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Mittwoch, 30. Juli 2014

Rezension: Das wirst du bereuen von Amanda Maciel

Der Titel von „Das wirst du bereuen“ lässt einen (nicht besonders kreativen) Jugendthriller erwarten. Die Aufmachung des Buches lässt dann vielleicht noch erahnen, dass sich das Buch eher an Mädchen richtet. Richtig spannend fand ich das nicht. Als ich aber die Inhaltsbeschreibung gelesen habe, hat mich das Buch aber gleich ganz anders angesprochen. Cybermobbing ist ein leider sehr aktuelles Thema und betrifft viele Kinder und Jugendliche viel zu früh. Mir geht dieses Thema sehr nah, deswegen habe ich mich auf Bloggdeinbuch für das Buch beworben und hatte das Glück, es Lesen zu dürfen.

„Das wirst du bereuen“ von Amanda Maciel
304 Seiten
14,99 € (Hardcover)

Emma hat sich umgebracht. Nach einem Schuljahr voll Beleidigungen und Diffamierungen, offener und versteckter Schikanen sieht die Schülerin keinen Ausweg mehr, als sich das Leben zu nehmen. Sara und ihre beste Freundin Brielle haben das Mobbing gegen Emma immer weiter getrieben und werden nun für ihren Selbstmord verantwortlich gemacht. In „Das wirst du bereuen“ wird klar, das Mobbing für alle Beteiligten eine echte Abwärtsspirale in Gang setzt.

Die Handlung des Buches setzt nach Emmas Tod ein. Wir erfahren also nachträglich von Sara, wie es zu den Geschehnissen kam, die zu Emmas Selbstmord führten. Faszinierend ist der Blickwinkel, der sich dadurch in der Geschichte ergibt. Natürlich hat die „Täterin“ eine ganz andere Sicht auf die Dinge, als Freunde oder Familie des Opfers. Sara sieht anfangs primär die negativen Auswirkungen, die das alles auf ihr eigenes Leben hat. Sie wird geächtet und ausgegrenzt und fühlt sich ungerecht behandelt. Die Parallelen zu Emmas Leidensweg während ihres letzten Schuljahres nimmt das Mädchen dabei erst nach und nach wahr.
Und auch für mich als Leser hat sich die Stimmung im Verlauf des Buches immer wieder gewandelt. Natürlich weiß man, dass das Verhalten der Mädchen gegenüber Emma alles andere als in Ordnung war, ihre „Begründungen“ und Anlässe werden aber erschreckend real dargestellt. Natürlich sind es alles eher schwache Vorwände und aus jedem Mobbing spricht bei den Mädchen eine gute Portion eigene Unsicherheit, aber das wurde (wie im echten Leben) auch nur Stück für Stück klar.
Dieser besondere Ansatz hat das Buch für mich wirklich lesenswert gemacht. Die einfache Aufteilung „gut – böse“ wird hier dezent und glaubwürdig aufgeweicht und man lernt, welche Mechanismen dahinter stecken können, ehe es zum Mobbing kommt. Das liefert keine Begründung oder Unterstützung für die Täter, kann aber Erklärungsansätze bieten, die sonst nur schwer einzusehen sind. Bücher über Mobbing gibt es mittlerweile einige, „Das wirst du bereuen“ zeichnet sich darunter durch diese Besonderheiten wirklich aus.
Dazu kommt, dass der Schreibstil angenehm modern und recht einfach gehalten ist (also auch für Kinder gut zu lesen ist) dabei aber nicht zu banal und langweilig für ältere Leser wirkt.

Zwar hat es mir die Perspektive des Buches besonders angetan und die Geschichte aus Sicht der Täterin wirkt authentisch. Um es ganz abzurunden wäre aber auch ein Perspektivwechsel hin zu Emma interessant gewesen, das hätte die Botschaft des Buches vielleicht noch einmal unterstützen und endgültig abrunden können.

Insgesamt vergebe ich daher 4 von 5 Leseratten. Gerade für Kinder und Jugendliche, die sich im Umgang mit Medien noch üben müssen, kann ich dieses Buch empfehlen. Es bietet eine interessante Ergänzung zu sonst eher trockenen Informationen und ist nebenbei eben eine wirklich spannende Lektüre.


Heute ein Bild statt einem Tweet von mir:
(drauf klicken um es größer sehen zu können)

Mittwoch, 29. Januar 2014

Rezension: Der Tag wird kommen von Nina Vogt-Østli

„Der Tag wird kommen“ von Nina Vogt-Østli habe ich bei vorablesen entdeckt und war gleich von der Leseprobe begeistert. „Ein Buch über Mobbing und die Folgen für Opfer und Täter, spannend und modern formuliert“ so lautete mein erster Eindruck. Nun, nachdem ich das Buch gelesen habe, weiß ich, dass noch eine Menge mehr dahinter steckt.

-->„Der Tag wird kommen“ von Nina Vogt-Østli
Coppenrath Verlag
240 Seiten
14,95€ (Hardcover)










„Der Tag wird kommen“ von Nina Vogt-Østli erzählt die Geschichte von Hans Petter. Hans Petter ist 15, äußert intelligent, ein bisschen schmächtig und blass… und hat in der Schule kein leichtes Leben. Er wird von seinen Mitschülern gemobbt und drangsaliert. Dabei ist es sein größtes Ziel, so unsichtbar wie möglich zu bleiben, nicht entdeckt zu werden und den Tag ohne Vorkommnisse zu verbringen. Oft gelingt ihm das nicht.

Hans Petter ist ein wirklich sympathischer Protagonist, er ist überdurchschnittlich intelligent, humorvoll und wirkt in seinem gesamten Handeln sehr Erwachsen. Sein ganzer Charakter wirkt trotz allen Problemen, die er hat, ehrlich und positiv. Und Probleme hat er nicht wenige: da sind seine „einfach gestrickte“ Mutter und der getrennt lebende Vater, die fiesen Mitschüler und der überengagierte Vertrauenslehrer. Ganz schön viel für einen Jungen in diesem Alter.
Zu Beginn dachte ich, dass die Handlung rund um Hans Petters Probleme mit seinen Mitschülern die Geschichte beherrschen wird, garniert mit pädagogisch wertvollen Einschüben. „Der Tag wird kommen“ funktioniert ganz anders. Die Geschichte ist spannend und geheimnisvoll, so kontaktiert zum Beispiel eine mysteriöse Chatpartnerin Hans Petter und freundet sich mit ihm an. Die entstehenden Chat-Gespräche machen einen großen Anteil des Buches aus und lesen sich wirklich schön.
Die Geschichte bietet Wendungen und Entwicklungen, die auch von seinem Mobbingproblem abweichen. Es ist einfach ein abwechslungsreiches Jugendbuch. Besonders fasziniert hat mich, dass die Geschichte auch noch eine gute Prise Science Fiction und ein bisschen Dystopie zu bieten hat.

Trotz aller Ausschmückung ist die Botschaft an die junge Leserschaft am Ende einfach (und gut): Jeder hat sein Handeln selbst in der Hand. Überlege dir, was du tust. Böses zu erleben, gibt dir keine Berechtigung selbst böse zu Handeln.

Ich hatte mir manchmal ein bisschen mehr Tiefe in der Handlung gewünscht. An einigen Stellen hätte das Handeln der Protagonisten hinterfragt werden können.
Der Science Fiction Einschlag wirkt außerdem sehr negativ. Sauer aufgestoßen ist mir dabei, dass z.B. Themen wie Gentechnik unterschwellig ohne Argumentation negativ dargestellt werden und so eher für Vorurteile sorgen, als wirklich eine Meinungsbildung zu ermöglichen. Gerade bei Büchern für diese Altersklasse stört mich eine derartige Darstellung sehr. Ich finde Kindern und Teenies sollte beigebracht werden, sich einem Thema vorurteilsfrei und aus verschiedenen Aspekten zu nähern, um sich eine Meinung zu bilden. Überspitzte Darstellungen und plumpes „gut-schlecht“ sind da doch eher ungeeignet.

Insgesamt liest sich „Der Tag wird kommen“ schön, ist spannend und bietet eine gute Grundbotschaft, das hat für mich das größte Gewicht. Meine Kritik ist sehr persönlich begründet und beschränkt sich auf ein absolutes Randgebiet des Buches... anderen wäre das vielleicht gar nicht aufgefallen, deswegen nur ein Minuspunkt.
Insgesamt 4 von 5 Leseratten.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Angelesen: Der Tag wird kommen von Nina Vogt-Østli

Ich muss verrückt sein. Mein SUB (seit dem Blog habe ich endlich auch sowas, vorher herrschte chronische Bücherknappheit) klettert auf ungeahnte Höhen und ich begeistere mich auf vorablesen für ein Buch nach dem Anderen.
Egal. Die Weihnachtsfeiertage nahen und damit auch ein paar ruhige Lesestunden zum SUB-Abbau.

"Der Tag wird kommen" von Nina Vogt-Østli
240 Seiten
14,95 € (Hardcover)
Erscheint: 15.01.2014
(Eine Leseprobe von vorablesen findet ihr hier)








Obwohl Jugendbücher so gar nicht mein Gebiet sind hat mich "Der Tag wird kommen" sofort angesprochen.
Hans Petter ist ein intelligenter Junge, zurückhaltend und nett. Bei seinen Mitschülern ist er leider so gar nicht beliebt und in der Rolle des Außenseiters gelandet. Er wird gemobbt und drangsaliert. Nach der Grundschule hat er gelernt "unsichtbar" zu sein und versucht die weiterführende Schule ohne Zwischenfälle zu überstehen. Im Rahmen der Leseprobe erfährt man jedoch recht schnell, dass der Schulalltag weiterhin ein Spießrutenlauf für Hans Petter ist. Zu Hause lebt er mit seiner gutherzigen aber "einfach gestrickten" Mutter und wirkt in seinem ganzen Verhalten viel zu reif und erwachsen für einen Jungen seines Alters.
Das hat einen einfachen Grund: für ein gemobbtes Kind ist Schule schnell kein Vergnügen mehr, es geht nicht um Spaß und Freundschaften sondern darum den Tag möglichst ohne Vorkommnisse zu überstehen.
Mich hat die Leseprobe wirklich berührt. Hans Petter wirkt ernsthaft und dennoch sympathisch. Die Geschichte liest sich flüssig und die "Chat" Einschübe passen gut zum jugendlich, modernen Text.

Ich möchte dieses Buch unbedingt lesen und hoffe Glück bei der Verlosung zu haben! So oder so hoffe ich es euch bald hier vorstellen zu können.