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Donnerstag, 9. Oktober 2014

Rezension: Auslöschung von Jeff VanderMeer (Southern-Reach-Trilogie Band 1)

Obwohl ihr alle heute vermutlich eher auf Berichte von der Frankfurter Buchmesse wartet oder sogar selbst welche verfasst, möchte ich euch trotzdem ein ziemlich tolles Buch vorstellen. „Auslöschung“ von Jeff VanderMeer hat vorab genau das richtige Maß an Mysterium und Spannung versprochen, um mich total anzusprechen. Nachdem ich dann die Leseprobe gelesen hatte, war mir klar: "Das muss ich lesen!". Jetzt weiß ich: "Es hat sich gelohnt.".

„Auslöschung“ von Jeff VanderMeer
Southern-Reach-Trilogie Band 1
240 Seiten
16,95 € (broschierte Ausgabe)







Ein ungeklärtes Ereignis vor mehr als dreißig Jahren veränderte Area X nachhaltig. Seither ist diese Gegend von einer unsichtbaren Grenze umschlossen und wird von seltsamen Naturveränderungen geprägt. Menschen ist es nur schwer möglich, sich darin zu bewegen. Die bloße Anwesenheit in Area X scheint verrückt zu machen. Die Regierungsorganisation Southern Reach versucht dennoch alles, um das Geheimnis von Area X zu lüften und schickt immer wieder Expeditionen in dieses mysteriöse Gebiet. In „Auslöschung“ folgen wir der 12. Expedition, bestehend aus vier Frauen, die das Wesen von Area X näher ergründen sollen.

In „Auslöschung“ lesen wir das Tagebuch einer Teilnehmerin der 12. Expedition in Area X. Die Biologin beschreibt zunächst recht sachlich und nüchtern die verschiedenen Etappen ihrer Reise. Von Anfang an ist dabei auffällig, dass die einzelnen Protagonisten keinen Namen bekommen, sie werden lediglich mit ihrer Funktion beschrieben und bleiben schemenhaft, blass. Da wir die Handlung durch die Aufzeichnungen der Biologin verfolgen, kommen wir ihr etwas näher als den übrigen Charakteren, doch selbst sie bleibt mehr eine Idee, bekommt kaum Persönlichkeit. Das ist umso bemerkenswerter, da sie trotz kurzer Rückblenden in ihre Kindheit und dem recht leidenschaftlichen Bericht, wie sie zu ihrer Passion der Biologie gelangte, nicht greifbarer wird. Eine gewisse Sympathie zu diesem Charakter hat sich bei mir trotzdem aufgebaut und ich habe ihre Anspannung Stück für Stück selbst übernommen
Wie ich schon in der Leseprobe gemerkt habe, sind die Schilderungen in „Auslöschung“ manchmal derart abstrakt und verworren, dass es schwierig ist, ein inneres Bild dazu zu gestalten. Meine inneren Bühnenbildner hatten schwer zu tun, um anhand der Beschreibungen eine Szenerie vor meinem geistigen Auge zu entwerfen. Am Ende hat das trotzdem geklappt und dieses unwirkliche, mysteriöse Setting hat dann bei mir dazu geführt, dass sich der Horror noch verstärkt hat.

Ich finde es schwer „Auslöschung“ in ein Genre zu stecken und hatte am Anfang eher eine Dystopie erwartet. Irgendwie ist es das vielleicht auch, aber der Horror und das SciFi stehen eindeutig im Vordergrund. Vor allem der Horror! Es sind keine großen Effekte oder Schocker nötig, allein auf Grund der rasenden Anspannung hatte ich ganz schön mit mir zu kämpfen, das Buch dann doch noch abends weiter zu lesen.
Ich möchte natürlich jetzt nicht zu viel verraten, kann aber sagen dass die Entdeckungen der Biologin mir einige Vermutungen aufdrängen, was da in Area X geschah. Eine Auflösung oder nur einen deutlichen Hinweis bleibt uns das Buch aber schuldig! Das hat mich rasend gemacht, ich will unbedingt wissen, wie es weiter geht. Ich freue mich also schon unheimlich auf die folgenden Bände. Das hebt aber auch die Erwartungen an die Nachfolger „Autorität“ und „Akzeptanz“ gehörig, da muss jetzt noch was kommen.

Ich mag Horror-Literatur und „Auslöschung“ sticht da eindeutig hervor, ein Buch das im Gedächtnis bleibt. Trotzdem gibt es einige kleinere Schwächen, so dass ich mit meiner Bewertung insgesamt auf 4 von 5 Leseratten komme!


Das Buch in einem Tweet:  "Auslöschung" ist eine wilde Mischung aus Horror, SciFi und Mystery. Jetzt warte ich hungrig und erwartungsvoll auf die Nachfolger.

Freitag, 4. Juli 2014

Rezension: Die Anbetung von Dean Koontz

„Die Anbetung“ war mein erstes Buch von Dean Koontz und wird bestimmt nicht mein letztes bleiben. Der erste Band dieser Reihe um Odd Thomas hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich den nächsten Band in Skoobe schon auf meine Merkliste gesetzt habe.

„Die Anbetung“ von Dean Koontz
Heyne Verlag
496 Seiten
8,95 € (Taschenbuch)









Odd Thomas ist ein einfacher Imbisskoch, der über eine besondere Gabe verfügt: Odd Thomas kann Tote sehen und mit ihnen kommunizieren. Als eines Tages ein seltsamer Mann in seiner Heimatstadt Pico Mundo auftaucht und mit ihm eine Reihe düsterer Geister, ahnt Odd Thomas, dass etwas Schlimmes geschehen wird. Er setzt daraufhin eine Menge aufs Spiel, um den seltsamen Vorgängen in Pico Mundo auf den Grund zu kommen und wenn möglich Schlimmeres zu verhindern.

„Die Anbetung“ ist eine interessante Mischung aus Fantasyroman, Gruselgeschichte und Komödie. Die Begegnungen mit den Geistern und Dämonen sind zum Teil sehr schaurig dargestellt, Thomas Wanderung durch eine seltsame neue Dimension scheint schier unglaublich und alles wird mit einer guten Portion Humor erzählt. Besonders Thomas Weltsicht und die vielen schrägen Charaktere sind dabei mehr als einmal Grund zum Schmunzeln.
Die Geschichte wird von Odd Thomas selbst „aufgeschrieben“ und immer wieder gibt es Einschübe aus Gesprächen mit seinem Freunden oder Hinweise auf spätere Teile der Handlung. Das ist abwechslungsreich, wirklich amüsant und gibt dem Buch einen besonderen Sog. Insgesamt ist der Erzählstil sehr atmosphärisch.
Wirklich ans Herz gewachsen ist mir aber besonders Odd Thomas selbst. Dean Koontz hat da einen sympathischen Protagonisten geschaffen, der neben seiner Besonderheit vor allem ehrlich und bodenständig wirkt, ohne langweilig zu sein. Vor allem seine Ziele und Träume machen Odd Thomas so besonders liebenswert und menschlich. Wenn er dann noch über seine Gabe spricht und wie er damit umgeht, muss man ihn einfach mögen.
Ein bisschen musste ich ja unterm Strich an die Bücher von Stephen King denken. Die besondere Mischung aus interessanter Situation, dichter Atmosphäre und sympathischen Charakteren finde ich auch dort immer wieder und fühle mich sofort zu Hause. Es wundert also nicht, dass ich auch „Die Anbetung“ sehr genossen habe und mich gut unterhalten fühlte.
Als einziger kleiner Schwachpunkt bleibt für mich, das Quäntchen Besonderheit, welches gefehlt hat. Aus der Handlung hätte mehr gemacht werden können, es fehlten einige Verbindungen oder Erklärungen, um das eigentliche Geschehen für mich ganz abzurunden. Dadurch entscheide ich mich  unterm Strich für sehr gute 4 von 5 Leseratten.


Das Buch in einem Tweet: Ein unterhaltsamer Genremix aus Spannung, Horror und Humor, der Auftakt in eine interessante Reihe.

Freitag, 9. Mai 2014

Rezension: Nachts kommt die Angst von Gabriela Gwisdek

Mein Challengebuch für den April war ein voller Erfolg. Ein Buch mit einer Protagonistin zu finden, die meinen Namen trägt, war (wie für viele andere) nicht ganz einfach. Trotzdem habe ich schnell einen Favoriten gefunden und das Buch hat mir am Ende richtig viel Spaß gemacht. So habe ich ganz zufällig einen tollen Thriller entdeckt.

„Nachts kommt die Angst“ von Gabriela Gwisdek
Aufbau Taschenbuch Verlag
318 Seiten
9,99 € (Taschenbuch)









Die Malerin Alexandra zieht vom turbulenten Frankfurt in ein beschauliches Dorf in der Uckermark. Nach einer gescheiterten Beziehung und einer langen Phase beruflichen Misserfolgs möchte sie sich in der Abgeschiedenheit endlich wieder sich selbst und dem Malen widmen. Schnell merkt Alexandra, dass in diesem Dorf trotz aller Abgeschiedenheit nicht nur Ruhe und Frieden herrschen. Die Vormieterinnen ihres kleinen Häuschens verschwanden spurlos und auch während Alexandras Aufenthalt verschwinden dann noch einige Mädchen aus dem Dorf.

Ich muss mal vorab sagen, dass ich mir kein besseres Buch für dieses Experiment aussuchen hätte können. Es ist so schon sehr leicht sich der gruseligen und schaurigen Atmosphäre des Buches hinzugeben, wenn man sich dann aber noch so in die Hauptfigur hineinversetzt wird es richtig spannend. Ich habe das Buch vor allem abends gelesen und hatte so genau die richtige Stimmung. Große Teile des Buches beschäftigen sich mit der subtilen Angst der Protagonistin, die sich bedroht fühlt in ihrem Häuschen, aber keine konkrete Gefahr ausmachen kann. Jedes Knarren im Haus und jedes Rascheln im Garten versetzen die Protagonistin in Aufregung und diese Ruhelosigkeit hat sich sehr schnell auf mich übertragen. Die Gefahr bleibt dabei zwar immer gegenwärtig aber auch eigentümlich konturlos, eine interessante Mischung und wunderbar um die Spannung zu halten.
Die Handlung wiederum war eine schöne Mischung aus Krimi/Thriller und Horror-Roman. Da es immer wieder Hinweise darauf gibt, dass Alexandras Haus ein Spukhaus sein soll, es jedoch auch ganz reale Verbrechen in diesem Dorf zu verzeichnen gibt, habe ich beim Lesen immer ein bisschen hin und her geschwankt, wie sich das am Ende unter einen Hut bringen lässt. Ohne zu viel zu verraten: die Handlung ist bis zum Ende spannend und wird schlüssig aufgelöst. Sowas ist mir bei einem Buch in diesem Genre besonders wichtig, es gibt nichts schlimmeres als unschlüssig konstruierte Enden. Bei "Nachts kommt die Angst" fügt sich das Ende aber super zum Rest des Buches ein und rundet die Geschichte wunderbar ab.
Die einzige Schwäche des Buches war (für mich) die etwas willkürlich gesetzte Liebesbeziehung zwischen Alexandra und dem „Dorfsheriff“ des Ortes. Irgendwie schien diese Beziehung für die Handlung nötig und wurde daher sehr schnell „gegründet“, richtig nachvollziehbar war die Beziehung und die Handlung der Personen für mich in dieser Hinsicht nicht.
Trotzdem ist „Nachts kommt die Angst“ ein Buch, dass von der ersten bis zur letzten Seite Spannung bietet, basierend auf einer dichten Atmosphäre, irgendwo zwischen Krimi und Horror, also genau mein Fall.
Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Leseratten.
 

Sonntag, 22. Dezember 2013

Rezension: White Horse von Alex Adams

Vor einigen Wochen habe ich meinen Fund "White Horse" hier mit einem kurzen Angelesen vorgestellt. Freundlicherweise bekam ich ein Rezensionsexemplar vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt und konnte so gleich mit dem Buch starten, ohne die Weihnachts-Budget-Flaute abzuwarten... Vielen Dank dafür!

"White Horse" von Alex Adams
Piper Verlag
442 Seiten
16,99 € (Klappbroschur)
Eine Leseprobe findet ihr hier








Pandora erhält von Hephaistos eine Büchse, die alle Übel der Welt aber auch die Hoffnung enthält. Da Pandora zwar mit Schönheit, Talent und Geschicklichkeit, aber auch mit einer unstillbaren Neugier gesegnet ist, öffnet sie diese Schatulle und entlässt die Plagen in die Welt. Zwar geht die Menschhheit davon nicht unter, aber die Zeiten, in denen die Menschen von Arbeit, Krankheit und Tod verschont waren sind endgültig vorbei.
Dies ist (in ganz, ganz groben Zügen) der bekannte Mythos um die Büchse der Pandora. White Horse greift dieses Thema wieder auf. Zoe, eine einfache Putzfrau, findet in ihrer Wohnung ein seltsames Gefäß. Weder weiß sie, wer es dahin gebracht hat, noch zu welchem Zweck. Erst glaubt sie verrückt geworden zu sein, besucht einen Psychiater und gelangt am Ende zu dem Schluss, das Gefäß öffnen zu müssen um die Wahrheit zu erfahren. Damit beginnt scheinbar eine Kettenreaktion, die erst Zoe und dann die ganze Welt ins Unglück stürzt.
Die Geschichte von Zoe und der Seuche White Horse ist eine Dystopie, die mal aus der Sicht einer ganz normalen jungen Frau erzählt wird und keine Helden braucht. In wechselnden Abschnitten des "Früher" kurz vor der Katastrophe und des "Jetzt" dem Kampf in der kaputten Welt, wird Zoes Geschichte erzählt. Der größte Pluspunkt des Buches ist seine Spannung. Zoes Suche nach ihrem Freund (im Jetzt) und der Wahrheit (im Früher) sind faszinierend und zwar hat man eine Ahnung wer wirklich die Büchse der Pandora öffnete, aber auf die konkrete Auflösung wäre ich im Leben nicht gekommen.
Die Sprache ist kurz und knapp aber passend zur düsteren Stimmung. Leider sind die Charaktere großteils auch etwas zu "knapp" geraten und wirken etwas farblos. Zoes Wegbegleiter bleiben häufig schemenhaft und füllen sich nicht mit Leben. Lediglich Zoe's Charakter besitzt die nötige Tiefe. Sie handelt zwar manchmal unlogisch, aber das ist für mich kein Kritikpunkt, immerhin befindet sie sich in einer absoluten Krisensituation und das kommt dadurch auch gut zur Geltung.

Ich war während des Lesens sehr hin und her gerissen wie gut ich das Buch nun wirklich finde. Richtig spannende Stellen wechseln sich mit ein paar (kleinen!) störenden Punkten ab. Insgesamt waren die ersten vier Fünftel des Buches aber richtig toll.
Erst kurz vor Ende hatte ich das Gefühl die Autorin musste schnell einen "Deus Ex Machina" (eine rettende Wunderwaffe, die die Handlung wesentlich drehen kann) aus dem Ärmel zaubern um zu einem Ende zu kommen, welches für mich dann leider auch gar nicht überzeugend war.


So in etwa ging die Berg- und Talfahrt meiner Bewertung während des Lesens (unten seht ihr die Seitenzahlen).
Nur so viel: für mich hätte das Buch einen stimmigeren, runderen Eindruck hinterlassen wäre die Autorin konsequent bei ihrem düsteren Konzept und der von Verlusten geprägten Geschhichte geblieben.
Weil ich mir so unsicher bin habe ich mal einen Durchschnitt errechnet und lande bei einer Bewertung von 3,5 von 5 Leseratten. Das wird meinem Eindruck ganz gut gerecht!

,5

Vielen Dank an den Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Mittwoch, 27. November 2013

Rezension: Den Nächsten, der FROHE WEIHNACHTEN zu mir sagt, bringe ich um

In den Supermärkten steht der Lebkuchen seit Mitte August bereit, bei 17°C Außentemperatur wurden die Fußgängerzonen mit Tannenzweigen dekoriert und in der TV Werbung sieht man strahlend glückliche Familien unter dem Weihnachtsbaum sitzen. Bei diesem ganzen Drumherum wird einem die weihnachtliche Besinnlichkeit manchmal jetzt schon zu viel. In den letzten Tagen habe ich deshalb, als angenehmen Ausgleich, ein ganz besonderes Weihnachtsbuch gelesen.

„Den Nächsten, der FROHE WEIHNACHTEN zu mir sagt, bringe ich um: 12 Thriller“ mit Karen Rose, Markus Heitz, Daniel Holbe u.a.
Droemer Knaur Verlag
400 Seiten
14,99 € (Hardcover)
"Schsch!" von Karen Rose für 0,99 € in der Kindle Version







Die Kurzthriller dieses Buches bieten eine Menge Abwechslung. Es gibt Geschichten über einen seltsamen Serienmörder an Heiligabend, vermisste Kinder und ein Verbrecherpaar namens Marylie und Josef. Für jeden Geschmack ist da etwas dabei. Einige Geschichten sind ganz natürlich zu erklären, einige wirken fast schon paranormal. Eines haben sie alle gemeinsam: sie spielen zur sonst so besinnlichen Weihnachtszeit und bieten eine Menge Spannung und Schauer.

Ich kann natürlich nicht zu allen Thrillern etwas erzählen, daher nur kurz zu meinen drei Highlights: die Geschichte „Schsch!“ von Karen Rose, „Wintermärchen“ von Alex Berg und „Stille Nacht“ von Sven Koch, weil diese die Bandbreite der Sammlung toll demonstrieren.
„Schsch!“ von Karen Rose erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens, das kurz vor Heilig Abend neben einem ausgebrannten Wagen gefunden wird, völlig unterkühlt und verängstigt. Die Geschichte wird zuerst aus der Sicht des Mädchens beschrieben und fast meint man, dass dort übernatürliche Kräfte am Werk sind, erscheint ihr doch ständig eine „böse Pflegerin“ und droht dem Kind. Erst im Laufe der Erzählung und der Ermittlungen der Polizei kommt die Wahrheit ans Licht.
„Wintermärchen“ von Alex Berg geht einen ganz anderen Weg. Diese Geschichte ist viel ruhiger, beschränkt sich auf eine Protagonistin und hat mich vor allem mit den tollen, detaillierten Beschreibungen begeistert. Eine junge Frau verläuft sich beim Joggen im verschneiten Wald, kämpft erst nur gegen die eigene Erschöpfung und den Schnee, muss sich dann aber auch noch mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Toll gelungen fand ich das Ende der Geschichte, welches ich so in dieser Form nicht erwartet hätte.
Übrig bleibt noch „Stille Nacht“ von Sven Koch. Diese Geschichte beschreitet einen völlig anderen Weg. Es scheint schlicht um die Suche nach einem Serienmörder zu Weihnachten zu gehen, doch was sich dabei am Ende enthüllt ist schier unglaublich. Eine der kürzeren Geschichten, die trotzdem eine unglaubliche Spannung entwickelt.

Insgesamt hat mir das Buch viel Spaß gemacht, es eignet sich für einen kurzen Schmöker am Abend. Ich habe jeweils eine Geschichte pro Tag gelesen hatte so für einige Zeit etwas von diesem schönen Buch. Schön ist das Buch auch im wahrsten Sinne des Wortes, selten ist mir eine so tolle Aufmachung begegnet: der Blattschnitt ist blutrot gefärbt und rundherum mit dem witzigen Titel bedruckt, der Schutzumschlag ist glänzend schwarz.
Das Buch bekommt von mir 4 von 5 Leseratten und ich kann es als Weihnachtsgeschenk für Weihnachtsfans und Weihnachtsmuffel gleichermaßen empfehlen. Ein hübsches Geschenk für Leseratten, die sonst schon alles haben. Die fünfte Leseratte fehlt noch, weil ich nicht von allen Geschichten wirklich überzeugt war, "Weiß wie Schnee" von Claudio M. Mancini hat mir leider gar nicht gefallen.


Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Freitag, 22. November 2013

Diesmal in der Sneak: Carrie

Nachdem wir letzte Woche kurzfristig unseren Sneak-Termin absagen mussten, haben wir es diese Woche erneut probiert und triumphiert. Nach einem tollen Abendessen ging es endlich wieder zur Sneak, die diesmal richtig gut besucht war.

Kinostart: 05.12.2013
FSK 16
Spiellänge: 100 Minuten









Ich habe schon ein, zwei Mal angedeutet, dass ich Stephen King sehr mag. Trotzdem kannte ich bisher weder das Buch „Carrie“ noch die Verfilmung von 1976. Als im Kino klar wurde, dass das Remake von genau diesem Film gezeigt wird, habe ich mich also riesig gefreut. Und… ich gebe es zu... ich hatte ein bisschen Angst was da kommen wird. An alle, die (wie ich) empfindlich gegenüber Horrorfilmen sind vorweg: Carrie ist ein Film zum angenehm gruseln, der zwar genug Spannung bietet, aber auch für schwächere Nerven zu ertragen ist. Puh! Glück gehabt.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Stephen King und erzählt die Geschichte  von Carrieta (Carrie) White. Sie lebt allein mit ihrer streng gläubigen Mutter in einer amerikanischen Kleinstadt. Carrie wird von den anderen Schülern ihrer Schule gemobbt, weil sie so anders ist, und findet auch bei ihrer Mutter nur wenig Trost. Als Carrie entdeckt, dass sie telekinetische Kräfte besitzt, beginnt sich ihre Situation zu ändern und Carrie hat die Möglichkeit ihrer Umwelt all das Mobbing und die Demütigungen heimzuzahlen.

Carries Leidensweg leitet den Film ein und wurde gut in die aktuelle Zeit integriert. Das verängstigte Mädchen, das von ihren Mitschülern beleidigt und gedemütigt wird, scheint keinen einzigen Freund zu haben. Statt von ihrer Mutter unterstützt zu werden sieht diese in Carrie nur einen Beweis ihrer eigenen Unzucht und schüchtert Carrie mit ihrem religiösen Wahn völlig ein. Beide Konflikte werden gleich zu Beginn des Filmes aufgebaut und man ist direkt mitten in der Handlung. Carries Leid hat mich sehr bedrückt und schon eine gewisse Anspannung aufgebaut. Leider gab es dann im Verlauf des Films eine Phase, in der die Handlung stagnierte, was die Spannung leider etwas gedämpft hat. Erst gegen Ende hat die Geschichte wieder richtig Fahrt aufgenommen. Dafür hat sich die Handlung dann schier überschlagen und hatte auch einige nette Schock- und Horrormomente zu bieten.



Obwohl der Sneak-o-mat auch diesmal recht ausgeglichen war, tendieren wir diesmal eindeutig zu „gut“ und vergeben 4 von 5 Kinoratten für „Carrie“. Ein Film für einen angenehmen, erträglichen Grusel und eine düstere Stimmung.


Warum wir die Sneak lieben? Wegen dem Unterhaltungsfaktor im Saal. Unser Bild&Wort zum Film:
 
 „Wenn du nicht so aussiehst, wenn du von der Party kommst, war‘s keine gute Party!“
Unbekannter Besucher in der Sneak

Samstag, 9. November 2013

Rezension: Niceville von Carsten Stroud

„Niceville“ von Carsten Stroud ist einer meiner Buchmesse-Schätze. Ich hatte mich spontan in das Buch verliebt und mich total drauf gefreut es vorstellen zu dürfen. Jetzt habe ich es gelesen und bin ein bisschen hin und her gerissen.

„Niceville“ von Carsten Stroud
Dumont Verlag
506 Seiten
9,99 € (Softcover)
1. Teil der Niceville-Trilogie








Niceville ist eine beschauliche kleine Stadt im Süden der USA. Die Stadt wirkt idyllisch und friedlich, doch unter dieser Fassade verbergen sich düstere Geheimnisse. Als eines Tages der Junge Rainey Teague auf dem Schulweg spurlos verschwindet kommen seltsame Begebenheiten ins Rollen. Einige Geschehnisse sind ganz natürlich, einige sehr verwirrend und mystisch. Insgesamt scheint Niceville nur das schlechteste aus seinen Bewohnern herauszukitzeln. Was birgt diese kleine Stadt, dass sich das Böse dort so wohlfühlt?
Ich war lange von keinem Buch mehr so hin und her gerissen wie von „Niceville“. Der Einstieg in die Geschichte ist wunderbar, man ist direkt mittendrin und der Übergang von einem normalen Vermisstenfall zu den übernatürlichen Ereignissen hat mir richtig gut gefallen. Der Schreibstil ist eher kurz und markant, besitzt einen gewissen schwarzen Humor (sehr gelacht habe ich über einen Laden, der „Porn’r’us“ heißt) und macht einfach Spaß. Trotz der eher sachlichen Sprache kommen Beschreibungen und Atmosphäre nämlich nicht zu kurz.
Die Zutaten stimmen und hätten „Niceville“ zu einem richtigen Lesegenuss machen können. Was mich gestört hat? Nach dem angenehmen Anfang bei dem die Handlung Stück für Stück aufgebaut wird und auch alle Charaktere passend zur Situation vorgestellt werden kommt der Mittelteil des Buches. Plötzlich überschlägt sich die Handlung und es kommen gefühlt 10.000 neue Charaktere in die Geschichte. Ich konnte zeitweise einfach nicht mehr folgen. Handlungsverlauf und Personen waren zu verwirrend. Wer ist der korrupte Polizist gleich nochmal? War das der, der auch beim Bankraub dabei war? Immer wenn ich dann wieder in der Handlung war und meinte zu verstehen, wie die Personen zusammenhängen kamen neue Charaktere oder Handlungsstränge dazu.
Richtig anstrengend wurde es, als die Verbindung zur Vergangenheit des Ortes geschlagen wurde. Normalerweise finde ich es toll, wenn in Büchern düstere Legenden oder vergangene Konflikte ausgegraben werden. Es hat mich daher auch hier gefreut und richtig neugierig gemacht, als die Geschichte des Ortes enthüllt wurde. Das dabei abgefeuerte „Namensfeuerwerk“ habe ich dann einfach überlesen müssen. Ob ich dann alle darauf aufbauenden Schlussfolgerungen richtig verstanden habe würde ich nicht beschwören.
Als ich durch all das gerade ziemlich deprimiert war kam das Ende des Buches. Und was soll ich sagen? Ich wurde richtig überrascht! Einige lose Enden wurden aufgegriffen, manche merkwürdige Handlungsverläufe ergeben dann tatsächlich doch einen Sinn und das Buch macht Lust auf den nächsten Teil. Das Ende hat mich dann wieder versöhnt mit dem anstrengenden Mittelteil.
Insgesamt 3 von 5 Leseratten als Fazit aus „himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“.


Vielen Dank an den Dumont Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Sonntag, 3. November 2013

Rezension: Doctor Sleep von Stephen King

Ich habe in den letzten Tagen den neuen Roman von Stephen King „Doctor Sleep“ wirklich geradezu verschlungen. Da es eine Fortsetzung zu „Shining“ ist hatte ich dieses Buch vor Kurzem extra gelesen, um für den Nachfolger gerüstet zu sein. „Shining“ hat mir zwar sehr gut gefallen, meiner Meinung nach ist „Doctor Sleep“ aber nochmal um einiges stärker.

„Doctor Sleep“ von Stephen King
HEYNE Verlag
703 Seiten
22,99 € (Hardcover)
Nachfolgeband zu „Shining“ von Stephen King








30 Jahre nach den Geschehnissen im Overlook Hotel ist Daniel Torrance ein erwachsener Mann und eine gescheiterte Existenz. Die Erlebnisse seiner Kindheit verfolgen ihn, das Shining erlebt er eher als Last denn als Gabe und versucht daher seine Gefühle im Alkohol zu ertränken. Daniel versucht gerade sein Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken, als ein kleines Mädchen Kontakt zu ihm aufnimmt – mittels der Gabe ihres Shining. Das Mädchen sucht bei Daniel nach Beistand. Sie ist durch ihre starke Hellsichtigkeit einer Bande zu nahe gekommen, die es auf Kinder mit dem Shining abgesehen hat.
Es ist mal wieder ein King. Anders kann ich es gar nicht ausdrücken. Ich war von der ersten Seite an mittendrin in der Geschichte und total begeistert von der Stimmung des Buches. Vielleicht ist der Vorgänger insgesamt etwas gruseliger und setzt mehr auf düstere Effekte, aber auch in „Doctor Sleep“ kommt wieder ein schaurig schönes Gefühl auf. Die Atmosphäre ist dicht und ich war total gefesselt weil ich immer wissen wollte, wie es mit der Haupthandlung und den kleineren Nebensträngen weitergeht.
Ich habe mich vorher ziemlich gewundert, dass dieses Buch eine Fortsetzung zu „Shining“ bilden soll, ist dies doch bereits 1985 erschienen. Trotz aller Skepsis kann ich nun aber feststellen, dass es Stephen King perfekt schafft an die Handlung aus „Shining“ anzuknüpfen. Es werden einige lose Enden aufgefasst und manche Konflikte können die Charaktere erst in dieser Geschichte wirklich auflösen. Darin liegt eine der größten Stärken des Buches. Die aktuelle Handlung und die Bezüge zu „Shining“ werden so perfekt verwoben, dass beide Bücher danach eine Einheit bilden. Das gelingt, so absurd es klingt, gerade dadurch, dass „Doctor Sleep“ nicht den kalten Kaffee von damals aufwärmt, sondern eine komplett eigenständige Geschichte bietet. Diese Mischung aus Anknüpfung und Eigenständigkeit hat mich total begeistert.
„Doctor Sleep“ beantwortet die Frage, was eigentlich aus dem kleinen Jungen geworden ist, der damals so schreckliches im Hotel Overlook erlebte. Gleichzeitig werden faszinierende neue Charaktere vorgestellt, welche mir alle sehr ans Herz gewachsen sind (selbst "die Bösen"). Stephen King hat es für mich mal wieder geschafft sie alle echt wirken zu lassen.
Ich kann nicht anders: 5 von 5 Leseratten von mir für „Doctor Sleep“. Vom Cover bis zum letzten Satz hat mich dieses Buch komplett begeistert.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Rezension: Haarmann von Peer Meter und Isabel Kreitz

Für mich gab es heute zu Halloween ganz besonderen Horror: neben schlimmen Rückenschmerzen hatte ich noch mit einer kaputten Autobremse zu kämpfen und verstecke mich jetzt vor den kleinen klingelnden Gespenstern, weil wir keine Süßigkeiten im Haus haben. Zu all dem Horror passt gut das Buch, das ich euch heute vorstellen möchte...
Als frischgebackene „Blogmutti“ habe ich endlich eine Ausrede vor mir selbst mal ein bisschen herum zu experimentieren. Ich probiere gern verschiedene Genres und Erzählformen aus, bisher hatte ich mich aber noch nicht an Graphic Novels herangewagt. Das wollte ich ändern. Als Erstling habe ich mir „Haarmann“ von Peer Meter und Isabel Kreitz ausgesucht.

„Haarmann“ von Peer Meter und Isabel Kreitz
Carlsen Verlag
176 Seiten
19,90 € (Hardcover)
Trailer zum Buch auf Youtube







Kurz nach dem zweiten Weltkrieg verschwinden in Hannover unzählige junge Männer, viele von ihnen waren auf der Durchreise und kamen nie an ihrem Ziel an. Als dann an den Ufern des Flusses Leine immer mehr menschliche Knochen gefunden werden ist schnell klar: ein Menschenschlächter treibt sein Unwesen in Hannover.
Friedrich Haarmann ist ein stadtbekannter Hehler, Kleinkrimineller und Homosexueller. Er saß schon mehrfach in der Psychiatrie und ihm wurde ein "unheilbarer angeborener Schwachsinn" diagnostiziert. Nun ist er wieder auf freiem Fuß und verdingt sich sogar als Spitzel der Polizei, er "ermittelt" im Schwulenmillieu der Stadt. Als in den Fällen der vermissten Jungen Haarmann ins Visier gerät wird dies daher von den zuständigen Behörden zuerst noch verworfen. Gegen die unschöne Wahrheit kann sich jedoch irgendwann keiner mehr wehren.
Zur Geschichte von „Haarmann“ ist nicht viel zu sagen. Das Buch basiert auf einem wahren Kriminalfall und erzählt diesen geradlinig und anschaulich. Der Einstieg in die Erzählung wird über die gefundenen Knochen am Flussufer der Leine und die Mutmaßungen der Anwohner gesetzt. Einen schönen Bogen spannt dazu das Ende des Buches das ein Reim des „Haarman-Liedes“ bildet. Dieser Reim wurde damals von der Bevölkerung aus einem beliebten Opernlied umgereimt: „Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt Haarmann auch zu dir, mit dem kleinen Hackebeilchen, macht er Schabefleisch aus dir.“ Die Mutmaßungen und Gespräche der Bevölkerung haben einen großen Anteil im Buch und es war spannend zu verfolgen wie sich diese Gespräche entwickeln.
Die Stimmung im Buch ist durch die detaillierten aber sehr dunklen Schwarzweißzeichnungen passend zur düsteren Geschichte. Alles bekommt einen leicht „schmutzigen“ und dunklen Hauch und hat dadurch das Flair eines alten Schwarzweißfilmes. Das hat wunderbar zur Geschichte gepasst. Auch die Reihenfolge der Bilder hat zum Teil den Eindruck eines Filmes gemacht. Denn neben vielen Abschnitten mit vielen Textpassagen und langen Dialogen gab es tolle Szenenbilder, welche die Geschichte untermalt haben.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, nach der Geschichte wurde in einem separaten Kapitel noch einiges an Informationen zum Fall Haarmann geliefert was die Graphic Novel dann endgültig abgerundet hat. Schöner hätte ich es gefunden, wenn diese Informationen etwas mehr in die Handlung mit eingewoben worden wären. So wie die Mutmaßungen der Bevölkerung hätten sie dort die Geschichte gut ergänzt. Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Leseratten.


Manchmal ist der wahre Horror schrecklicher als jede erdachte Geschichte.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Rezension: Shining von Stephen King

Eigentlich wollte ich ¨Shining¨ nur so für mich lesen, weil ich Stephen King mag und mich auf die Neuerscheinung von ¨Doctor Sleep¨ vorbereiten wollte. Dann hat mich Susi freundlich darauf hingewiesen, dass ich nicht über eine Woche anzeigen kann, dass ich im Moment Shining lese und dann nichts dazu sagen möchte... Also gut!

Es fällt mir übrigens sehr schwer Bücher von Stephen King richtig objektiv zu beurteilen. Ich mag seinen Schreibstil und vor allem seine Charaktere fast immer. Stephen King schafft es für mich wie kaum ein anderer Autor in seinen Geschichten eine sehr dichte Stimmung aufzubauen. Außerdem liegen seinen Büchern häufig so tolle Ideen zu Grunde, dass ich mich einfach dafür begeistern muss :-).

"Shining" von Stephen King
Bastei Lübbe
624 Seiten
9,99 € (Taschenbuch)









Die Handlung dieses Buches meinte ich aus dem gleichnamigen Film zu kennen: Jack Torrance wird engagiert um über den Winter das Hotel Overlook in den Bergen von Colorado als Hausmeister zu warten und zu pflegen. Zusammen mit seiner Frau Wendy und seinem Sohn Danny will er den Winter eingeschneit in dem geschichtsträchtigen Hotel verbringen. Für Jack ist dies eine wichtige Chance. Er war ein schwerer Trinker, erfolgloser Autor und verlor seinen Job an einer Universität. Um seinen Entzug zu bewältigen, sich wieder dem Schreiben widmen zu können und zu sich selbst zu finden scheint ihm die Arbeit in den abgeschiedenen Bergen ideal. Während des Aufenthaltes dort erlebt die Familie jedoch eine Vielzahl seltsamer Begegnungen und vor allem für den hellsichtigen Sohn Danny nimmt dies schnell bedrohliche Formen an.
Ich bin froh, dass ich das Buch nun endlich doch gelesen habe. Der Film wird der Tiefgründigkeit der Handlung nicht annähernd gerecht. Im Buch stehen die sozialen Probleme der Familie wesentlich stärker im Vordergrund und das Gefühlsleben der Personen macht erst die einzigartige Atmosphäre der Geschichte komplett. Viele innere Konflikte gerade von Jack und seinem Sohn Danny konnten im Film nicht in der Intensität dargestellt werden. Das Buch liefert das perfekte Abbild einer problembehafteten Familie, in der jeder Charakter seine eigenen emotionalen Lasten tragen muss.
Der Anteil des Horrors und der furchtbaren Geschehenisse kommen dabei aber bei Weitem nicht zu kurz, das Buch hat mich beim Lesen wirklich sehr mitgenommen und steht dem Film in Spannung kaum nach.

Richtig negativ aufgefallen ist mir leider die Qualität meiner vorliegenden Ausgabe. Zwar ist die Auflage recht neu (August 2012), trotzdem strotzt der Text vor Tippfehlern, Schreibfehlern und überflüssigen Satzzeichen. Normalerweise fallen mir Fehler in Büchern kaum auf und wenn ich mal einen finde stört er mich nicht weiter. In diesem Buch trat das Ganze aber doch sehr gehäuft auf und hat den Lesefluss zum Teil gestört (gerade wenn ähnlich klingende Worte vertauscht wurden und der Satz dann keinen Sinn mehr ergibt).

Ich habe ein bisschen mit mir ringen müssen, wie ich das Buch nun bewerte. Da es mir inhaltlich sehr gut gefallen hat, mich aber nicht so vom Hocker gerissen hat wie andere Werke von Stephen King wären das 4 von 5 Leseratten.
Die vorliegende Ausgabe hat den Lesespaß leider an einigen Stellen gemindert und würde die Bewertung nocheinmal leicht senken. Da das der Geschichte nicht gerecht wird, würde ich daher Lesern, die solche Fehler stören, ans Herz legen vielleicht eine andere, weniger fehlerhafte Version zu kaufen. Es bleibt daher bei nicht ganz objektiven 4 von 5 Leseratten.