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Freitag, 25. Oktober 2013

Rezension: Sterntaler von Kristina Ohlsson

Es muss hin und wieder ein Krimi sein und Dank der lieben Sternthaler ging mir das gleichnamige Buch, nämlich "Sterntaler" von Kristina Ohlsson, nicht mehr aus dem Kopf. Also rauf damit auf den Kindle und losgeschmökert.

"Sterntaler" von Kristina Ohlsson
LIMES Verlag
544 Seiten
19,99 € (Hardcover) oder 15,99 € (Kindle Edition)









Sonst fange ich immer mit einem kurzen Abriss der Handlung an, einfach um thematisch vorzubereiten auf das, was da kommen mag. Diesmal ist das ziemlich schwierig, zum einen weil es einfach ein Krimi ist (da möchte man ja wohl so wenig wie möglich erfahren!). Ein zweiter Grund liegt darin, dass ich wirklich unsicher bin wieviel ich von diesem Buch erzählen sollte. Fakt ist: schon der Klappentext geht es nicht richtig an, es wird zuviel vom Falschen erzählt. Deswegen fällt es beim Lesen schwer eine Brücke zwischen dem Cover und Titel des Buches, dem Klappentext und der eigentlichen Handlung zu schlagen. Im Klappentext ist von dem Geheimnis um eine einst gefeierte Kinderbuchautorin zu lesen, von dem Unbekannten der ihr jede Woche Blumen schickt und von einer Studentin die verschwindet nachdem sie die Autorin besuchte. Mir ist wirklich unklar warum diese Fakten so prominent auf die Geschichte vorbereiten, werden sie doch im Buch erst im Laufe der Ermittlungen enthüllt (und das ist auch gut so).
Vielleicht liegt es einfach daran, dass die Geschichte sonst eher unspektakulär beginnt. Eine Leiche wird gefunden, sie lag da wohl schon eine Weile und schnell wird klar es handelt sich um eine seit mehreren Jahren vermisste Studentin. Trotzdem ist das Buch ganz und gar nicht unspannend. Ich wollte schnell mehr wissen und war gespannt wohin sich die Handlung entwickeln wird. Richtig überraschend finde ich Krimis zwar leider selten und meist ist mir schnell klar "wer's war". Das tat der Stimmung des Buches und der chronologisch aufgebauten und toll beschriebenen Ermittlungsarbeit aber keinen Abbruch. Ich mag Krimis die so aufgebaut sind, nichts ist schlimmer als nach grundlosem Blutbad einfach "irgendeinen" Mörder präsentiert zu bekommen.
Störend dagegen waren wieder die Menge an Ermittlern und deren persönliche Zerwürfnisse. Irgendwie bin ich damit nicht so ganz warm geworden und habe zumindest die beiden männlichen Ermittler dann einfach in einen Topf geworfen. Es war aber auch auffällig wie problembehaftet wirklich alle Kommisare im Buch waren, vielleicht etwas viel des Guten.

Unterm Strich bin ich sehr hin und her gerissen wie ich das Buch bewerten soll, Krimis haben es bei mir generell schwer. Ich habe davon viel gelesen und finde viele einfach durchschnittlich. Auch bei "Sterntaler" bin ich mir sehr uneinig. Die logisch aufgearbeitete Entwicklung des Falles hat mir sehr gut gefallen, die Charaktere sind mir zu klischeehaft und durch die Infos zum Buch ging ich leider mit zu viel Vorwissen an das Buch. Ich vergebe 3 von 5 Leseratten. An Hakan Nesser und meinen geliebten Inspektor Barbarotti kommt es leider trotz zum Teil guter Ansätze nicht heran.

Freitag, 11. Oktober 2013

Rezension: Das Licht zwischen den Meeren von M.L. Stedman

Ich mag es, wenn meine Bücher zur Jahreszeit passen. Im Moment hält der Herbst Einzug und hat neben strahlend goldenen Herbsttagen auch schon den einen oder anderen Regentag gebracht (so wie heute). Meine Lektüre führt mich deshalb jetzt auch langsam in stürmischere Regionen. Auch ein bisschen traurig und dramatisch darf es jetzt gern werden. Dabei kann man sich so herrlich auf dem Sofa einkuscheln und Lesen. Passend dazu habe ich mir ¨Das Licht zwischen den Meeren¨ von M.L. Stedman im Kindle Store gegönnt.

"Das Licht zwischen den Meeren" von M.L. Stedman
LIMES Verlag
448 Seiten
19,99 € (Hardcover) oder 15,99 € (Kindle Edition)










Das Licht zwischen den Meeren ist der Leuchtturm auf Janus Rock, einer winzigen Insel zwischen indischem Ozean und Nordpolarmeer. 150 Kilometer entfernt von der australischen Küste hilft der Leuchtturm Schiffen ihren sicheren Weg zum Hafen zu finden. Auf Janus lebt der Leuchtturmwärter Tom mit seiner Frau Isabel. Die beiden leben ein abgeschiedenes und doch idyllisches, glückliches Leben. Trotz allem Glück miteinander liegt bald ein dunkler Schatten über beiden. Isabell erleidet nacheinander mehrere Fehlgeburten und wünscht sich doch so sehnlichst ein Kind. Eines Tages wird dann ein Boot mit einem toten Mann und einem frierenden Säugling vor Janus an Land gespült. Isabel nimmt sich des Kindes an und überzeugt Tom den Vorfall trotz all seiner Bedenken nicht zu melden. Sie begraben den Toten und behalten das Mädchen als ihre eigene Tochter auf der kleinen Insel. Damit beginnt das größte Glück aber auch die größte Tragödie im Leben von Tom und Isabel. Die Auswirkungen dieser von Trauer und Verzweiflung getriebenen Entscheidung wird schlussendlich nicht nur das Ehepaar zu spüren bekommen.
„Das Licht zwischen den Meeren“ ist eine perfekte Herbstlektüre. Die Beschreibungen des Ozeans rund um Janus und der Stürme haben mich völlig in ihren Bann gezogen. Ich hatte das Gefühl die Seeluft förmlich zu riechen und den Sturm an meinen Fenstern rütteln zu hören. Hach! Irgendwie war dieses Buch damit für mich genau der richtige Einstieg in die kalte Jahreszeit.
Dazu passt wunderbar die melancholische Stimmung der Geschichte. Denn zwar beginnt es noch äußerst positiv mit der Liebesgeschichte zwischen Tom und Isabel, doch spitzt sich der Konflikt im Buch (ausgelöst durch das geliebte Findelkind) schnell immer deutlicher zu. Gerade der Kontrast zwischen der anfänglich so harmonischen und glücklichen Beschreibung und der späteren Tragödie hat mich an diesem Buch fasziniert. Die Beschreibung der Charaktere und ihrer Beweggründe waren dabei immer sehr authentisch und haben mich die Gewissensbisse selbst „durchzweifeln“ lassen. Besonders bewegend waren die Momente in welchen das Paar ständig zwischen dem neu erworbenen Familienglück und ihren nagenden Zweifeln schwankte.

Insgesamt möchte ich für „Das Licht zwischen den Meeren“ 4 von 5 Leseratten vergeben. Das Buch hat mich sehr berührt und die Thematik ist gut umgesetzt. Leider hat mich die Auflösung der Tragödie nach dem tollen Start nicht vollends überzeugen können. Das Ende wirkte etwas schnell „vorgesetzt“ und nicht so schön entwickelt wie der Rest der Geschichte. Trotz dieses kleinen Wermutstropfens ist "Das Licht zwischen den Meeren" ein tolles, gefühlvolles Buch welches vor allem durch seine Stimmung überzeugen kann (und mir sogar ein kleines Tränchen entlockt hat).