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Mittwoch, 29. Oktober 2014

Rezension: Die Auserwählten im Labyrinth von James Dashner

Ich hatte es ja befürchtet - dieses Buch habe ich einfach weggeschnupft. Montag 20:00 Uhr gekauft, Freitag 08:00 Uhr ausgelesen. Meine Arbeitswoche hat schwer unter dieser Sucht gelitten. Aber ich weiß immer noch nicht, ob und wann ich mir Teil 2 kaufe.

„Die Auserwählten im Labyrinth" von James Dashner
Carlsen Verlag
490 Seiten
9,99 € (Taschenbuch)

Thomas wacht in einem dunklen Fahrstuhl auf, der auf dem Weg nach oben ist. Er kann sich an nichts erinnern und weiß nicht, wo er ist. Als der Fahrstuhl anhält und seine Türen geöffnet werden, findet er sich auf einer Lichtung wieder, die von riesigem Steinmauern umgeben ist ... Mehr will ich eigentlich gar nicht zum konkreten Inhalt sagen. Die Spannung des Buches hängt wesentlich davon ab, dass die Geschichte aus Thomas Blick erzählt wird und man genau wie er alles nur ganz häppchenweise erfährt.

"Die Auserwählten im Labyrinth" ist ein Jugendbuch, weil es von Jugendlichen handelt. Alle Jungen auf der Lichtung sind zwischen 13 und 18 Jahren alt. Aber es ist nicht unbedingt nur ein Buch für Heranwachsende. Ich persönlich würde das Buch sogar FSK 16 einstufen. Die Gesellschaft, die sich die Jungen auf der Lichtung aufgebaut haben, ist intelligent und von Ordnung geprägt, aber auch von Gnadenlosigkeit. An einigen Stellen scheint das Einhalten von Regeln wichtiger als Menschlichkeit und Moral zu sein. Schon allein das ist dank der wortgewaltigen Beschreibungen nicht immer etwas für Zartbeseitete. 

Auch die Sprache ist sehr authentisch. Wie die Jungen miteinander umgehen und reden ist eine sehr realistische Darstellung davon, was mit Höflichkeit und Niveau passiert, wenn Männer in einer Ausnahmesituation unter sich sind. Ein großer Unterschied zum Film übrigens, aber dazu am Freitag mehr. 

Dazu kommen für mich leichte Horrorelemente. Die Lichtung ist von einem Labyrinth umgeben, in dem gefährliche Monster hausen. Geschaffen von den so genannten Schöpfern, die alles beobachten. Dazu kommen die Auswirkungen psychischer Natur bei den Lichtern, den Bewohnern der Lichtung. Man fühlt sich ständig unsicher und verfolgt und lebt den Horror der wachsenden Angst direkt mit. 

"Die Auserwählten im Labyrinth" ist fesselnd, spannend, intelligent und gruselig. Warum ich mir noch nicht sicher bin, ob ich Teil 2 lesen will? Ich weiß nicht, ob mir die weitere Story gefällt. Genauer kann ich das nicht sagen, ohne viel zu verraten. Teil 1 gebe ich erst einmal 4 von 5 Leseratten für ein sehr gutes, spannendes Jugendbuch. Der Abzug kommt nur dank dem Vergleich zu anderen Werken - es ist reine Unterhaltungsliteratur. 

Das Buch in einem Zwitschern: 
"Die Auserwählten im Labyrinth" ist fesselnd, spannend, intelligent & gruselig. Für mich FSK16 & nur lesen, wenn 3 Tage alles egal sein kann.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Geburtstage sind was Schönes!

Hallo ihr Lieben! Kurz nach unserem Bloggeburtstag wartete ein weiteres persönliches Highlight auf mich - mein eigener Geburtstag! Und zu diesem Anlass gibt es schon immer Bücher und/oder Filme. Mein Mann hat mich zum Film eingeladen, davon werde ich noch berichten, aber heute soll es erst einmal um meine Büchergeschenke gehen.

Bei uns auf Arbeit darf man sich immer etwas zum Geburtstag wünschen. Mehrere meiner Bücher im Regal kommen daher. Dieses Jahr habe ich mich für zwei Neuzugänge aus dem Hause Fischer Taschenbibliothek entschieden. Die Kolleg(inn)en waren ganz begeistert von dem Format. Viele kannten diese besondere Ausgabe noch gar nicht. Bei der Frage "Und worum gehts?" gab es auf die Antwort "Grob um Liebe" ein Raunen von den Männern. Die genauen Storys ließen sie aber verstummen:


„Ich habe sie geliebt" von Anna Gavalda
Fischer Taschenbibliothek 
185 Seiten
9,00 € (Hardcover)

Aus dem Klappentext: "Pierre und Chloé haben nichts gemeinsam. Chloé ist Anfang dreißig, hat zwei kleine Töchter und wurde gerade von ihrem Mann verlassen. Pierre ist Mitte sechzig, ihr Schwiegervater und ein unsensibler, arroganter Bourgeoise. So dachte sie zumindest - bis er sie und die Kinder mitnimmt ins Ferienhaus der Familie"

Zwei Kolleginnen haben mir bereits gesagt, dass sie es sehr mochten und in einem Rutsch gelesen haben. Ich bin also gespannt und warte auf den passenden Moment für dieses Erlebnis voller Liebe und Leben.


„Die Herrlichkeit des Lebens" von Michael Kumpfmüller
Fischer Taschenbibliothek 
302 Seiten
11,00 € (Hardcover)

Aus dem Klappentext: "Wer war Franz Kafka? Dank Michael Kumpfmüller können wir uns den berühmten Schriftsteller als glücklichen Menschen vorstellen, der am Ende seines Lebens die große Liebe findet. Ein kluger, einfühlsamer Roman über Liebe und Erfüllung und den Wert jedes einzelnen, aufmerksam gelebten Tages."

Genau meins! Biografie eines deutschen Schriftstellers des 20. Jahrhunderts verwoben mit der Liebe! Ich freu mich drauf.

Seit ich zwanzig bin, sagen meine Eltern zu mir: "Du bist jetzt erwachsen, da schenkt man sich auch selber etwas zum Geburtstag!" Deswegen bin ich kurz vor Ladenschluss in den Hugendubel gegangen und während unaufhörlich der Hinweis lief "Wir schließen in wenigen Minuten. Schauen Sie doch in unserem Online-Shop vorbei." habe ich noch zwei Bücher eingesammelt:


„Aufstieg und Fall großer Mächte" von Tom Rachman
Deutscher Taschenbuchverlag
489 Seiten
21,90 € (Hardcover)

Aus dem Klappentext: "Tooly, Anfang dreißig, ist Buchhändlerin aus Leidenschaft. Ihr Leben gleicht einem Kaleidoskop, das man schüttelt. Bangkok, Brooklyn, Wales, eine handvoll exzentrischer Menschen, die so was wie ihre Familie sind und eine rasant sich wandelnde Welt, durch die zu navigieren eine Herausforderung ist."

Ich hatte das Buch schon öfter gesehen, war aber immer abgeschreckt, weil ich ein historisches Thema vermutete und davon hab ich zurzeit schon genug. Nach dem weite Weltflair war ich angefixt und als ich das Buch für eine kleine Leseprobe aufschlug gefiel mir der Schreibstil und ich musste schon nach wenigen Zeilen lachen. Ich bin gespannt, ob sich das durch das ganze Buch zieht.


„Die Auserwählten im Labyrinth" von James Dashner
Carlsen Verlag
490 Seiten
9,99 € (Taschenbuch)

Aus dem Klappentext: "Er heißt Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Und er ist an einem seltsamen Ort gelandet - einer Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth, in dem mörderische Kreaturen lauern. Nun liegt es an ihm und den anderen Überlebenden, einen Weg in die Freiheit zu finden. Doch die Zeit drängt und nicht alle werden es schaffen ..."

Ich gebe es zu - ich hätte das Buch keines Blickes gewürdigt, wenn nicht der Film rauskommen würde. Ich musste sogar explizit danach fragen, um es überhaupt finden zu können. Der Trailer hatte mir List drauf gemacht und dieses Mal wollte ich es nicht wieder wie bei Tribute von Panem machen - Film vor Buch. Ich habe bereits die ersten hundert Seiten gelesen und die Sprache ist etwas übertrieben, aber ich stehe auf komplexe Welten und Geschichten und dieses Buch ist Crack für Menschen wie mich! Unbekannter Ort, völlig ohne Vorgeschichte, eigene Sprache, eigene Kreaturen und über allem schwebt der Schleier des Unbekannten. Ich werde es vermutlich einfach wegschnupfen ;-)

Sonntag, 12. Januar 2014

Rezension: High Love von Madlen Ottenschläger

Mit „High Love“ haben wir von vorablesen unseren letzten Gewinn, ein Buch aus den Verlosungen im Monat Dezember, erhalten und mittlerweile beide gelesen. Wir sollten das Buch lesen und ein paar Fragen dazu beantworten. Eigentlich wollten wir beide unseren Senf darauf verteilen. Susi hat aber dann überrascht festgestellt, dass wir uns manchmal doch ähnlicher sind als wir dachten... die Rezensionen waren so ähnlich, dass es jetzt einen Kombi-Artikel unserer beiden Meinungen gibt :-).

"High Love" von Madlen Ottenschläger
Carlsen choice Verlag
200 Seiten
8,99 € (Taschenbuch)









„High Love“ ist so eines dieser Bücher, die ich mir im Laden nie ausgesucht hätte. Um ehrlich zu sein habe ich bei vorablesen nicht einmal die Leseprobe geöffnet und war auch nicht so richtig begeistert, als gerade dieses Buch unser besonderer Gewinn zum „Blog des Monats“ war und wir nun darüber auch noch etwas sagen müssen.
Ich kann es kurz machen: obwohl ich recht negativ an das Buch herangegangen bin, habe ich es schnell durchgelesen und fand es insgesamt recht gut gelungen.
Die Story ist schnell erzählt. Nach den Sommerferien ist für Manja auf einmal alles anders, das coolste Mädchen der Schule möchte ihre Freundin sein, sie gehört plötzlich zur beliebten Clique und dann will auch noch der süße, sexy Moritz ihr Freund sein. Manjas Glück scheint perfekt, bis sie und ihre Clique sich immer mehr im kiffen und saufen verlieren.
High Love ist ein typischer Teenie Roman, der neben Themen wie der ersten Liebe und dem ersten Mal auch noch die Gefahren von Alkohol und Drogen (wie eben dem Kiffen) thematisiert. Die Richtung, in die sich die Handlung entwickelt, fand ich dabei etwas einseitig und gerade für junge Leser nicht ganz optimal. Stellenweise hatte ich das Gefühl, die Probleme die in der Gruppe entstehen werden sehr kurz und oberflächlich abgehandelt, Lösungen gar nicht geboten.
Das Buch ist kurzweilig und lässt sich schnell „weglesen“, der Schreibstil ist für meinen Geschmack etwas zu knapp und abgehackt, die Jugendsprache wiederum schön umgesetzt.
Insgesamt finde ich das Buch mittelmäßig. Weder besonders gut, noch besonders schlecht, aber mit Potential nach oben. In Leseratten ausgedrückt: 3 von 5 Leseratten für "High Love".


Und jetzt die Fragen vom Vorablesen-Team zu unserer Lektüre:

-    konnte man sich in die Charaktere hineinversetzen?
Manja war eine starke ich-Erzählerin, man hatte das Gefühl sehr direkt von den Geschehnissen zu erfahren, ihre Gefühle zu teilen und ich konnte mich dadurch gut in sie hineinversetzen. Ein wirklicher Pluspunkt des Buches.

-    war der Spannungsbogen/ die Erzählung überzeugend?
Der Spannungsbogen war leider etwas flach, der Vorbau der Geschichte bis zum eigentlichen Konflikt war mir etwas zu lang. Dadurch kam nur wenig Spannung auf und es ließ außerdem wenig Zeit für die Lösung der Konflikte.

-    was hat überrascht, was war erwartbar?
Mich hat überrascht, dass mich das Buch, trotz einiger Schwächen und obwohl ich in diesem Gebiet schwer zu begeistern bin, gefesselt und unterhalten hat. Erwartbar war aber, dass die Handlung leider an einigen Stellen etwas flach geblieben ist und einige Chancen der Geschichte nicht genutzt wurden.

-    ein Satz der das Buch treffend umschreibt?
„High Love“ ist ein unterhaltsamer Jugendroman über die erste große Liebe und die Gefahren, welche Drogen mit sich bringen.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Rezension: Haarmann von Peer Meter und Isabel Kreitz

Für mich gab es heute zu Halloween ganz besonderen Horror: neben schlimmen Rückenschmerzen hatte ich noch mit einer kaputten Autobremse zu kämpfen und verstecke mich jetzt vor den kleinen klingelnden Gespenstern, weil wir keine Süßigkeiten im Haus haben. Zu all dem Horror passt gut das Buch, das ich euch heute vorstellen möchte...
Als frischgebackene „Blogmutti“ habe ich endlich eine Ausrede vor mir selbst mal ein bisschen herum zu experimentieren. Ich probiere gern verschiedene Genres und Erzählformen aus, bisher hatte ich mich aber noch nicht an Graphic Novels herangewagt. Das wollte ich ändern. Als Erstling habe ich mir „Haarmann“ von Peer Meter und Isabel Kreitz ausgesucht.

„Haarmann“ von Peer Meter und Isabel Kreitz
Carlsen Verlag
176 Seiten
19,90 € (Hardcover)
Trailer zum Buch auf Youtube







Kurz nach dem zweiten Weltkrieg verschwinden in Hannover unzählige junge Männer, viele von ihnen waren auf der Durchreise und kamen nie an ihrem Ziel an. Als dann an den Ufern des Flusses Leine immer mehr menschliche Knochen gefunden werden ist schnell klar: ein Menschenschlächter treibt sein Unwesen in Hannover.
Friedrich Haarmann ist ein stadtbekannter Hehler, Kleinkrimineller und Homosexueller. Er saß schon mehrfach in der Psychiatrie und ihm wurde ein "unheilbarer angeborener Schwachsinn" diagnostiziert. Nun ist er wieder auf freiem Fuß und verdingt sich sogar als Spitzel der Polizei, er "ermittelt" im Schwulenmillieu der Stadt. Als in den Fällen der vermissten Jungen Haarmann ins Visier gerät wird dies daher von den zuständigen Behörden zuerst noch verworfen. Gegen die unschöne Wahrheit kann sich jedoch irgendwann keiner mehr wehren.
Zur Geschichte von „Haarmann“ ist nicht viel zu sagen. Das Buch basiert auf einem wahren Kriminalfall und erzählt diesen geradlinig und anschaulich. Der Einstieg in die Erzählung wird über die gefundenen Knochen am Flussufer der Leine und die Mutmaßungen der Anwohner gesetzt. Einen schönen Bogen spannt dazu das Ende des Buches das ein Reim des „Haarman-Liedes“ bildet. Dieser Reim wurde damals von der Bevölkerung aus einem beliebten Opernlied umgereimt: „Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt Haarmann auch zu dir, mit dem kleinen Hackebeilchen, macht er Schabefleisch aus dir.“ Die Mutmaßungen und Gespräche der Bevölkerung haben einen großen Anteil im Buch und es war spannend zu verfolgen wie sich diese Gespräche entwickeln.
Die Stimmung im Buch ist durch die detaillierten aber sehr dunklen Schwarzweißzeichnungen passend zur düsteren Geschichte. Alles bekommt einen leicht „schmutzigen“ und dunklen Hauch und hat dadurch das Flair eines alten Schwarzweißfilmes. Das hat wunderbar zur Geschichte gepasst. Auch die Reihenfolge der Bilder hat zum Teil den Eindruck eines Filmes gemacht. Denn neben vielen Abschnitten mit vielen Textpassagen und langen Dialogen gab es tolle Szenenbilder, welche die Geschichte untermalt haben.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, nach der Geschichte wurde in einem separaten Kapitel noch einiges an Informationen zum Fall Haarmann geliefert was die Graphic Novel dann endgültig abgerundet hat. Schöner hätte ich es gefunden, wenn diese Informationen etwas mehr in die Handlung mit eingewoben worden wären. So wie die Mutmaßungen der Bevölkerung hätten sie dort die Geschichte gut ergänzt. Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Leseratten.


Manchmal ist der wahre Horror schrecklicher als jede erdachte Geschichte.