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Freitag, 31. Oktober 2014

Filmfreitag: Die Auserwählten im Labyrinth


Ganz wie versprochen! Heute folgt der Film zum Buch! Da ich so begeistert vom Buch war, wollte mein Mann ihn gleich im Kino sehen und so machten wir uns Sonntag abend auf.

"Die Auserwählten im Labyrinth" FOX Deutschland
Kinostart: 16.10.2014
Spiellänge: 113 Minuten
FSK 12

Zum Inhalt nur noch mal kurz: Genau wie im Buch beginnt der Film mit Thomas im Fahrstuhl, wie er ohne Erinnerungen auf die Lichtung kommt, wo er auf etwa 50 Jungen trifft, die dasselbe Schicksal erlitten haben, umgeben von einem riesigen Labyrinth. Aber dann kamen schon die ersten Abweichungen.

Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, weil es dafür nötig wäre zu viel vom Inhalt zu verraten. Am besten fasst man es so zusammen: Der Film ist FSK 12 und das Buch meiner Ansicht nach FSK 16. Im Film gehen die Jungs untereinander sehr zivilisiert und gebildet miteinander um, das Buch besticht durch die authentische, herbe Sprache. Der Film lässt viele Dinge weg oder vereinfacht sie, was für mich im Buch die ständige Angstatmosphäre und damit den Horror ausgemacht hat. Sie haben dafür im Film zwar eine gute Lösung gefunden, aber dadurch sind auch unlogische Punkte aufgetreten, die es im Buch nicht gab.

Mein klares Fazit: Wer das Buch kennt, kann sich den Film sparen. Außer man hat mal Lust sich aufzuregen. Wer das Buch nicht kennt, kann den Film sehen, aber wird ihn insgesamt zwar als spannend, aber nur als nette Geschichte empfinden. Der Film ist damit mehr für Jugendliche geeignet als das Buch.

Aufgrund der "Weichspülung" der Geschichte, die sie insgesamt weniger authentisch und spannend macht, vergebe ich 3 von 5 Kinoratten.

Der Film in einem Zwitschern:
#MazeRunner: Der Film ist FSK 12, darunter leidet die Spannung & Authentizität. Wer das Buch kennt, braucht den Film nicht zu sehen.

Freitag, 5. September 2014

Filmfreitag: Mary & Max - Oder: schrumpfen Schafe, wenn es regnet?


Seit wir die Rubrik des Film-Freitag planten, freue ich mich darauf euch von "Mary & Max - Oder: schrumpfen Schafe, wenn es regnet?" zu erzählen. Ich habe nicht unbedingt den einen Lieblingsfilm, aber "Mary & Max" kommt sehr nah an "mein Lieblingsfilm" ran und ich möchte eigentlich jeden/jede Freund/in in meinem Umfeld davon überzeugen, den Film mit mir zu gucken. Für Susi steht dieser Programmpunkt auch noch aus ;).

"Mary & Max - Oder: schrumpfen Schafe, wenn es regnet?"

Produktionsjahr: 2009
Erscheinungstermin DVD/Blu-ray: 02.12.2010
Studio: Ascot Elite Home Entertainment

Spiellänge 93 Minuten

FSK: 12

6,24 € (DVD) oder 15,99 € (Blu-ray)


Bester Animationsfilm im Langfilmwettbewerb AniMovie beim Trickfilmfestival Stuttgart und erhielt den Cristal d’Annecy auf dem Festival d’Animation Annecy für den besten Langfilm.

Mary Daisy Dinkle ist acht Jahre alt und ziemlich einsam. Ihre einzigen Freunde sind die „Noblets“ aus ihrer Lieblingsserie und ihr (etwas zerrupfter) Hahn "Ethel". Marys Mutter ist eine kleptomanische Alkoholikerin, der Vater arbeitet in einer Teebeutelfabrik und präpariert gern überfahrene Vögel. Gesprächig sind sie Beide nicht. Zu allem Übel hat Mary eine ziemlich dicke Brille und ein unschönes Muttermal, wird von den anderen Kindern verspottet. Kein allzu leichter Stand für eine Achtjährige. Mary hat aber so viele Fragen zum Leben und wünscht sich so dringend einen Freund, dass sie beschließt ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Sie wählt blind eine Adresse aus dem Telefonbuch und schreibt dem unbekannten "Max" einen Brief.


Max ist 44, lebt in New York, ist übergewichtig und hat das Asperger-Syndrom. Soziale Kontakte bereiten ihm Unbehagen und bis auf die Treffen seiner „Weight Watchers“-Gruppe verlässt er das Haus so gut wie nie. Marys herzzerreißende Briefe bringen also auch ein wenig Freude und Abwechslung in sein Leben.
 

Eine Brieffreundschaft beginnt, die sich über viele Jahre entwickelt. Die beiden tauschen ihre Sorgen aus und klären unter anderem, woher Babys in Amerika bzw. Australien kommen oder ob Schafe schrumpfen, wenn es regnet.

„Mary & Max“ ist ein klassischer Knetanimationsfilm, wie etwa „Wallace und Grommit“ oder „Chicken Run“. Anders als diese wirkt aber „Mary & Max“ weniger unbeschwert, die Bilder sind in Sepia- oder Grautönen gehalten und werden nur durch wenige Farbtupfer aufgelockert. Das führt dazu, dass trotz der putzigen Optik der Figuren eine eher melancholische Stimmung übermittelt wird.


Trotzdem ist „Mary & Max“ keine Tragödie, sondern bringt eine ganze Menge Unterhaltung, Witz und Phantasie mit und kann einfach von Anfang an begeistern. Ich jedenfalls kenne keinen zweiten Film, der wie "Mary & Max" eine solche Mischung aus Melancholie und Humor, Wortwitz und bewegender Handlung vereint. Der durchgehend zum Lachen bringt aber auch richtig stark ans Herz geht. Es gibt viele Stellen im Film, die einfach durch ihren komischen Erzählstil und die ulkigen Bilder unheimlich witzig sind, dabei aber so bitter böse oder tragisch daher kommen, dass man fast nicht lachen kann.
Die Geschichte von Mary und Max wird von einem Erzähler begleitet, der aus dem Off über die Geschehnisse spricht und wunderbar die Sichten der beiden ungewöhnlichen Protagonisten aufgreift. Wenn dann Marys Briefe vorgelesen werden, die alleingelassen von der Welt dem Autisten Max ihr Herz ausschüttet, musste ich ganz schön mit den Tränen kämpfen. Dabei sind die Briefe und Gespräche nie mitleidheischend, sondern einfach so ehrlich und unbedarft, dass sie ans Herz gehen.
Dieser Film kommt vielleicht witzig und unscheinbar daher, aber Vorsicht! Er trägt eine ganze Menge Botschaft mit sich und streift dabei so gekonnt eine wahre Flut an Themen: es geht um Einsamkeit und Freundschaft, Liebe (unter anderem um Elternliebe, gleichgeschlechtliche Liebe…). Ganz nebenbei wird dann noch Max Krankheit thematisiert, als Asperger hat er Probleme mit Gefühlen und mit dem Kontakt zu Menschen. Max ist außerdem Jude, und geht (wie gesagt) zu den „Weight Watchers“. Mary beschäftigt sich (gezwungenermaßen) mit Alkoholismus und Depression. Das soll alles in einen Film passen? Ja, es passt. Denn insgesamt geht es doch immer wieder nur um zwei Dinge: Hoffnung und Akzeptanz.



Ich kann es nicht anders zusammenfassen als: ihr müsst unbedingt alle ganz dringend diesen Film anschauen! Und dann möglichst nochmal anschauen, viele Details fallen erst beim zweiten oder dritten Mal ins Auge.

Dieser Filmbeitrag war mir eine Herzensangelegenheit. Logisch, dass ich hier 5 von 5 Kinoratten vergeben muss! 

Freitag, 8. August 2014

Angesehen/Filmfreitag: Dallas Buyers Club


Die niemals still stehende Alex hat sich schon wieder etwas neues für euch ausgedacht: Den Filmfreitag! An diesem Tag werden wir euch Filme vorstellen, die wir euch ans Herz legen oder vor denen wir euch warnen wollen. Da mein Mann und ich uns letztens seit langem mal wieder einen Videoloadabend gegönnt haben, drängel ich mich heute vor. Die Filmfreitagpremiere soll schließlich gebührend gefeiert werden: Mit einem oscarpremierten Film, der vor Kurzem auf DVD erschienen ist:

"Dallas Buyers Club"

Produktionsjahr: 2013
Erscheinungstermin DVD/Blu-ray: 22.07.2014

Spiellänge 117 Minuten

FSK: 12

12,99 € (DVD) oder 15,99 € (Blu-ray)


Oscar: Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Bestes Make-Up & Hairstyling

Ron Woodroof (Matthew McConaughy) ist das Negativklischee eines texanischen Cowboys: Er liebt Rhodeo, kokst, hurrt, trinkt und kennt keine Toleranz gegen irgendeine Randgruppe. Eines Tages erleidet er auf der Arbeit einen Stromschlag und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Die Diagnose - Aids. Wir schreiben das Jahr 1985 und die Ärzte geben ihm noch 30 Tage zu leben. Ron akzeptiert es nicht und denkt, es kann sich nur um einen Irrtum handeln. Schließlich ist der Testosteronmacho alles andere als homosexuell. Bis sein schlechter Gesundheitszustand ihn dazu bringt zu recherchieren und er herausfindet, dass besonders Drogensüchtige und Menschen, die ungeschützten Sex haben gefährdet sind. Da sein Dealer ihm gelegentlich in dunklen Ecken Kundinnen von ihm angeboten hatte, wird Ron klar: Es ist wahr - er wird sterben.

Als er nach einem weiteren Zusammenbruch im Krankenhaus landet, lernt er den Transsexuellen, ebenfalls aidskranken Rayon (Jared Leto) und die Ärztin Dr. Eve Saks (Jennifer Garner) kennen und erfährt, dass die neueste Hoffnung der Pharmaindustrie auf Besserung bei Aids-Patienten AZTheißt. Da er an der aktuellen Studie nicht teilnehmen kann, besorgt sich der erfahrene Dealer Ron das Medikament auf illegalen Wegen. Als seine Quelle erschöpft ist, reist er nach Mexiko zu einem amerikanischen Arzt, der seine Zulassung verloren hat. Dort erhält er zwar nicht, was er erwartet hat, aber echte Hilfe: Dank Vitaminpräperaten und Tipps zu gesunder Lebensführung geht es ihm immer besser. Dieses Wissen will er nutzen - ganz nach alter Manier naürlich um Geld zu verdienen. Er schmuggelt so viele Präperate, wie er tragen kann, in die USA und beginnt den Verkauf auf der Straße. Als homophober Cowboy blühen seine Geschäfte jedoch erst richtig auf, als er mit dem Transsexuellen Rayon gemeinsame Sache macht. Derweil kommen Dr. Saks immer mehr Zweifel an der Wirksamkeit von AZT auf ...

Es gäbe noch so viel mehr zu erzählen: Wieso Schmuggel - es sind doch nur Vitamine? Wieso Dallas Buyers Club? Werden es Ron und Rayon schaffen? Was wird aus Dr. Saks? Aber dafür müsst ihr den Film gucken und aus sooo vielen Gründen mehr. Dallas Buyers Club ist sicher keine leichte Kost, doch niemals emotional manipulierend, sondern eine unglaublich präzise, spannende, authentische Darstellung einer wahren Geschichte. Alle drei Oscars sind unglaublich verdient - nicht nur weil beide Schauspieler so viel für die Rollen abgenommen haben. Sie scheinen ihre Figuren geworden zu sein. Dabei ist der Film auch unterhaltsam, witzig und lebensbejahend - und zwar wirklich. Nicht aller Precious! Deswegen muss man meiner Ansicht nach keine Berührungsängste haben, muss nicht besonders in der Stimmung für schwere Kost sein - diesen Film kann man immer gucken. Er ist einfach sehr gut und kann unumwunden jedem empfohlen werden. So etwas gibt es ganz selten bei Filmen, deswegen auch verdiente 5 von 5 Kinoratten.




Der Film in einem Zwitschern:
Dallas Buyers Club zurecht oscarpremiert: authentisch & lebensbejahend - ein Cowboy im Kampf gegen Aids, Pharmaindustrie & eigene Homophobie

Sonntag, 20. Juli 2014

Angesehen: Milk

Vor ein paar Tagen sollte ich einen neuen Receiver bekommen, was bedeutete, dass alle meine zum Teil uralten Aufnahmen auf der Festplatte dahin gewesen wären - also galt es gucken, gucken, gucken. Ein Film hat mir dabei besonders gut gefallen:

"Milk", Constantin Film

Produktionsjahr: 2008

Spiellänge 123 Minuten

FSK: 12

10,22 € (DVD) oder 12,99 € (Blu-ray)



"Milk" ist die filmische Biografie des Stadtrates Harvey Milk, der in den 70ern der erste bekennende homosexuelle Politiker in einem öffentlichen Amt wurde. Der Film beginnt an Harveys 40. Geburtstag, an dem er in New York seine große Liebe trifft und mit ihr (oder besser gesagt ihm) nach San Francisco geht, weil er das Gefühl hat etwas verändern zu müssen. In San Francisco leben sie in dem Arbeiterviertel Castro, in dem er auch eine große Schwulengemeinde gibt und wo sie ihre Sexualität offen leben können.

Harvey beginnt zu begreifen, dass sich die Homosexuellen organisieren müssen, um zu zeigen, dass sie von Bedeutung sind und umso mehr Anerkennung zu gewinnen. Zunächst bezieht sich das auf die Ladeninhaber im Viertel, doch bald geht es um mehr - Harvey will Stadtrat werden, um wirklich etwas verändern zu können. Nach mehreren Wahlkämpfen geht die Beziehung zu seinem Partner in die Brüche, aber er gewinnt. Harvey lernt stückchenweise was Politik bedeutet und entwickelt eine ganze neue Strategie im Unabhängigkeitskampf für die Homosexuellen: Wenn alle Homosexuellen zu ihrer sexuellen Orientierung stehen würden, würden die Leute sehen, dass es nichts abnormales ist, sondern weit verbreitet und jeder jemanden kennt, der homosexuell ist. Dann würden sie ihr Schmuddelimage verlieren und endlich Anerkennung gewinnen.

Die Darbietung von Sean Penn und allen weiteren Schauspielern ist sehr beeindruckend. Im Abspann des Filmes gibt es einen kleinen Vergleich zwischen Schauspieler und Originalen, von denen viele Fotos und Videos existieren. Diese Vergleiche zeigen, wie nah die Schauspielern den echten Menschen gekommen sind, allen voran Sean Penn Harvey Milk. Er hat das herzensgute, lebensfrohe und dennoch leidenschaftliche Wesen von Harvey sehr gut eingefangen.

Der Film ist unterhaltsam, witzig, spannend und unheimlich interessant. Ich war schockiert, welche Vorstellungen vor noch nicht einmal 40 Jahren noch herrschten und welche Verfolgung Homosexuelle in den USA fürchten mussten (und sicher auch anderswo in der Welt). Die zum Teil verqueren Vorstellungen der restlichen Bevölkerungen sind aus heutiger Welt verstörend bis belustigend. Oder hattet ihr schon einmal das Gefühl, dass Homosexuelle versuchen, euch umzudrehen bzw. zu rekrutieren, um ihre eigene Art zu erhalten, weil sie selbst ja keine Kinder kriegen können?

Ich kann diesen Film nur jeden ans Herz legen: Die vier von fünf Kinoratten sollen keine Abwertung des Filmes sein - hier ist wie immer mein hartes Bewertungssystem schuld. Ich sehe das einfach nur im Vergleich zu anderen Meisterwerken, denen die fünf vorbehalten bleiben sollten.


Der Film in einem Zwitschern:

"Witzig, herzergreifend, schockierend, wahrhaftig: Milk ist ein würdiger Film für einen außergewöhnlichen Menschen."

Sonntag, 29. Juni 2014

Angesehen: Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger

Alex hatte mir von Anfang an versprochen, dass sie mit mir nach dem Buch "Schiffbruch mit Tiger" die Verfilmung schauen würde. Ich hatte den Film bisher nicht gesehen, weil ich davon ausging, dass er mir nicht gefallen würde und nachdem mich das Buch schon nur zu einem gewissen Teil erreichen konnte, machte ich mir wenig Hoffnung.

"Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger" Twentieth Century Fox

Produktionsjahr: 2012

Spiellänge: 127 min

FSK: 12

7,47 € (DVD) bzw.9,99 € (Blue-Ray)
(Bei Alex gab es die abgebildete 3D-Sonderedition, auch wenn wir uns die 3D-Brillen gespart haben - 28,99 €)

Ich möchte es kurz machen: Der Film kann ebenso wie das Buch mit wenig Handlung aufwarten. Das hat man versucht durch eine Dramatisierung der wenigen Details und übergroße, schillernd bunte Bilder auszugleichen, die mir persönlich nicht gefallen haben. Sicher sind sie für manchen beeindruckend, inspirierend, einfach nur schön - mir war es leider zu viel.

Was mir gut gefallen hat, war, dass man die Erzählperspektive (Pi berichtet einem Schriftsteller zu Hause von all seinen Erlebnissen) beibehalten hat. Enttäuschend fand ich allerdings, dass man das im Buch so schön beschriebene Haus voller Anzeichen seiner drei Religionen in einen modern und farblos eingerichteten Raum verwandelt hat. Da hat man der Geschichte etwas der Mystik beraubt.

Alles, was den Film gut macht, ist die Endaussage des Buches. Dafür fand ich aber schon die 527 Seiten zu lang, die wenigstens noch spannend und zum Teil witzig waren und auf die Endaussage vorbereiteten. Die 127 Minuten Film waren endgültig ein reines Warten auf den springenden Punkt.

Wenn man ruhige Filme mit schöner Musik und farbenfrohen Bildern mag, kann man zu Life of Pi greifen. Wenn man sich von der Geschichte aber wirklich inspirieren lassen will, sollte man das Buch lesen. Es ermöglicht einen viel eher in einen Diskurs mit sich selbst und anderen zum Thema Religion, Glauben und Sinn des Lebens zu treten - 2 von 5 Kinroatten.


Der Film in einem Zwitschern: 
"Bunte Bilder und hollywoodtypische Übertreibung, die Botschaft wird traurig simpel präsentiert. Das Buch ist eher zu empfehlen."

Donnerstag, 6. Februar 2014

Angesehen: Moonrise Kingdom

Wir haben ein befreundetes Pärchen, deren Wohnzimmer sieht aus wie ein Filmmuseum. Mit dem Unterschied, dass unsere Freunde mehr Filme (und Filmfiguren) haben und alles liebevoller arrangiert ist. Wenn wir gemeinsam über Filme sprechen bekommen beide so ein begeistertes Glitzern in den Augen und neulich hat so ein Gespräch dazu geführt, dass ich mir „Moonrise Kingdom“ einfach mal ausleihen durfte.

„Moonrise Kingdom“
Universal Pictures Germany GmbH
94 Minuten
7,97 € (Blu-ray)







Auf einer kleinen Insel vor der Küste Neuenglands lebt die zwölfjährige Suzy mit ihren Eltern und kleinen Brüdern. Auf der anderen Seite der Insel verbringt der Waisenjunge Sam seinen Sommer in einem Pfadfinderlager. Die beiden sind Brieffreunde und haben sich einige Monate zuvor bei einer Schulaufführung kennen gelernt, Sam sah Suzy in ihrem hübschen Krähenkostüm und war direkt hin und weg. Dann im Sommer beschließen die beiden gemeinsam durchzubrennen und werden schließlich auf der Insel von den Pfadfinderführern, Suzys Eltern und dem Jugendamt gejagt. Während alle auf der Suche nach ihnen sind verbringen die beiden eine unbeschwerte Zeit erster Verliebtheit in einer kleinen abgelegenen Bucht.

So süß, lustig und unbeschwert die Handlung auch klingt, an mich ist der Film einfach nicht herangekommen. Es gab wirklich absolut lustige Szenen, die Schulaufführung und all die Kinder in ihren Teils albernen, peinlichen aber durchweg lustigen Kostümen und der schüchterne Sam der sich in Suzy auf den ersten Blick verliebt! Wirklich toll!
Die Szenen im Pfadfinderlager mit der fast schon militärischen Ordnung. Auch unglaublich witzig.
Von Suzys schräger Familie mit den nervenden kleinen Brüdern und dem skurrilen Elternpaar ganz zu schweigen...
Ein stimmiges Bild ergibt das alles aber während der ganzen 94 Minuten nicht und ich hatte keinen blassen Schimmer worum’s jetzt eigentlich gehen soll.
Die Flucht der beiden Außenseiter und ihre kindliche Verliebtheit hätte wirklich einen tollen Film abgeben können, hätte man da noch irgendeine Botschaft oder auch nur in sich stimmige Handlung entdeckt...
Insgesamt lässt mich „Moonrise Kingdom“ irgendwie sprachlos zurück. Ja, der Film ist hier und da witzig und ideenreich, aber nichts was man gesehen haben muss und ehrlich gesagt war ich am Ende froh, als der Film zu Ende war.

Ich kann kaum mehr zu dem Film sagen. Vermutlich muss man ihn selbst gesehen haben und vielleicht verstehen ihn einige von euch anders (besser!) als ich.
Der Film schien eigentlich genau mein Beuteschema zu sein. Ich liebe ja skurrile Figuren und abgedrehte Geschichten, vielleicht hatte ich dadurch auch zu hohe Erwartungen und die vielen begeisterten Rezensionen taten ihr übriges.
Ich bin dann doch ziemlich enttäuscht und gebe nur 2 von 5 Kinoratten für die einzelnen humorvollen Szenen, die fantastisch inszeniert waren und im Rahmen einer besseren Handlung super gewirkt hätten.