Montag, 13. Januar 2014

3 Fragen an: Daniel Holbe

Ich habe Daniel Holbe bei seiner Lesung zu "Teufelsbande" live getroffen und fand ihn direkt sympathisch. Leider war ich viel zu schüchtern um mich als Blogger zu outen und war einfach Inkognito unterwegs (Sorry nochmal dafür ;-)...). Trotzdem hat er sehr nett auf meine Mail-Anfrage nach einem kurzen 3-Fragen-Interview reagiert und mir ausführlich geantwortet.

Am Sonntag könnt ihr meinen Eindruck zu Teufelsbande hier lesen, heute vorab meine 3 Fragen an Daniel Holbe! (Im Moment versuche ich eine gute Fee, zwecks dreier Wünsche, zu kontaktieren...)


1. Kennst du Rocker/Biker oder woher hast du die Inspirationen für die Charaktere aus Teufelsbande genommen?

Ja, ich kenne eine Menge Biker und auch eine Handvoll Rocker. So richtig Modell für eine bestimmte Person stand zwar niemand, denn ich vermische Eigenschaften verschiedener Real-Charaktere beim Schreiben gerne. Aber einige reale Familiennamen durfte ich verwenden und es sind natürlich die einiger Motorrad-Kolleg(inn)en :-)
Für die Hintergrundrecherche habe ich dann mit Personen gesprochen, deren Identität ich niemals 1:1 ins Buch übernehmen würde. Da geht es mir auch mehr ums Innenleben eines Menschen, die Psychogramme oder auch - besonders bei Teufelsbande - die Zwänge, denen eine Person ausgesetzt war (oder ist). Da gab es nicht wenige Barrieren und manchmal hagelte es tagelang nur Schweigen und Ignoranz, aber letzten Endes hat es dann eben doch hingehauen. Und ich habe einige haarsträubende Geschichten, die nicht ins Buch fanden. Die erzähle ich dann, wenn es sich ergibt, gerne mal auf Lesungen.

Auf Achse (Foto von eipesch.com)

2. Hast du die Handlung von Teufelsbande komplett geplant oder hast du dich erst beim Schreiben leiten lassen?

Den Grundstock plane ich immer, schon allein, weil das Ganze ja mit dem Verlag abgestimmt werden will. Und da es sich auch noch um die erste Partner-Ermittlung von Julia Durant und Peter Brandt handelt, die ich schrieb, mußte eigentlich das Meiste zu beginn feststehen.
Ein Stück weit bestimmen dann auf dem Weg durchs Manuskript meine Recherchen und Gespräche die Handlung, bzw. die Ausprägung einiger Stränge. Zum Beispiel das kleiner als geplant geratene Thema V-Leute.
Das Feeling einer Szene, die Atmosphäre, die zeitliche Abfolge oder eine ganze Menge an "banalen" Details lasse ich aber stets ganz spontan entstehen. Dazu setze ich mich auch mal mit dem Laptop in die Nähe der Kaiserleibrücke oder in ein Waldstück. Manchmal so lange, bis ich den toten Körper oder den Streit zweier Akteure vor dem geistigen Augen sehen kann oder im Ohr habe. Dann finden sich die passenden Worte fast von selbst.
Osthafenbrücke in Frankfurt am Main (Foto von eipesch.com, die Kaiserleibrücke gab es leider nicht im Portfolio ;-)... aber man kann sich gut vorstellen wie inspirierend die vor Ort Termine wirken müssen)

3. "Teufelsbande" hat diesmal mit den Motorradbanden eine ganz neue Thematik behandelt, kannst du schon verraten wohin es thematisch ungefähr mit "Die Hyäne" oder mit dem Holbe-Holbe "Giftspur" gehen wird?

Ich beginne mal mit "Giftspur", weil das der nächsterscheinende Titel ist. Es geht um Gift, klar, aber ich werde mit diesem Thema nicht nur ein, zwei Morde sonder auch die gesamte Nahrungsproduktion in Verbindung setzen. Außerdem geht es für die beiden Kommissare um Familie und ihren Wechsel des beruflichen und privaten Lebensmittelpunktes. Kein düsterer, manchmal eher ein augenzwinkernder Stoff, der mir beim Schreiben UND Korrekturlesen eine Menge Freude bereitet hat. Im Gegensatz zu Julia Durants brutalen Großstadtfällen ein ländlich-beschaulicher Kontrast, der trotz allen Idylls genügend Nährboden für einen perfiden Mörder bietet.
In "Die Hyäne" jagt die Polizei einen Serienkiller, dessen Treiben viel zu lange unentdeckt blieb. Natürlich geht es wieder um einen Fall aus der Realität und das Ganze wird sehr düsterer und sehr beklemmend, so viel kann ich schon jetzt sagen. Aber abgesehen von der Tatsache, dass jemand mordet und der Kripo Leichenteile zusendet, geht es noch um etwas anderes: Stalking. Ein sehr bewegendes Thema, zu dem ich einige Betroffene befragt habe. Es gibt davon erschreckend viele! Und auch für einen der Kommissare wird der neue Band sehr persönlich werden. Damit aber genug. Denn im Gegensatz zu Giftspur ist "Die Hyäne" noch nicht fertig geschrieben.


Vielen Dank, dass du dir Zeit für meine 3 Fragen genommen hast! Ich  bin schon sehr gespannt auf die neuen Bücher und besonders auf "Giftspur" freue ich mich riesig. Ich werde es dann auch hier Vorstellen, die Vielfältigkeit der Themen in den neuen Büchern gefällt mir schonmal ausgesprochen gut!

Kommentare:

  1. Sehr interessant. Das macht die Vorfreude auf die nächsten beiden Bücher umso größer. Bin auf deine Rezension zu Teufelsbande gespannt. Habe das Buch gerade gestern ausgelesen.

    AntwortenLöschen
  2. Ich kann ja schonmal verraten, dass mir Teufelsbande richtig gut gefallen hat und mir Julia Durant immer lieber wird.

    Wirst du auch eine Rezension posten?

    LG Alex

    AntwortenLöschen