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Mittwoch, 16. Oktober 2013

Rezension: Wir in drei Worten von Mhairi McFarlane


Ich bin eine kleine Romantikerin, aber ich stehe nicht wirklich auf Kitsch. Deswegen finde ich es schwierig Bücher mit schönen Liebesgeschichten zu finden. Daher war ich sehr froh, als auf vorablesen.de eine Leseprobe von "Wir in drei Worten" angeboten wurde und ich das Glück hatte ein Leseexemplar zu gewinnen!

 "Wir in drei Worten" von Mhairi McFarlane Verlagsgruppe Droemer Knaur

 495 Seiten

 9,99 € (Taschenbuch) 

(Eine Leseprobe von Vorablesen findet ihr hier)

 




Rachel und Ben waren zu Unizeiten die besten Freunde, zehn Jahre später treffen sie sich zufällig wieder: Rachel hat sich gerade nach 13 Jahre Beziehung von ihrem Verlobten getrennt, nachdem die Differenzen bei den Hochzeitsvorbereitungen unübersehbar wurden. Ben ist erfolgreich, verheiratet und immer noch sehr gut aussehend.

In zwei parelleln Erzählsträngen wird einmal die Freundschaft zwischen Rachel und Ben zu Unizeit und die Geschehnisse der Gegenwart erzählt. Das Buch beginnt zunächst sehr lustig - die Vergleiche und Metaphern haben mich oft laut lachen lassen. Rachel ist als Figur sehr authentisch und gibt als Ich-Erzähler einen tiefen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. "Wir in drei Worten" scheint eine typische britische Liebesgeschichte zu sein - Rachel hat zwei beste Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und einen männlichen Freund, die gemeinsam eine Menge Spaß haben, immer in Verbindung mit viel Alkohol. Sie stolpern durchs Leben und wissen auch mit über dreißig noch nicht, was sie wollen und fühlen sich noch immer nicht erwachsen.


Die Geschichte ist sehr spannend, denn von Beginn an ist klar, es muss vor zehn Jahren etwas zwischen Ben und Rachel passiert sein, von dem niemand weiß, deswegen verfolgt man gebannt, die in die Hauptgeschichte eingefügten Rückblenden. Die sind absolut wunderbar, lustig und ganz wichtig zum schmachten - jede romantische Seele wird zum klingen gebracht. Die Gegenwartsgeschichte hinkt allerdings etwas: Der Schreibstil ist hier ebenfalls sehr schön, es gibt wunderbare Beschreibungen und witzige Bemerkungen, es macht wirklich Spaß sie zu lesen. Aber die ganzen Verwicklungen und "Dramen" waren mir doch zu viel. Am Ende jagte ein Ereignis das nächste, das überhaupt keinen Einfluss auf die Geschichte hat und am Ende war irgendwie jeder in jeden verliebt - es war einfach nur unnötig und nahm der Schönheit der eigentlichen Liebesgeschichte etwas von ihrem Glanz. Die Zuspitzung am Ende war für mich unglaubwürdig und einfach nur eine unnötige Verlängerung der Geschichte. Insgesamt hätte ich das Buch um einige Seiten gekürzt, um einfach nur noch die wahre Essenz der Geschichte mit all ihrer Romantik und ihrem Witz genießen  zu können. Und besonders hätte ich die letzten beiden Seiten gestrichen, denn auf der vorvorletzten Seite die letzten Zeilen, die Worte von Ben, wären der schönste Abschlusssatz gewesen, den ich je in einer Liebesgeschichte gelesen habe.

Ich finde es wirklich sehr schade, dass ich nur drei von fünf Leseratten vergeben kann. Aber Es ist Mhairi McFarlanes erster Roman und so hoffe ich auf das nächste Buch, wo vielleicht der wunderbare Schreibstil auf eine bessere Geschichte trifft. 

Freitag, 4. Oktober 2013

Endlich wieder Sneak: Drecksau (Filth)

Insgesamt war das unsere vierte gemeinsame Sneak – nach zwei Filmen, die versuchten künstlerisch wertvoll zu sein (und "Evil Dead" der den Aspekt "Kunst" nur mit "Kunstblut" abgedeckt hat), hat dieser es geschafft. Auch wenn er es gut verstecken kann...

Kinostart: 17.10.2013
FSK: 18
Spiellänge: 97 Minuten
Website zum Film









Bruce Robertson (James McAvoy) ist Polizist in Edinburgh und scharf auf die anstehende Beförderung zum Inspektor, wie alle seine Kollegen. Deswegen versucht er sie durch Lügen und Intrigen auszustechen. Was als schwarze Komödie beginnt, wird schnell zu einem Mix aus Drogenfantasien und Sexszenen bis zum Tiefpunkt der Geschichte, wo der Film beginnt sich mit den wahren Ursachen für Bruce abartiges, ausschweifendes, brutales und krankhaftes Verhalten zu beschäftigten.

„Drecksau“ ist sicher kein Film, von dem man selbstsicher sagen kann, dass er gut ist. Dafür sind die Szenen zu bizarr, die Dialoge zu rassistisch und der Film zu vollgestopft mit "verf***t" und allen möglichen Sexpraktiken.
Rein technisch gesehen ist die Achterbahnfahrt, auf die sich Bruce begibt, jedoch eine perfekte Darstellung absoluter Selbstzerstörung. Die Geschichte entwickelt sich widerspruchslos fort und bis zum Ende bleibt es spannend, was Bruce eigentlich immer weiter in den Sumpf aus Drogen, Sex und Alkohol treibt, in dem er alles verliert, was er je besessen hatte. Am Ende lässt der Film einen nur mit wenigen Fragen zurück und damit bleibt es Geschmackssache, ob man auf diese Art von Film steht. Wer am Ende jedoch immer noch nicht so genau weiß, was einem der Künstler damit sagen will, dem gebe ich folgenden Tipp: Bleibt noch die paar Minuten sitzen bis der Abspann beginnt (das muss man sowieso, um den Film verdauen zu können) und hört auf das dann einsetzende Lied. Das ist die wahre Essenz des Films.


Der Sneak-O-Mat war noch nie so ausgeglichen und wir entschieden uns schnell für: Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Wir haben uns daher im Kino für den gelben Daumen und im Blog für 3 von 5 Kinoratten entschieden.