich begeistern konnte mich die Leseprobe bis dahin nicht.

Falls ich bei der Auslosung Glück habe werde ich euch demnächst vom Buch berichten. Vielleicht kann mich die Geschichte ja doch noch überraschen. Sollte ich nicht gewinnen werde ich es mir erstmal nicht kaufen, so richtig ist der Funke einfach nicht übergesprungen.