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Donnerstag, 11. September 2014

Rezension: Priscilla. Von Liebe und Überleben in stürmischen Zeiten von Nicholas Shakespeare

Susi hat mich mit „Madame Hemingway“ auf den Geschmack gebracht. Seitdem halte ich immer die Augen offen und suche nach guten, belletristisch aufbereiteten Biografien. Also Büchern, die das Leben eines Menschen nicht nur in Fakten erfassen, sondern auch die Geschichte eines Lebens erzählen.
Über „Priscilla“ bin ich beim Stöbern in der Mittagspause gestolpert. Beim Recherchieren habe ich mich dann gewundert, dass so gut wie keine Rezension zu diesem Buch zu finden war. Jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, wundert mich das umso mehr.

„Priscilla. Von Liebe und Überleben in stürmischen Zeiten“ von Nicholas Shakespeare
512 Seiten
22,99 € (Hardcover)








Nicholas Shakespeare lernte als kleiner Junge seine Tante Priscilla kennen. Sie war eine zurückgezogene, irgendwie geheimnisvolle Frau. Nach ihrem Tod erfuhr der Autor, dass auch für seine Mutter die eigene Schwester lange Zeit ein Geheimnis war. Er beschließt Nachforschungen über Priscillas Leben anzustellen, dabei kommt ihm eine Kiste voll Tagebücher, Briefe und Notizen zu Hilfe, die in Priscillas Nachlass gefunden wird. Priscilla selbst wollte ein Leben lang ihre Biografie niederschreiben und veröffentlichen, dies gelang ihr leider nie. Nicholas Shakespeare erfüllt seiner Tante nun postum diesen Wunsch. Zu Erzählen hatte Priscilla genug, das Leben der jungen Frau vor dem zweiten Weltkrieg und auch während der Zeit im besetzten Paris ist von vielen Hochs und Tiefs geprägt.
Obwohl der Autor seine Tante nur in jungen Jahren kennenlernte und zu ihren Lebzeiten nicht viel über sie erfuhr, ist diese Biografie voll Herz und Wärme geschrieben. Priscilla wird nicht als Heldin verklärt, sondern auch ihre Fehltritte und Schwächen werden besprochen, aber die Geschichte die er erzählt, lässt das Bild einer facettenreichen und empfindsamen Frau entstehen. Die vielen authentischen Dokumente, die in diese Biografie eingearbeitet wurden, lassen dabei das Gefühl aufkommen, dass Priscilla selbst zu Wort kommt. Und das ist auch tatsächlich häufig der Fall. Der Autor hat Teile von Priscillas selbst verfassten Erinnerungen wunderbar in seine Erzählung eingewoben und schafft dadurch einen noch direkteren Bezug zu seiner Tante. Diese fand gegen Ende ihres Lebens Trost im Schreiben.

„Nur im Geheimen, in ihrem Zimmer, versuchte Priscilla, ihr Leben in Ordnung zu bringen, indem sie das Geschehene aufzeichnete. Es war ein Akt der Selbstbestätigung, eine Form, zu sagen: ‚Ich bin noch da, ich bin nicht verschwunden!‘“ S. 449

Obwohl es die Biografie einer ganz normalen Frau ist, kommen viele Verbindungen zu schillernden Persönlichkeiten der damaligen Zeit zum Vorschein und haben mich ganz schön ins Schwärmen gebracht. Von Sugar Ray Robinson über Alfred Hitchcock haben Priscilla und ihre Freunde weitreichende Verbindungen.
Später kommen auch weniger glorreiche Kontakte zu bedeutenden Nazis dazu, aber auch das ist nun mal Teil ihres Lebens. Diese Abschnitte waren für mich besonders spannend. Das Leben der Frauen im besetzten Frankreich und generell das Leben der jungen Frauen zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges wird sonst wenig besprochen, bekommt aber in diesem Buch ein plastisches Gesicht. Welche Verbindungen Priscilla einging, um ihr Überleben zu sichern, oder auch weil sie sich nicht gegen Liebe wehren konnte (oder wollte), ist spannend zu erfahren.
Die vielen Fotos von Priscilla haben mich zusätzlich ins Herz getroffen. Auf den Fotos ist eine junge, hübsche Frau zu sehen, die einen über die Zeit hinweg direkt anzusehen scheint. Die vielen Verehrer, die sie während ihres Lebens verzauberte, kann man gut verstehen.
 
Obwohl die Jahre des zweiten Weltkriegs besonders thematisiert werden ist „Priscilla“ kein Buch über den Krieg. Es geht vor allem um Liebe und Treue, um die Suche nach Glück und die vielen kleinen und großen Entscheidungen, die am Ende ein Leben ausmachen.
Ich kann „Priscilla“ nur jedem ans Herz legen. Diese Biografie hat mich bewegt, wie keine andere zuvor und ich bin froh, dass Priscilla all die Dokumente ihres Lebens aufbewahrte und Nicholas Shakespeare sie nutzte, um Geschichte seiner Tante zu erzählen.

„Auf Boisgrimot hatte Priscilla gehört, wie ihr Vater im Radio erklärte, man dürfe niemals Briefe und Tagebücher vernichten, auch wenn sie vielleicht nur Klatsch und Tratsch enthielten: ‚Sie können unbezahlbar sein, unvergängliche Zeugnisse menschlichen Muts in Zeiten allgemeiner Mutlosigkeit.‘“ S. 418

Ich vergebe 5 von 5 Leseratten und einen Platz in meiner persönlichen Top-20-Liste.


Das Buch in einem Tweet: "Priscilla" zeigt eine junge Frau, die wir mit all ihren Fehlern aber auch Stärken kennenlernen. Die Biografie berührt, fesselt, fasziniert.

Sonntag, 7. September 2014

Rezension: Jetzt spricht Dylan Mint und Mr. Dog hält die Klappe von Brian Conaghan

Auf der Liste meiner Bücher mit den verrücktesten Titeln rangiert „Jetzt spricht Dylan Mint und Mr. Dog hält die Klappe“ schon ganz weit vorn, aber auch in Sachen Humor und Charaktere ist das Buch nicht von schlechten Eltern.

„Jetzt spricht Dylan Mint und Mr. Dog hält die Klappe“ von Brian Conaghan
352 Seiten
19,99 € (Hardcover)








Dylan Mint ist sechzehn Jahre alt, als er erfährt, dass er nur noch 6 Monate zu leben hat. Als würde es nicht reichen, dass er an Tourette erkrankt ist (Mr. Dog nennt er dieses wilde Brüllen, das manchmal aus ihm heraus bricht) und an eine echt uncoole Schule geht. Da hilft es auch nicht, dass er den ziemlich besten Kumpel Amir und eine echt coole Mum hat. Dylan schreibt sich eine Liste mit Dingen, die er noch unbedingt erledigen möchte bevor er stirbt, wie „Sex mit einem echten Mädchen haben“ und „einen neuen besten Kumpel für Amir finden“. Diese Dinge funktionieren dann mehr oder weniger gut, aber auch sonst erlebt Dylan eine turbulente Zeit.

„Jetzt spricht Dylan Mit und Mr. Dog hält die Klappe“ ist ein Buch, dass eine so geniale Einheit aus Thema, Inhalt und Sprache schafft, dass man es einfach als Gesamtkunstwerk bezeichnen kann.
Dylan Mint erzählt die Geschichte aus seiner Sicht und hat dabei vom Autor eine ganz besondere Stimme verpasst bekommen. Die Erzählung wird von Reimen, Aufzählungen und Wortspielen aufgelockert und so ist es gar nicht mehr so ungewöhnlich, wenn sich Mr. Dog auch mal kurz zu Wort meldet. Dieser Erzählstil hat bei mir dafür gesorgt, dass ich das Buch geradezu verschlungen habe und es nie langweilig wirkte. Manchmal ist Dylans „Jugendsprache“ vielleicht ein bisschen übertrieben grob und hat mich persönlich nicht so angesprochen, aber zum Charakter und seiner Entwicklung hat es doch einfach gepasst. Dylan will cool sein (oder werden) und da muss man es auch verbal mal krachen lassen.
Die Handlung ist insgesamt vielleicht nicht spektakulär, aber unterhaltsam und so herrlich skurril. Mich hat besonders gefreut, dass es bei allem nie irgendwie um Mitleid ging. Dylan hat zwar so seine Probleme, aber die gibt es eben auch neben seiner Krankheit. Die Schule ist wirklich uncool, sein Kumpel riecht „wie ein großer Topf Curry“ und bei Mädchen steht Dylan Anfangs nicht gut da. Vielleicht liegt es daran, dass der Autor selbst Tourette hat, die Krankheit wurde jedenfalls so toll als Teil von Dylans Persönlichkeit beschrieben, dass man verstanden hat wie anstrengend es sein kann, Mr. Dog in Zaum zu halten, aber es eben auch nur ein Teil seines Charakters war.
Das Buch versprüht einen ganz besonderen, irgendwie alltäglichen Humor und punktet dabei besonders durch seine Charaktere. Ob Dylans Kumpel Amir oder sein Schwarm Michelle. Alle haben so ihre Macken und „Schäden“. Sie wirken manchmal so schräg, dass es ein Touch zu viel sein müsste, es passt am Ende trotzdem! So wirkt auch Dylan manchmal zu naiv für sein Alter, ist aber dabei so sympathisch, dass man ihm fast alles verzeiht. Vor allem die Briefe an seinen Vater, die immer wieder einzelne Kapitel des Buches bilden, haben mich herzhaft lachen lassen.

Unterm Strich vergebe ich 4 von 5 Leseratten für „Jetzt spricht Dylan Mint und Mr. Dog hält die Klappe“, es gibt ein paar kleine Schwächen, aber die stehen harmlos da im Vergleich zu den Qualitäten des Buches. Wenn euch das Thema interessiert, unbedingt lesen!



Das Buch in einem Tweet: „Jetzt spricht Dylan Mit und Mr. Dog hält die Klappe“ ist ein Buch, dass eine geniale Einheit aus Thema, Inhalt und Sprache schafft.

Dienstag, 6. Mai 2014

Rezension: Das Mädchen mit dem Haifischherz von Jenni Fagan

„Das Mädchen mit dem Haifischherz“ von Jenni Fagan hat mich auf der Verlagsseite des Antje Kunstmann Verlags sofort angesprungen: dieser Titel ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe mich permanent gefragt, was sich dahinter verbirgt und musste das Buch einfach lesen. Nachdem wir es jetzt zum Welttag des Buches auch noch verlost haben, möchte ich euch endlich meinen Eindruck zu dieser Geschichte schildern.

„Das Mädchen mit dem Haifischherz“ von Jenni Fagan
320 Seiten
19,95 € (Hardcover)

Anais Hendricks ist fünfzehn, als ihr vorgeworfen wird eine Polizistin derart verprügelt zu haben, dass diese nun im Koma liegt. Für Anais beginnt dadurch eine wohlbekannte Prozedur: das Mädchen wird von der Polizei in das Gewahrsam eines neuen Heims gegeben. Im Panoptikum soll sie unter Kontrolle gebracht werden, bis ihr der Prozess gemacht wird. Anais ist ein Waisenkind und kennt die verschiedensten Stellen der staatlichen Fürsorge zur Genüge. Sie kennt Drogen und Gewalt. Eine Familie und Geborgenheit hat sie dagegen noch nicht kennen gelernt. Erst im Panoptikum mit seinen seltsamen Bewohnern findet Anais das erste Mal so etwas wie eine Familie.

Ich muss vorab sagen, dass ich mit völlig falschen Erwartungen an dieses Buch herangegangen bin. Eine etwas düstere Geschichte, abgründiges und harte Passagen hatte ich zwar vermutet, habe das Ganze jedoch als eine Art düsteres Jugendbuch gesehen. Ein Jugendbuch ist „Das Mädchen mit dem Haifischherz“ aber nun nicht wirklich. Die Sprache ist vulgär und ziemlich hart, manchmal brutal. Die Figuren stehen eigentlich durchgehend unter Drogen, alle sind ganz unten in der Gesellschaft angekommen und positive Entwicklungen schimmern nur ganz schwach durch eine ganze Menge Unrat.
Es hat eine Weile gedauert, bis ich mit Anais wirklich warm geworden bin. Fast ein Drittel des Buches hat mich die Hauptfigur und erzählende Stimme dieses Buches eher verschreckt. Anais hegt seltsame Thesen, laut denen sie Teil eines obszönen „Experiments“ ist. Vom Experiment fühlt sich Anais beobachtet und verfolgt. Erst spät bin ich dieser seltsamen Hauptfigur näher gekommen. Man merkt im Verlauf der Geschichte, dass in Anais auch ein weicher Kern steckt, ein eigentlich nur einsames Mädchen.
Für mich war es schließlich auch diese Thematik, die „Das Mädchen mit dem Haifischherz“ so besonders macht. Die Dramatik eines Lebens, das völlig ohne Wurzeln und Identität eigentlich von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, hat mich sehr beschäftigt. Anais und die anderen Bewohner des Panoptikums sind Opfer einer Gesellschaft, in der sie keinen Platz finden. Man erwartet Schlechtes von ihnen und behandelt sie auch so. Keines der Kinder hat wirklich eine Chance, sich aus dieser Rolle zu befreien. Ich glaube für dieses Thema musste die Autorin einfach auf die harte Sprache und krassen Beschreibungen zurückgreifen.
„Das Mädchen mit dem Haifischherz“ ist kein im klassischen Sinne spannendes Buch, auch kein Buch mit einer schön vorbereiteten „Moral“ oder Botschaft. Es ist aber ein Buch, das einen so schnell nicht mehr loslässt. Es ist weniger die Handlung, als die Figuren, die einen verfolgen.

Ich kann „Das Mädchen mit dem Haifischherz“ nicht bewerten. Ganz einfach weil es für fast alle „Noten“ gute Begründungen gäbe: ich könnte aus vollem Herzen 5 Ratten vergeben, weil mich die erstaunliche Entwicklung, die Anais im Buch macht, beeindruckt hat.
Ich könnte aus vollem Herzen 4 Ratten vergeben, weil mir die Stimmung des Buches zwar gefallen hat, das Ganze aber doch stellenweise zu hart war für mich war.
Ich könnte 3 Ratten vergeben, weil die Handlung zum Teil unstrukturiert und chaotisch wie Anais Gedanken wirkt und man sich als Leser darin verlieren kann....

Ich glaube alle, die Spaß an ungewöhnlichen Büchern haben und sich nicht an einer harten Sprache und Thematik stören, sollten sich einfach selbst ein Bild machen.

Freitag, 11. April 2014

Endlich wieder Sneak: Dom Hemingway

Heute poste ich im Auftrag von Susi. Sie ist unterwegs und hat mich gebeten ihre Sneak-Berichterstattung zu übernehmen. Das ist besonders gemein, da der Film bei mir nur eine vage Fassungslosigkeit hinterlassen hat und ich mich immer noch frage „Warum?“. Ich entschuldige mich also vorab, dass meine Analyse weniger treffend ist, als es die von Susi sicherlich wäre.

„Dom Hemingway“
FSK 16
Spiellänge: 94 Minuten
Dom Hemingway ist ein begnadeter Tresorknacker, trotzdem ging sein letzter Coup daneben. Weil er seine Auftraggeber nicht verraten wollte, landet er im Knast. 12 Jahre Haft hat er nun abgebüßt. Der Film beginnt als Dom gerade seine Haftstrafe abgesessen hat und zurück in die Freiheit kommt. Er möchte die verpassten Jahre wieder aufholen: dazu gehören Alkohol, Drogen und natürlich Frauen. Um all das zu finanzieren versucht er sich von seinem ehemaligen Auftraggeber eine rechtmäßige Bezahlung abzuholen. Auch privat räumt Dom Hemingway auf, er versucht seiner Tochter näher zu kommen, der er nie ein guter Vater war.

An sich klingt das alles gar nicht so schlecht und in „Dom Hemingway“ gab es auch einige wirklich komische Szenen. Richtig inspirierend und literarisch war dann aber doch nur der Titel des Films. Leider haben mich einfach die ersten 5 Minuten schon zu sehr verwirrt. Da steht Dom Hemingway, zu sehen in einer tollen Nahaufnahme, im Gefängnisbad und hält eine epische Rede auf seine primären Geschlechtsmerkmale. Das setzt ganz neue Maßstäbe im „Dirty Talk“ und hat mir nicht so richtig gesagt um was es in dem Film gehen wird.
Insgesamt kann ich das auch heute noch nicht ganz erklären. Wenn es eine Sozialstudie der britischen Gesellschaft ist, dann hat diese sich nicht sonderlich positiv oder facettenreich dargestellt. Interessant war, dass viele Szenen eine theaterartige Wirkung auf uns hatten. Dom Hemingway, sein Freund Dickie und Mr. Fontaine sein ehemaliger Auftraggeber stehen in einem skurril ausgestatteten Kaminzimmer und beschimpfen sich mit literarischer Qualität. Die Gespräche wirken so geziert und die Personen so statisch „hingestellt“, dass wir uns sofort fühlten wie in einem kleinen modernen Theater.

„Dom Hemingway“ ist kein Film den man gesehen haben muss, dürfte aber Freunden skurriler Geschichten Spaß machen. Im Vergleich hat uns aber „Drecksau“ doch deutlich besser gefallen. „Drecksau“ geht zwar in eine sehr ähnliche Richtung, hatte aber doch noch mehr Vielfalt in der Handlung zu bieten.
Der Sneak-O-Mat schwankte zwischen mittelmäßig bis gut, wir schwanken eher von mittelmäßig bis schlecht. Wir vergeben 2 von 5 Kinoratten für „Dom Hemingway“.

Sonntag, 30. März 2014

Rezension: Die dreizehnte Geschichte von Diane Setterfield

Mein Challenge-Buch #3 war (ungeahnt) eine wirkliche Herausforderung. Ich habe fast nicht mehr daran geglaubt, konnte es nun aber auch noch pünktlich im März beenden.

„Die dreizehnte Geschichte“ von Diane Setterfield
528 Seiten
9,99 € Taschenbuch








Vida Winter ist die beliebteste Autorin Englands, Millionen kennen und lieben ihre Geschichten, doch keiner kennt Vida Winter wirklich. Fragen nach ihrem Leben beantwortet die Autorin immer mit anderen ausgedachten, abenteuerlichen Geschichten und drückt sich so um die Wahrheit. Als Vida spürt, dass sich ihr Lebensabend nähert lädt sie die junge Biografin Margaret auf ihr Anwesen ein, um ihr eine unglaubliche Lebensgeschichte anzuvertrauen.

Dieses Buch hat mich anfangs sehr angesprochen, Bücher rund um Autoren und buchverrückte Menschen haben ihren ganz eigenen Reiz. Dazu noch düstere Geschichten und Geheimnisse. Eigentlich bin ich bei sowas sofort dabei. Leider war meine ursprüngliche Freude schnell verebbt. Die Beschreibungen im Buch sind willkürlich in die Länge gezogen ohne wirklich zu einer stimmigen Atmosphäre beizutragen. Auch die Gedankengänge der Protagonistin, der jungen Biografin, sind häufig nur langatmig und gezwungen „mysteriös“ gestaltet, ohne den Leser wirklich näher an sie heran zu bringen.
Spannend fand ich den Ansatz die Geschichte mit Bezügen zu den literarischen Werken der Bronte-Schwestern zu versehen. Gerade „Jane Eyre“ ist eines meiner Lieblingsbücher, diese Einschübe wirkten auf mich jedoch leider sehr erzwungen und eher willkürlich gesetzt, als wirklich durchgängig in die Geschichte eingebaut.
Das „Zwillings-Thema“ im Buch hatte anfangs auch noch seinen Reiz, die Vorstellung einer so engen und intimen Bindung zwischen Geschwistern, dass die Verbindung nie abreißen kann hat schon für sich genommen etwas Magisches. Diesen ganz natürlichen Zauber hat die Autorin aber durch viele Klischees und manche wirklich störende Passagen Stück für Stück in den Hintergrund gedrängt.

Bei „Die dreizehnte Geschichte“ fallen mir einige gute Aspekte ein, die leider Stück für Stück alle in einem „Aber“ enden. Ähnlich ging es auch meiner Begeisterung das Buch zu beenden, ich habe es mehrmals beiseite gelegt und erst andere Bücher gelesen. Leider wurden die Details der Geschichte dadurch auch schon von anderen (besseren) Büchern in den Hintergrund gedrängt.

Unterm Strich habe ich zwar schon schlechtere Bücher gelesen, hatte mir bei dem tollen Ansatz jedoch deutlich mehr erhofft: 2 von 5 Leseratten, weil ich glaube, dass Leser die sich in diesem etwas bemühten Schreibstil besser zu Hause finden auch die Geschichte besser genießen können als ich.

Samstag, 15. Februar 2014

Rezension: Honig von Ian McEwan

Gestern, am Tag der Blumenhä... also an Valentinstag, hing wohl bei Einigen gehörig Liebe in der Luft. Passend dazu möchte ich euch heute "Honig" von Ian McEwan vorstellen. Ein Buch voll Liebe, Spannung und Literatur!
Und mit einem McEwan kann man ja sowieso nichts falsch machen. "Honig“ von Ian McEwan habe ich mir einfach blind in der Bibliothek vorbestellt. Ich habe schon „Abbitte“, „Solar“ und „Der Zementgarten“ von Ian McEwan gelesen und gerade die ersten Beiden gehören zu meinen Lieblingsbüchern. Klar, dass ich also auch das neue Buch dieses Autors unbedingt lesen wollte.

„Honig“ von Ian McEwan
Diogenes Verlag
448 Seiten
22,90 € (Hardcover)









Serena Frome ist ein Mädchen aus gutem Haus. Ihr Vater ist Pastor, die Mutter auf die gute Bildung ihrer Töchter erpicht. Statt, wie es ihrer Leidenschaft entsprechen würde, Literatur zu studieren studiert Serena auf Drängen der Mutter Mathematik, zieht nach London und landet schließlich (über Umwege) beim MI5, dem britischen Geheimdienst. Dort wird sie wegen ihrer Leidenschaft für Literatur für einen ganz besonderen Auftrag ausgewählt: Operation „Honig“. Ein Vorhaben, das den kalten Krieg mit Mitteln der Kunst und Kultur voranbringen soll.

„Honig“ ist ein Buch, das man dreimal lesen muss. Einmal, um das große Ganze aufzunehmen, noch einmal, um den historischen Hintergrund ganz zu verstehen und alles richtig einzuordnen und am Schluss, um alle literarischen Anspielungen, Querverweise und alle genannten Werke mitzukriegen.
Ich gebe zu, dass mich Geschichte zwar sehr interessiert, ich aber ein unheimlich schlechtes Gedächtnis habe. Viele historische Details und zeitliche Abläufe kann ich mir beim besten Willen nicht merken, muss also immer nochmal nachschlagen. Da mich diesmal die Geschichte um Serena, ihre Liebschaften und ihr brisanter Auftrag so mitgenommen haben ist die Recherche zum historischen Hintergrund wirklich zu kurz gekommen. Das könnte ich dann wohl erst beim zweiten Lesen noch ganz aufnehmen. Spannend war es aber allemal. Geheimdienste, die sich Autoren und Künstler zu Nutze machen um die Regierung zu unterstützen oder eben den Feind schlecht aussehen zu lassen, eine seltsame und doch nicht weltfremde Vorstellung.
Trotz der politisch, historisch schweren Rahmenhandlung ist „Honig“ vor allem eins: spannend. Ich wollte unbedingt Wissen wo der Autor mit all dem hin will und wie Serenas innere Konflikte gelöst werden, dass sich ihre Probleme nicht einfach in Luft auflösen würden war abzusehen und es hat mich gefreut, dass diese Konflikte wirklich bis zum Ende ausgearbeitet wurden. Die Handlung baut sich ganz ruhig und undramatisch auf und trotzdem habe ich immer mehr das Gefühl bekommen, dass mir etwas entgangen ist, dass gleich irgendetwas Großes passieren wird. Am Ende ist das natürlich auch passiert...
„Honig“ hat mich begeistert, aber zugegebenermaßen nicht so sehr wie zum Beispiel „Solar“. Das lag unter anderem daran, dass ich zwar die Hauptprotagonistin Serena sehr sympathisch, ihren Liebhaber Tom aber unheimlich anstrengend fand. Serena ist intelligent und trotzdem ein bisschen naiv, sie wirkte nachdenklich und leidenschaftlich. Einfach ein faszinierender Charakter! Ihr Liebhaber hingegen wirkte die ganze Zeit nur eingebildet und überheblich, ein Intellektueller Schnösel, der sich selbst ziemlich wichtig nimmt. Ein seltsames Paar, bei dem ich mich sich ständig fragte, was sie an ihm finden mag.
Insgesamt hat mich "Honig" aber mal wieder fasziniert. Ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass bei Ian McEwan jedes Buch ein Gesamtkunstwerk ist. Kein Gespräch scheint zufällig platziert und der Inhalt und die Form der Romane verbinden sich am Ende perfekt zu einem großen Ganzen. Dass mir der detaillreiche Schreibstil, der trotzdem so kurzweilig wirkt, gefällt brauche ich fast nicht zu erwähnen.

„Honig“ bekommt von mir 4 von 5 Leseratten, denn zwar hat mich das Buch nicht ganz so absolut mitgerissen, wie die anderen Bücher des Autors, aber es bot eine Menge Spannung und Liebe und das Thema war perfekt für mich.

Sonntag, 2. Februar 2014

Rezension: Wiedersehen in Hannesford Court von Martin Davies

Ein Buch meiner Weihnachts-Bestellung war „Wiedersehen in Hannesford Court“ von Martin Davies. Auf dieses Buch war ich im Adventskalender des dtv Verlags aufmerksam geworden und musste es unbedingt lesen. An sich wäre es eine perfekte Weihnachts-Lektüre gewesen, hat sich aber auch im Januar ganz gut geschlagen. Ein bisschen hin und her gerissen bin ich dann unterm Strich aber doch.

„Wiedersehen in Hannesford Court“ von Martin Davies
dtv Verlag
336 Seiten
14,90 € (Klappbroschur)








Tom Allen kommt nach seiner Zeit an der Front im Jahr 1919 das erste Mal wieder nach Hannesford Court, dem Landsitz der Familie Stansbury. Vor Ausbruch des ersten Weltkrieges hat er hier mit seinen Freunden (den Kindern der Familie und deren Clique) eine fröhliche und übermütige Zeit verbracht. Hinter der unbeschwerten Fassade schienen sich jedoch schon vor dem Krieg mehr zu verbergen, als Tom ahnte. Während des letzten Balles in Hannesford Court erlitt einer der Gäste einen Herzinfarkt. Der Sohn des Gastes erhielt kurz vor seinem Tod einen seltsamen Brief von dem alten Herren in dem er berichtete, dass er „Schreckliches“ in Hannesford Court beobachtete. Tom Allen versucht nun den Geschehnissen auf den Grund zu gehen.
Die Geschichte von „Wiedersehen in Hannesford Court“ ist etwas umständlich nachzuerzählen und braucht auch im Buch eine Weile, bevor sie Fahrt aufnimmt. Die ersten Kapitel waren recht zäh und ich habe mich gefragt, ob ich richtig in die Geschichte reinkommen würde. Nach ungefähr dem ersten Drittel des Buches war ich dann komplett in Hannesford Court mit seinem gesellschaftlichen Leben, den Intrigen und persönlichen Zerwürfnissen abgetaucht.
Die Sprache ist sehr detailliert und voll schöner Beschreibungen und passt zur feinen Gesellschaft in der die Handlung stattfindet. Die Abschnitte der Handlung, in denen Tom Allen mittels Gesprächen und eigenen Nachforschungen den Geheimnissen in Hannesford Court nachgeht haben für mich den eigentlichen Charme des Buches ausgemacht. Der Protagonist ist unheimlich sympathisch und trotzdem nicht makellos, seine Zeit während des Krieges beschäftigt ihn wie so viele andere junge Männer seiner Generation. Die so auftretende Kluft zwischen der oberflächlichen Gesellschaft und dem Protagonisten, der diesen schönen Schein hinterfragen möchte, war sehr interessant.
Richtig vom Hocker gehauen hat mich das Buch dann leider unterm Strich trotzdem nicht. Nach dem zähen Start hatte es zwar einen spannenden Mittelteil und ein interessantes Ende zu bieten, war jedoch kein Buch, das mit ganz neuen Ideen daherkommt.
Es fällt mir schwer dieses Buch gerecht zu bewerten, es ist ganz sicher kein schlechtes Buch, aber auch nicht so gut wie andere der mit 4-Ratten bewerteten Bücher. Eine mittelmäßige 3-Ratten-Bewertung ist eigentlich auch wiederum fast zu schlecht für „Wiedersehen in Hannesford Court“… trotzdem vergebe ich 3 von 5 Leseratten (mit Tendenz nach Oben) für diese Geschichte.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Rezension: Knochenhaus von Elly Griffiths

Krimi und Thriller gehören für mich zum Winter wie Lebkuchen und Spekulatius. Das hat weniger mit den Themen, als mit der düsteren und schaurigen Atmosphäre zu tun. Sowas liest sich einfach schöner, wenn es draußen dunkel oder trüb ist und man es drinnen schön warm hat. Zuletzt habe ich also „Knochenhaus“ von Elly Griffiths gelesen.

„Knochenhaus“ von Elly Griffiths
rororo Verlag
352 Seiten
9,99 € (Taschenbuch)










Auf einer Baustelle in Norfolk werden bei Ausgrabungsarbeiten die Knochen eines Kindes entdeckt. Da das Grundstück schon einige historische Ausgrabungsstellen aufweist und dort sowohl ein alter Friedhof als auch Römerfunde bekannt sind, wird die Archäologin Dr. Ruth Galloway zu diesem Fall gerufen. Man Vermutet, dass diese Knochen noch aus römischer Zeit stammen. Viele Funde auf dem Grundstück deuten auf römische Opferungen hin, jedoch müssen auch noch einige Schichten Dreck abgetragen werden, ehe die ganze Wahrheit ans Licht kommt.
Dieser Krimi rund um die Archäologin Ruth Galloway und den Ermittler Harry Nelson bietet eine dichte Atmosphäre und eine interessante Thematik. Es gibt Einschübe über verschiedene Aspekte römischer Mythologie und verschiedener Götterkulte. Diese Themen haben mir besonders gut gefallen und die düstere Stimmung des Buches unterstrichen. Schön ist, dass trotz dieser Teilaspekte die Handlung nie zu weit abschweift oder man das Gefühl hat die Autorin würde sich in Nebensächlichkeiten verlieren.
Schön gelungen fand ich außerdem den Erzählstil mit einem tollen Spannungsbogen. Die Handlung wechselt zwischen der Archäologin und dem Ermittler und immer wenn es gerade richtig spannend ist... wechselt die Perspektive. Das kann manchmal störend wirken, hier fand ich diese Lösung äußerst gelungen. Denn obwohl ich (mal wieder) recht früh erahnen konnte, in welche Richtung sich die Funde auf diesem mysteriösen Grundstück entwickeln, konnte ich das Buch trotzdem nicht aus der Hand legen. Viele spannende Wendungen und Enthüllungen der Geschichte kamen genau zum richtigen Zeitpunkt, um den Drang weiter zu lesen immer weiter anzuheizen. Wirklich super!
Nicht so schön fand ich die häufigen Bezüge zu einem vorhergehenden Buch der Autorin. Ich habe mir „Knochenhaus“ mehr aus einer Laune heraus bestellt und wusste nicht, dass es nicht der erste Fall der Archäologin und des Ermittlers ist. Gerade zu Beginn der Geschichte wurde dann aber doch recht häufig Bezug genommen zum Vorgänger und mich hat das ziemlich gestört. Die eigentlich Handlung ist dann aber in sich geschlossen und man braucht den Vorgänger nicht um die Geschichte genießen/ verstehen zu können.
Unterm Strich mochte ich „Knochenhaus“ gern, es ist kein überragender Krimi den ich so noch nie gesehen habe aber eine packend geschriebene Geschichte mit einer tollen Thematik und sympathischen Charakteren. Ich vergebe diesmal 4 von 5 krimibegeisterten Leseratten.

Freitag, 15. November 2013

Rezension: Bob, der Streuner von James Bowen

Nach einem ziemlich miesen Mittwoch und einer verpassten Sneak hat mir mein Mann als kleines Trostpflaster „Bob, der Streuner“ von James Bowen mitgebracht (da bin ich schon länger drum herum geschlichen). Die letzten beiden Abende war dies für mich ein nettes kleines Buch zwischendurch und eine große Aufheiterung.

„Bob, der Streuner - Die Katze, die mein Leben veränderte“ von James Bowen
Bastei Lübbe
256 Seiten
8,99 € (Taschenbuch)







James Bowen ist ganz unten angekommen, als er in seinem Hausflur einem kleinen ausgehungerten Kater begegnet. James lebt in einer Sozialwohnung, treibt sich aber hauptsächlich auf der Straße herum und verdient sich mit Straßenmusik ein bisschen Geld dazu. Er kämpft mit dem Heroinentzug und ist mit seinem Leben eigentlich überfordert. Zu diesem Zeitpunkt tritt Bob in sein Leben. James sieht, dass dem kleinen Kater dringend geholfen werden muss und nimmt ihn zu sich. Damit muss James das erste Mal in seinem Leben Verantwortung übernehmen und kämpft sich dadurch, gemeinsam mit Bob, zurück ins Leben.
Über dieses Buch wurde viel gesprochen. In einigen Nachrichtensendungen wurde über den Straßenmusiker mit seinem charismatischen Kater berichtet und mich hat diese Geschichte sehr gefreut. Die Geschichte von James und Bob ist nämlich kein großes Kino, sondern eine dieser kleinen, schönen und vor allem echten Fügungen die das Leben so schreibt. Das merkt man dem Buch auch an. Es ist in einem ziemlich holperigen Stil geschrieben und erzählt ganz einfach die Geschichte dieser beiden Freunde. Manchmal wirkt die Erzählweise etwas unstrukturiert und die Erlebnisse gehen an einigen Stellen nicht so gut ineinander über. Trotzdem liest sich das Buch flüssig und man hat das Gefühl James würde direkt von seinen Erlebnissen berichten. Für diese Art von Geschichte passt der Stil also einfach.
Wenn man nie mit Katzen zu tun hatte klingen manche Erlebnisse die James beschreibt vielleicht unglaubwürdig. Aber selbst wenn man selbst schon einiges mit den Samtpfoten erlebt hat merkt man, dass Bob eine ganz besondere Katze sein muss. Ich habe während des Lesens immer an unseren alten Kater gedacht, der leider schon im Katzenhimmel weilt, und vermutlich kennt jeder Katzenbesitzer unzählige eigene besondere Momente mit seinem Stubentiger.
Über dieses Buch möchte ich gar keine langen Worte machen, es ist eine nette Lektüre für Katzenfreunde, eine Liebeserklärung an Katzen und ein Buch das Mut macht, wegen der Geschichte aus der es hervorgegangen ist. Normalerweise würde ich jetzt noch über den Schreibstil und die Geschichte nachdenken, aber in diesem Fall wird das dem Ziel des Buches nicht gerecht. Daher kurz und gut 4 von 5 Leseratten.

Samstag, 26. Oktober 2013

Filmrezension: Victoria die junge Königin

In Vorbereitung zu meinem London Trip habe ich mir "Victoria die junge Königin" angesehen, um mich ein bisschen in die englische Geschichte einzufühlen, die in Großbritanniens Hauptstadt allgegenwärtig ist und war überrascht von der emotionalen Tiefe des Films. 


Spiellänge: 100 Minuten
Produktionsjahr: 2009

6,97 € (DVD) bzw. 8,97 € (Blu-ray)









Wenn ich an Königin Victoria denke, habe ich immer das Bild von ihr als alter Frau vor mir. Ich kannte die Geschichte von ihr und ihrem Mann Albert bereits und dass ihre Liebe so groß war, dass sie, obwohl sie ihn fast 40 Jahre überlebte, bis zu ihrem Lebensende um ihn trauerte. Und ich kenne natürlich den in Stein gehauenen Liebesbeweis: Die Royal Albert Hall. Dennoch konnte der Film mir eine ganz neue Sichtweise eröffnen.

Der Film beginnt kurze Zeit vor der Thronbesteigung von Königin Victoria. Es fällt einem am Anfang sehr schwer zu folgen, da man die Machtverhältnisse und die zahlreichen damit verbundenen Personen nur präsentiert und nicht weiter erläutert bekommt. Es war dennoch möglich.

Sehr schnell tritt Albert in ihr Leben, denn eigentlich sollte er nur aus machtpolitischen Gründen, um den Einfluss seiner adligen Familie zu stärken, um ihr Herz werben. Bald stellen die beiden aber fest, dass sie unabhängig davon sich sehr ähnlich sind und es entsteht zunächst eine innige Briefbeziehung zwischen den beiden.

Der Film zeigt in wunderbarer Weise diese besondere und tiefe Beziehung und man fiebert mit, wann sie endlich zueinander finden werden: Sie will zum einen nicht so schnell wieder unter den Einfluss von jemandem geraten, denn ihr ganzes bisheriges Leben wurde sie von ihrer Mutter und John Conroy, einem Adligen, der hoffte über sie indirekt Macht ausüben zu können, unterdrückt. Er konnte zum anderen aufgrund ihrer hohen Stellung ihr selber keinen Antrag machen.

Ich bin so froh, dass diese wunderschöne Liebesgeschichte mit Emily Blunt und  Rupert Friend junge Gesichter bekommen hat und so herzergreifend und dennoch - historisch wertvoll möchte ich es mal nennen - umgesetzt worden ist. Der Film ist vielleicht keine Ansammlung von geschichtlichen Fakten und Details, aber dennoch gut recherchiert und gleichzeitig unfassbar romantisch. Ein Muss für alle, die während Filmen gerne laut aufseuzen.

Für diesen wunderbaren Film, der sowohl Geschichte als auch Romantik vereint und dabei so leicht ist, dass man ihn immer wieder sehen kann, vergebe ich vier von fünf Kinoratten. Und eine besondere Empfehlung für alle Großbritannienfans und Romantikliebhaber!