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Sonntag, 26. Januar 2014

Rezension: Und Gott sprach: wir müssen reden! von Hans Rath

Nicht nur, weil es mein 1. Challengebuch für dieses Jahr war, auch weil ich schon so unheimlich gespannt war, habe ich „Und Gott sprach: Wir müssen reden!“ unter meinem SUB hervorgezogen und direkt losgelegt. Weil es so toll geschrieben, so witzig und schön war, konnte ich es dann nicht mehr weglegen und hab es ganz schnell verschlungen. Während Susi noch mit Harold Fry pilgert, kann ich euch heute schonmal unser erstes Challengebuch vorstellen.


„Und Gott sprach: Wir müssen reden!“ von Hans Rath
Rororo Verlag
272 Seiten
8,99 € (Taschenbuch)









Jakob ist ein erfolgloser Psychotherapeut. Nach und nach sind ihm seine Patienten weggelaufen, der neue Mann seiner Exfrau bricht ihm aus Eifersucht die Nase und dann, völlig am Boden, trifft er im Krankenhaus auf Gott. Also besser, auf Abel Baumann, der sich für Gott hält und Jakob um eine Gesprächstherapie bittet. Da Jakob knapp bei Kasse ist und auch irgendwie nichts Besseres vor hat, willigt er ein.
Die Story klingt vielleicht ein bisschen platt und nach reinem Klamauk, aber Hans Rath schafft in „Und Gott sprach: Wir müssen reden!“ einen unglaublichen Spagat. Das Buch ist herrlich komisch und bringt einen immer wieder zum Lachen. Später dann stachelt es einen still und heimlich dazu an, über „Gott und die Welt“ nachzudenken. Einfach so, ohne lange philosophische Abhandlungen, einfach durch die simple Gesprächstherapie mit einem Menschen, der sich für Gott hält… oder es vielleicht ist?
Jakobs Gespräche mit Abel sind locker und leicht geschrieben, ohne große Hintergrundinformationen zu Religion oder Glauben und dennoch haben sie mich berührt. Natürlich gibt es bessere Bücher, um etwas über die Weltreligionen zu erfahren, aber dieses Buch spricht den Leser auch auf einer ganz anderen, viel privateren Ebene an. Und (vielleicht bin ich da auch einfach zu empfänglich) es hat mich wirklich traurig gemacht zu erfahren, wie Gott langsam aber sicher die Puste ausgeht, weil niemand mehr an ihn glaubt, keiner mehr in ihn vertraut und keiner Verständnis hat für sein Dilemma. „Wenn es einen Gott gäbe, dann würde er xy nicht zulassen!“ ist ein oft gehörter Spruch in Diskussionen zum Thema Glaube. In „Und Gott sprach: Wir müssen reden!“ klagt nun Gott einmal sein Leid, von einer Menschheit die ihm außer Kontrolle geraten ist.
Ich möchte nicht zu viel verraten, aber mir haben die Ansätze in diesem Buch zu denken gegeben und mich beschäftigt, ganz ohne dass die Moralkeule geschwungen wurde. Am Ende war ich traurig, dass es so schnell vorbei war, es gab noch so viele Themen, über die ich Gott gerne sprechen gehört hätte.

Da mich die Idee begeistert hat, das Buch wirklich witzig ist (Gott im Haus wäre unheimlich praktisch, denn neben Wasser und Wein kann er prima Kaffee machen) und die Geschichte so warmherzig war, möchte ich 5 von 5 Leseratten verteilen.


Und wer nach der erfolgreichen Gesprächstherapie noch ein paar Informationen über die Religionen sammeln möchte, kann direkt mit „Theos Reise“ von Catherine Clement weitermachen.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Rezension: Knochenhaus von Elly Griffiths

Krimi und Thriller gehören für mich zum Winter wie Lebkuchen und Spekulatius. Das hat weniger mit den Themen, als mit der düsteren und schaurigen Atmosphäre zu tun. Sowas liest sich einfach schöner, wenn es draußen dunkel oder trüb ist und man es drinnen schön warm hat. Zuletzt habe ich also „Knochenhaus“ von Elly Griffiths gelesen.

„Knochenhaus“ von Elly Griffiths
rororo Verlag
352 Seiten
9,99 € (Taschenbuch)










Auf einer Baustelle in Norfolk werden bei Ausgrabungsarbeiten die Knochen eines Kindes entdeckt. Da das Grundstück schon einige historische Ausgrabungsstellen aufweist und dort sowohl ein alter Friedhof als auch Römerfunde bekannt sind, wird die Archäologin Dr. Ruth Galloway zu diesem Fall gerufen. Man Vermutet, dass diese Knochen noch aus römischer Zeit stammen. Viele Funde auf dem Grundstück deuten auf römische Opferungen hin, jedoch müssen auch noch einige Schichten Dreck abgetragen werden, ehe die ganze Wahrheit ans Licht kommt.
Dieser Krimi rund um die Archäologin Ruth Galloway und den Ermittler Harry Nelson bietet eine dichte Atmosphäre und eine interessante Thematik. Es gibt Einschübe über verschiedene Aspekte römischer Mythologie und verschiedener Götterkulte. Diese Themen haben mir besonders gut gefallen und die düstere Stimmung des Buches unterstrichen. Schön ist, dass trotz dieser Teilaspekte die Handlung nie zu weit abschweift oder man das Gefühl hat die Autorin würde sich in Nebensächlichkeiten verlieren.
Schön gelungen fand ich außerdem den Erzählstil mit einem tollen Spannungsbogen. Die Handlung wechselt zwischen der Archäologin und dem Ermittler und immer wenn es gerade richtig spannend ist... wechselt die Perspektive. Das kann manchmal störend wirken, hier fand ich diese Lösung äußerst gelungen. Denn obwohl ich (mal wieder) recht früh erahnen konnte, in welche Richtung sich die Funde auf diesem mysteriösen Grundstück entwickeln, konnte ich das Buch trotzdem nicht aus der Hand legen. Viele spannende Wendungen und Enthüllungen der Geschichte kamen genau zum richtigen Zeitpunkt, um den Drang weiter zu lesen immer weiter anzuheizen. Wirklich super!
Nicht so schön fand ich die häufigen Bezüge zu einem vorhergehenden Buch der Autorin. Ich habe mir „Knochenhaus“ mehr aus einer Laune heraus bestellt und wusste nicht, dass es nicht der erste Fall der Archäologin und des Ermittlers ist. Gerade zu Beginn der Geschichte wurde dann aber doch recht häufig Bezug genommen zum Vorgänger und mich hat das ziemlich gestört. Die eigentlich Handlung ist dann aber in sich geschlossen und man braucht den Vorgänger nicht um die Geschichte genießen/ verstehen zu können.
Unterm Strich mochte ich „Knochenhaus“ gern, es ist kein überragender Krimi den ich so noch nie gesehen habe aber eine packend geschriebene Geschichte mit einer tollen Thematik und sympathischen Charakteren. Ich vergebe diesmal 4 von 5 krimibegeisterten Leseratten.