Sonntag, 16. Februar 2014

Ausprobiert: Büchertagebuch "Bücher sind treu"

Schon eine ganze Weile bin ich auf der Suche nach einer Möglichkeit beim Lesen einen Platz für Notizen und Kommentare zu haben und später mal einen Überblick zu bekommen, was ich alles so gelesen habe. Außerdem möchte ich meine gelesenen, ungelesenen und gewünschten Bücher im Blick behalten. Bei der Suche nach einem schönen Büchertagebuch bin ich auf "Bücher sind treu" vom Atlantik Verlag gestolpert. Das Buch erscheint am 11. März, ich durfte es aber jetzt schonmal eine Weile testen.

"Bücher sind treu"
Atlantik Verlag
224 Seiten
10 € (Hardcover)


"Bücher sind treu" ist das erste Büchertagebuch das ich bei meiner Suche gefunden habe, das nicht nur die reine Notizfunktion in den Vordergrund stellt, sondern auch durch eine wunderschöne Gestaltung überzeugt und eine echte Liebeserklärung an Bücher ist. Es macht einfach Spaß das Buch zu benutzen.


Für jedes Buch findet sich Platz für Autor, Titel, Verlag, eine Angabe von wann bis wann das Buch gelesen wurde und eine Bewertung. Außerdem gibt es die Möglichkeit zu notieren wann das Buch gekauft wurde oder von wem es geliehen oder geschenkt ist. Nach dieser Übersichtsseite hat man 3 Seiten Platz für Leseeindrücke und Notizen. Abgeschlossen wird jeder Eintrag mit einem tollen Zitat zum Thema Bücher und Lesen.


Das Büchlein bietet insgesamt Platz für 50 Einträge. Für Vielleser ist dies fast ein bisschen knapp bemessen, es macht das Buch aber sehr handlich und trotz des festen Papieres und der hochwertigen Verarbeitung nicht zu dick. Durch die Qualiät des Papiers scheint außerdem die Schrift auf der Rückseite eines Blattes kaum durch und stört so die Optik der Einträge nicht.

Ich bin gespannt wie lange die 50 Einträge bei mir reichen werden, als ständiger Begleiter ist das Buch jedenfalls prima geeignet.


Am Ende des Buches sind einige Seiten für verschiedene Listen vorgesehen: Lieblingsbücher, Ausgeliehene und Verliehene Bücher, Verschenkte Bücher, eine Bücher-Wunschliste und Lieblingsbuchhandlungen können hier eingetragen werden. Der Verlag kennt die büchersüchtigen Leser offenbar sehr gut, denn für die Wunschliste ist mit Abstand der meiste Platz vorgesehen, das passt für mich also ganz gut.


Insgesamt ist "Bücher sind treu" ein absolut gelungenes Büchertagebuch, dass durch seine kompakte Größe sowie schöne und übersichtliche Gestaltung überzeugt. Die Seiten sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet und vor allem die Bewertungsskala für die Bücher, von 0 bis 5 Knochen, lässt mich jedes Mal wieder grinsen.
Das Buch ist ab sofort mein ständiger Begleiter und wird sich sicher auch als Geschenk an die ein oder andere Leseratte noch prima machen.

"Outside of a dog, a book is a man's best friend;
inside a dog, it's too dark to read."
- Groucho Marx

Samstag, 15. Februar 2014

Rezension: Honig von Ian McEwan

Gestern, am Tag der Blumenhä... also an Valentinstag, hing wohl bei Einigen gehörig Liebe in der Luft. Passend dazu möchte ich euch heute "Honig" von Ian McEwan vorstellen. Ein Buch voll Liebe, Spannung und Literatur!
Und mit einem McEwan kann man ja sowieso nichts falsch machen. "Honig“ von Ian McEwan habe ich mir einfach blind in der Bibliothek vorbestellt. Ich habe schon „Abbitte“, „Solar“ und „Der Zementgarten“ von Ian McEwan gelesen und gerade die ersten Beiden gehören zu meinen Lieblingsbüchern. Klar, dass ich also auch das neue Buch dieses Autors unbedingt lesen wollte.

„Honig“ von Ian McEwan
Diogenes Verlag
448 Seiten
22,90 € (Hardcover)









Serena Frome ist ein Mädchen aus gutem Haus. Ihr Vater ist Pastor, die Mutter auf die gute Bildung ihrer Töchter erpicht. Statt, wie es ihrer Leidenschaft entsprechen würde, Literatur zu studieren studiert Serena auf Drängen der Mutter Mathematik, zieht nach London und landet schließlich (über Umwege) beim MI5, dem britischen Geheimdienst. Dort wird sie wegen ihrer Leidenschaft für Literatur für einen ganz besonderen Auftrag ausgewählt: Operation „Honig“. Ein Vorhaben, das den kalten Krieg mit Mitteln der Kunst und Kultur voranbringen soll.

„Honig“ ist ein Buch, das man dreimal lesen muss. Einmal, um das große Ganze aufzunehmen, noch einmal, um den historischen Hintergrund ganz zu verstehen und alles richtig einzuordnen und am Schluss, um alle literarischen Anspielungen, Querverweise und alle genannten Werke mitzukriegen.
Ich gebe zu, dass mich Geschichte zwar sehr interessiert, ich aber ein unheimlich schlechtes Gedächtnis habe. Viele historische Details und zeitliche Abläufe kann ich mir beim besten Willen nicht merken, muss also immer nochmal nachschlagen. Da mich diesmal die Geschichte um Serena, ihre Liebschaften und ihr brisanter Auftrag so mitgenommen haben ist die Recherche zum historischen Hintergrund wirklich zu kurz gekommen. Das könnte ich dann wohl erst beim zweiten Lesen noch ganz aufnehmen. Spannend war es aber allemal. Geheimdienste, die sich Autoren und Künstler zu Nutze machen um die Regierung zu unterstützen oder eben den Feind schlecht aussehen zu lassen, eine seltsame und doch nicht weltfremde Vorstellung.
Trotz der politisch, historisch schweren Rahmenhandlung ist „Honig“ vor allem eins: spannend. Ich wollte unbedingt Wissen wo der Autor mit all dem hin will und wie Serenas innere Konflikte gelöst werden, dass sich ihre Probleme nicht einfach in Luft auflösen würden war abzusehen und es hat mich gefreut, dass diese Konflikte wirklich bis zum Ende ausgearbeitet wurden. Die Handlung baut sich ganz ruhig und undramatisch auf und trotzdem habe ich immer mehr das Gefühl bekommen, dass mir etwas entgangen ist, dass gleich irgendetwas Großes passieren wird. Am Ende ist das natürlich auch passiert...
„Honig“ hat mich begeistert, aber zugegebenermaßen nicht so sehr wie zum Beispiel „Solar“. Das lag unter anderem daran, dass ich zwar die Hauptprotagonistin Serena sehr sympathisch, ihren Liebhaber Tom aber unheimlich anstrengend fand. Serena ist intelligent und trotzdem ein bisschen naiv, sie wirkte nachdenklich und leidenschaftlich. Einfach ein faszinierender Charakter! Ihr Liebhaber hingegen wirkte die ganze Zeit nur eingebildet und überheblich, ein Intellektueller Schnösel, der sich selbst ziemlich wichtig nimmt. Ein seltsames Paar, bei dem ich mich sich ständig fragte, was sie an ihm finden mag.
Insgesamt hat mich "Honig" aber mal wieder fasziniert. Ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass bei Ian McEwan jedes Buch ein Gesamtkunstwerk ist. Kein Gespräch scheint zufällig platziert und der Inhalt und die Form der Romane verbinden sich am Ende perfekt zu einem großen Ganzen. Dass mir der detaillreiche Schreibstil, der trotzdem so kurzweilig wirkt, gefällt brauche ich fast nicht zu erwähnen.

„Honig“ bekommt von mir 4 von 5 Leseratten, denn zwar hat mich das Buch nicht ganz so absolut mitgerissen, wie die anderen Bücher des Autors, aber es bot eine Menge Spannung und Liebe und das Thema war perfekt für mich.

Mittwoch, 12. Februar 2014

Bild&Wort: In die Ferne

Alex hatte es ja bereits angekündigt: Es ist mal wieder Zeit für ein Bild&Wort. Und da zumindest bei uns die Sonne so schön geschienen hat, die Vögel zwitschern und irgendwie alles sich nach Frühling anfühlt, wollen wir unserer aufkeimenden Sehnsucht Ausdruck verleihen:


"Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten,
aus den Stuben über die Sterne."
- Jean Paul

Montag, 10. Februar 2014

Montagsfrage #10 von Libromanie


Es ist wieder Montag: eine neue Arbeitswoche, neue Leseproben bei vorablesen und eine neue Montagsfrage von Libromanie warten auf uns. Heute geht es bei der Montagsfrage um die Menschen im Leserleben, die das Leserherz höher schlagen lassen: unsere Lieblingsautoren.

"Haben dich deine Lieblingsautoren schon mal enttäuscht?"

Susi und ich lesen beide viel Querbeet: verschiedenste Genres und natürlich auch verschiedenste Autoren finden ihren Weg in unser Bücherregal. Für uns gibt es jedoch einzelne Ausnahmen, die immer wieder gern zur Hand genommen und mit Begeisterung gelesen werden. Ich liebe die Bücher von Stephen King und lese Neuerscheinungen und alte Schätze gleichermaßen gern. Susi ist begeistert von den Büchern von Connie Palmen. 
Richtig enttäuscht wurden wir beide bisher zum Glück noch nicht.
 
Zwar war die Connie nicht immer leichte Kost, aber ob sie Susi wirklich noch enttäuscht wird sich erst zeigen. Dafür muss Susi erstmal "Freundschaft" beenden, das noch unbeendet auf dem Nachttisch liegt.
Und ich? Mit Mr. King bin ich bisher doch meist sehr zufrieden gewesen, Natürlich gab es auch Bücher, die mich nicht ganz so restlos begeistern konnten wie die übrigen (z.B. Cujo) oder bei denen ich einen zweiten Anlauf brauchte, um sie richtig zu genießen, aber unterm Strich war ich nach jedem Buch glücklich es gelesen zu haben und traurig die Geschichte verlassen zu müssen.
 
Eigentlich ist es wie bei langjährigen Freundschaften: man weiß was man aneinander hat und so nimmt man auch die kleinen Macken mit Gelassenheit hin und freut sich auf das nächste Treffen.

Sonntag, 9. Februar 2014

Rezension: Die Listensammlerin von Lena Gorelik

"Die Listensammlerin" von Lena Gorelik habe ich mir in der Bibliothek vorbestellt und jetzt Dank des "Rückgabe-Drucks" und der tollen Geschichte schnell verschlungen.

"Die Listensammlerin" von Lena Gorelik
Rowohlt Berlin Verlag
352 Seiten
19,95 € (Hardcover)










Sofia macht sich schon immer ihre Gedanken zur Welt, zu ihrer Familie und dem Leben... und notiert die Ergebnisse in ihren Listen. Sie führt Listen über Bücher, die noch geschrieben werden müssen, Listen über die Redewendungen ihrer Großmutter oder die filmreifen Szenen in ihrem Leben. Sofia glaubte immer, die Einzige mit dieser Leidenschaft zu sein, bis sie eines Tages unter den Sachen ihrer Großmutter auf die Listen ihres Onkels Grischa stößt und sich diesem unbekannten Verwandten sehr verbunden fühlt.
"Die Listensammlerin" ist ein berührendes Buch. Es werden die Geschichten von Sofia und dem ihr unbekannten Onkel Grischa, in der ehemaligen Sowjetunion, parallel erzählt. Grischa war genau so ein Querkopf wie Sofia und hatte doch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Ich kann im Nachheinein gar nicht sagen, welcher der beiden Handlungsstränge, Sofias in der Gegenwart oder Grischas mit seinem Kampf im kommunistischen Russland, mich mehr bewegt hat. Vermutlich war die Kombination der beiden ungewöhnlichen Geschichten genau das, was den Reiz des Buches für mich ausgemacht hat.
Die an einigen Stellen eingeschobenen Listen haben gut zur Handlung gepasst und die Eigenarten der Protagonisten toll unterstrichen. Ehrlich gesagt habe ich kaum genug davon bekommen können und hätte gern mehr von diesen wirrren Gedankensammlungen gelesen. Sie wirkten immer authentisch und fast hat man das Gefühl, in den Aufzeichnungen eines Freundes zu blättern. 
Wie Sofia von ihrer Leidenschaft Listen anzulegen und zu pflegen erzählt kann ich mir richtiggehend vorstellen, wie sie mit Notizbuch und Stift wild vor sich hinschreibt. Manchmal habe ich auch angefangen selbst in Listen zu denken...

Gründe, "Die Listensammlerin" zu mögen
  • tolle Charaktere
  • viele, witzige Listen ;-) das lockert die Handlung auf und zeigt die Eigenarten der Protagonisten wirklich toll
  • viel Gefühl (Humor aber auch Tragik haben sich in diesem Buch vereint)
  • ein ungewöhnlicher Erzählstil (Listen, Dialoge, genaue Beschreibungen, Zeitsprünge) ein wilder aber stimmiger Mischmasch
  • ein Buch voller kleiner und großer Weisheiten
  • Liebe und Mut
"Die Listensammlerin" erzählt davon wie anstrengend aber auch schön Familie sein kann und dass man seine Eigenarten als Stärke akzeptieren sollte. Es berichtet von kleinen und großen Schicksalsschlägen und wie wichtig der Mut ist, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Das Buch hat mich sehr bewegt, aber auch eine Menge Gründe zum Lachen geboten und sich einfach "gut" angefühlt. Wie der Apfelkuchen-Duft, den Sofia in der Wohnung ihrer Großmutter riechen konnte, auch wenn diese gar keinen Apfelkuchen gebacken hatte, hat das Buch eine Menge Wärme und Liebe verströmt.

Unterm Strich, schlicht und ergreifend 5 von 5 Leseratten.

Samstag, 8. Februar 2014

Angelesen: Der Teufel von New York von Lyndsay Faye

Ihr habt sicher gemerkt, dass es in der vergangenen Woche etwas ruhiger hier war. Das hängt damit zusammen, dass ich vor mich hinkränkele und Susi im Stress stand. Da war der Rattenbau kurzfristig ziemlich verwaist. Heute geht es endlich wieder weiter. Der Blog-Kalender hatte zwar einen anderen Vorschlag (ein schönes Bild&Wort für euch zum Wochenende) aber dann habe ich gerade bei vorablesen vorbeigeschaut und mir ist aufgefallen: ich habe noch nichtmal die Leseproben dieser Woche durchgesehen und die Neuen sind ja schon mit Riesenschritten im Anmarsch.
Und obwohl ich momentan manchmal ziemliches Pech mit Thrillern hatte (siehe "Schnitt" von Marc Raabe) hat mich "Der Teufel von New York" magisch angezogen. Dieses Buch hatte ich schon auf dem Merkzettel seit es bei vorablesen angekündigt wurde und der erste Leseeindruck ist wirklich super, das Bild&Wort muss also warten.

"Der Teufel von New York" von Lyndsay Faye
480 Seiten
15,90 € (Taschenbuch)

Erscheint am 01.03.2014
Eine Leseprobe von Vorablesen findet ihr hier.






Ich bin zwar durch das Cover und den Titel auf das Buch aufmerksam geworden, wirklich hängen geblieben bin ich aber erst bei der Inhaltsangabe. "Der Teufel von New York" dreht sich um einen grausamen Mord an einer Reihe von Kindern, 1845 in New York. Nur ein kleines Mädchen kann fliehen und wird kurze Zeit später vom Polizisten Timothy Wilde in den Straßen von New York gefunden. Das Mädchen ist verängstigt und völlig mit Blut besudelt. Das klingt schonmal ziemlich spannend und echt gruselig. 
[Anmerkung: Ich gebe ja zu, dass ich Kinder gruselig finde. Also natürlich nicht alle normalen Kinder die ich so Treffe, aber Kinder in Horror- oder Gruselfilmen machen mich echt fertig. Und es gibt eine MENGE Kinder in diesen Filmen, ein paar Beispiele gefällig? Mir fallen ganz spontan "The Ring", "Fall 39", "Das Waisenhaus", "Insidious", "Mama" (davor hab' ich mich gedrückt, ausgiebiges anschauen des Trailers hat mir gereicht *brrr), "So finster die Nacht", "Der Exorzist" und  "Shining" ein... ]
"Der Teufel von New York" bietet aber neben der offensichtlichen Spannung noch ein paar mehr Themen: die Migranten aus Europa, die das junge Amerika überschwemmen, aufkeimende Kriminalität und Unruhen zwischen Katholiken und Protestanten. Das alles wird aus der Perspektive des jungen Polizisten Tmothy Wilde berichtet, der selbst offenbar keine leichte Kindheit hatte und das raue, unfreundliche New York kennen gelernt hat. Im  Jahr 1845 wird die Polizei von New York gegründet und Timothy steigt ein, weil er eine Beschäftigung braucht. Als ehemaliger Barmann hat er eine gute Beobachtungsgabe und sonderlich hoch sind die Anforderungen nicht um bei der Polizei einzusteigen.
Neben aller spannender Handlung kann mich aber auch ein Thriller erst überzeugen wenn der Schreibstil stimmt. Das ist bei "Der Teufel von New York" definitiv der Fall. Der Schreibstil ist detailliert, bietet aber vor allem eine ganz besondere, dichte Atmosphäre. Das kommt vor allem daher, dass die Beschreibungen von Personen und Orten, die Gespräche und Begebenheiten toll miteinander verwoben werden. Ich konnte mich von der Leseprobe kaum losreißen und war schon nach wenigen Seiten mitten in der Geschichte.
Der historische Hintergrund, die Protagonisten, der unglaublich flüssige und angenehme Erzählstil und die Spannung. Hier stimmt auf den ersten Blick alles. 

Ich hoffe sehr, dass ich auch bei dieser Verlosung nochmal Glück habe, so oder so: dies ist wieder eine der Entdeckungen, die ich unbedingt hier vorstellen möchte.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Angesehen: Moonrise Kingdom

Wir haben ein befreundetes Pärchen, deren Wohnzimmer sieht aus wie ein Filmmuseum. Mit dem Unterschied, dass unsere Freunde mehr Filme (und Filmfiguren) haben und alles liebevoller arrangiert ist. Wenn wir gemeinsam über Filme sprechen bekommen beide so ein begeistertes Glitzern in den Augen und neulich hat so ein Gespräch dazu geführt, dass ich mir „Moonrise Kingdom“ einfach mal ausleihen durfte.

„Moonrise Kingdom“
Universal Pictures Germany GmbH
94 Minuten
7,97 € (Blu-ray)







Auf einer kleinen Insel vor der Küste Neuenglands lebt die zwölfjährige Suzy mit ihren Eltern und kleinen Brüdern. Auf der anderen Seite der Insel verbringt der Waisenjunge Sam seinen Sommer in einem Pfadfinderlager. Die beiden sind Brieffreunde und haben sich einige Monate zuvor bei einer Schulaufführung kennen gelernt, Sam sah Suzy in ihrem hübschen Krähenkostüm und war direkt hin und weg. Dann im Sommer beschließen die beiden gemeinsam durchzubrennen und werden schließlich auf der Insel von den Pfadfinderführern, Suzys Eltern und dem Jugendamt gejagt. Während alle auf der Suche nach ihnen sind verbringen die beiden eine unbeschwerte Zeit erster Verliebtheit in einer kleinen abgelegenen Bucht.

So süß, lustig und unbeschwert die Handlung auch klingt, an mich ist der Film einfach nicht herangekommen. Es gab wirklich absolut lustige Szenen, die Schulaufführung und all die Kinder in ihren Teils albernen, peinlichen aber durchweg lustigen Kostümen und der schüchterne Sam der sich in Suzy auf den ersten Blick verliebt! Wirklich toll!
Die Szenen im Pfadfinderlager mit der fast schon militärischen Ordnung. Auch unglaublich witzig.
Von Suzys schräger Familie mit den nervenden kleinen Brüdern und dem skurrilen Elternpaar ganz zu schweigen...
Ein stimmiges Bild ergibt das alles aber während der ganzen 94 Minuten nicht und ich hatte keinen blassen Schimmer worum’s jetzt eigentlich gehen soll.
Die Flucht der beiden Außenseiter und ihre kindliche Verliebtheit hätte wirklich einen tollen Film abgeben können, hätte man da noch irgendeine Botschaft oder auch nur in sich stimmige Handlung entdeckt...
Insgesamt lässt mich „Moonrise Kingdom“ irgendwie sprachlos zurück. Ja, der Film ist hier und da witzig und ideenreich, aber nichts was man gesehen haben muss und ehrlich gesagt war ich am Ende froh, als der Film zu Ende war.

Ich kann kaum mehr zu dem Film sagen. Vermutlich muss man ihn selbst gesehen haben und vielleicht verstehen ihn einige von euch anders (besser!) als ich.
Der Film schien eigentlich genau mein Beuteschema zu sein. Ich liebe ja skurrile Figuren und abgedrehte Geschichten, vielleicht hatte ich dadurch auch zu hohe Erwartungen und die vielen begeisterten Rezensionen taten ihr übriges.
Ich bin dann doch ziemlich enttäuscht und gebe nur 2 von 5 Kinoratten für die einzelnen humorvollen Szenen, die fantastisch inszeniert waren und im Rahmen einer besseren Handlung super gewirkt hätten.

Montag, 3. Februar 2014

Montagsfrage #9 von Libromanie


Es ist wieder Montag und Libromanie hat sich wieder eine ausgefallenen Frage ausgesucht:  

"Welcher Romanfigur möchtest du dringend etwas sagen?"

Heute antworte mal nur ich - verständlicherweise, weil ich die redseligere von uns beiden bin. Und das führt mich auch gleich zu meiner Antwort: Ich möchte eigentlich keiner Romanfigur etwas dringend sagen. Meine Romanfiguren und ich sind im Reinen miteinander. Wir diskutieren nämlich alles direkt beim Lesen aus. Sie merken sofort, wenn mir etwas nicht gefällt - durch lautes Rufen, energisches Buch zuklappen oder auf den Tisch/Bett/Schoß fallen lassen. Gelegentlich diskutiere ich das ganze auch zunächst mit Freunden aus - wer mich kennt, braucht viele Bücher gar nicht selbst zu lesen, denn ich erzähle sie leidenschaftlich gerne nach.
Aber jetzt fällt mir doch jemand ein - Scarlett O'Hara! Ja ich stehe dazu - ich liebe dieses Buch! Schließlich steht es sogar auf meiner Top-20-Liste. Und ich liebe Red Butler! Und wie oft möchte ich Scarlett zurufen: Jetzt nimm ihn doch! Jetzt sei doch nett zu ihm! Jetzt sieh doch endlich ein, er ist es! Beim ersten Lesen war ich so sauer auf sie, dass ich das Buch zwischendurch für Monate weggelegt habe, um sie für ihre erste Ehe zu bestrafen.

Und dennoch verstand sie es nicht ...

Sonntag, 2. Februar 2014

Rezension: Wiedersehen in Hannesford Court von Martin Davies

Ein Buch meiner Weihnachts-Bestellung war „Wiedersehen in Hannesford Court“ von Martin Davies. Auf dieses Buch war ich im Adventskalender des dtv Verlags aufmerksam geworden und musste es unbedingt lesen. An sich wäre es eine perfekte Weihnachts-Lektüre gewesen, hat sich aber auch im Januar ganz gut geschlagen. Ein bisschen hin und her gerissen bin ich dann unterm Strich aber doch.

„Wiedersehen in Hannesford Court“ von Martin Davies
dtv Verlag
336 Seiten
14,90 € (Klappbroschur)








Tom Allen kommt nach seiner Zeit an der Front im Jahr 1919 das erste Mal wieder nach Hannesford Court, dem Landsitz der Familie Stansbury. Vor Ausbruch des ersten Weltkrieges hat er hier mit seinen Freunden (den Kindern der Familie und deren Clique) eine fröhliche und übermütige Zeit verbracht. Hinter der unbeschwerten Fassade schienen sich jedoch schon vor dem Krieg mehr zu verbergen, als Tom ahnte. Während des letzten Balles in Hannesford Court erlitt einer der Gäste einen Herzinfarkt. Der Sohn des Gastes erhielt kurz vor seinem Tod einen seltsamen Brief von dem alten Herren in dem er berichtete, dass er „Schreckliches“ in Hannesford Court beobachtete. Tom Allen versucht nun den Geschehnissen auf den Grund zu gehen.
Die Geschichte von „Wiedersehen in Hannesford Court“ ist etwas umständlich nachzuerzählen und braucht auch im Buch eine Weile, bevor sie Fahrt aufnimmt. Die ersten Kapitel waren recht zäh und ich habe mich gefragt, ob ich richtig in die Geschichte reinkommen würde. Nach ungefähr dem ersten Drittel des Buches war ich dann komplett in Hannesford Court mit seinem gesellschaftlichen Leben, den Intrigen und persönlichen Zerwürfnissen abgetaucht.
Die Sprache ist sehr detailliert und voll schöner Beschreibungen und passt zur feinen Gesellschaft in der die Handlung stattfindet. Die Abschnitte der Handlung, in denen Tom Allen mittels Gesprächen und eigenen Nachforschungen den Geheimnissen in Hannesford Court nachgeht haben für mich den eigentlichen Charme des Buches ausgemacht. Der Protagonist ist unheimlich sympathisch und trotzdem nicht makellos, seine Zeit während des Krieges beschäftigt ihn wie so viele andere junge Männer seiner Generation. Die so auftretende Kluft zwischen der oberflächlichen Gesellschaft und dem Protagonisten, der diesen schönen Schein hinterfragen möchte, war sehr interessant.
Richtig vom Hocker gehauen hat mich das Buch dann leider unterm Strich trotzdem nicht. Nach dem zähen Start hatte es zwar einen spannenden Mittelteil und ein interessantes Ende zu bieten, war jedoch kein Buch, das mit ganz neuen Ideen daherkommt.
Es fällt mir schwer dieses Buch gerecht zu bewerten, es ist ganz sicher kein schlechtes Buch, aber auch nicht so gut wie andere der mit 4-Ratten bewerteten Bücher. Eine mittelmäßige 3-Ratten-Bewertung ist eigentlich auch wiederum fast zu schlecht für „Wiedersehen in Hannesford Court“… trotzdem vergebe ich 3 von 5 Leseratten (mit Tendenz nach Oben) für diese Geschichte.

Samstag, 1. Februar 2014

Challenge 2014: 2. Leseexperiment

 

Es ist wieder Zeit für ein LeseExperiment und dieses Mal soll es schon etwas mehr Zufall sein:

"Würfele mit einem beliebigen Würfel und lies ein Buch, in dessen Titel die gewürfelte Zahl vorkommt." 

Bei den Würfeln seid ihr frei - ehrlich gesagt, freu ich mich besonders über kreative Würfelunterstützer. 
Hier greift auch zum ersten Mal die 25er-Regel: Wenn ihr das Buch auswählt, müsst ihr euch zuvor entscheiden, wo ihr es suchen wollt. Unter amazon, im Katalog der um die Ecke liegenden Bibliothek, in eurem oder fremden Bücherregalen. Das ist erst einmal egal - ihr müsst nur bedenken, dass ihr am Ende nur unter den ersten 25 Büchern wählen könnt, die ihr findet, deren Titel eure Zahl enthält. 

P.S. Auch wenn ihr das Buch z.B. über Amazon auswählt, könnt ihr es euch natürlich zum Lesen in der Bibliothek besorgen. Nur bei der Auswahl seit ihr dann auf die ersten 25 Ergebnisse von Amazon beschränkt.


An diesem Experiment nehmen sowohl Alex als auch ich teil. Deswegen haben wir uns zum gemeinsamen Würfeln getroffen. Alex brachte die ausgefallene Würfelsammlung ihres Mannes mit und wir hatten das folgende Ergebnis:















Der rote gehörte zu mir und entschied sich für 11. Alex ihrer ist der blaue und zeigte die acht. Die Würfel im Hintergrund waren nur Deko und ntaürlich nicht die vorherigen Versuche ;-)

Wichtig für unsere und eure Suche war/ist, dass die Zahl zwar im Titel vorkommen soll, aber nicht unbedingt als Zahl. Wie Alex unten erklärt, gingen auch Titel mit "Hab acht" oder ähnlichem. Die Zahlen dürfen sich natürlich auch wiederholen, wie z. B. "111 Dinge" und sie muss auch nicht exklusiv vertreten sein wie beispielsweise bei einem Titel mit "11:23 Uhr".

Mein Buch ist:

"Im Sommer abends um halb elf" von Marguerite Duras Suhrkamp Verlag
218 Seiten
16,80 € (Gebundene Ausgabe)

Alex und ich haben einen Arbeitgeber, der glücklicherweise auch über eine Bibliothek mit Fach- und "Trivialliteratur" verfügt. Dort gab ich die Zahl elf in den Computer ein und erhielt erstaunlich viele, gute Ergebnisse. Offensichtlich hat die Zahl elf eine große Bedeutung in der Weltliteratur und der Liebe.

Ausschlaggebend für dieses Buch war die Tatsache, dass es in meinem letzten Highlightbuch "Wie die Franzosen die Liebe erfanden" besprochen worden ist. Das liebe ich so am Prinzip Zufall! Ich wollte so gerne alle Bücher aus diesem Buch lesen und jetzt hab ich den Schupser für das erste bekommen.

Alex wird mit dem folgenden Buch teilnehmen:


"Acht Wochen verrückt" von Eva Lohmann
Piper Verlag
224 Seiten
8,99 € (Taschenbuch)

Meine Wahl für unsere 2. Challenge ist auf "Acht Wochen verrückt" gefallen. Ich habe mit einem 10-Seitigen Würfel gewürfelt und die Acht erwischt, im Angebot bei Amazon waren dann bei meiner Suche ziemlich skurrile Titel, die ersten acht Wochen im Leben eines Hundewelpen und diverse Ratgeber über Achtsamkeit. Unter diesen Nieten sind mir drei Bücher positiv ins Auge gestochen "Acht Wochen verrückt", "Hab acht auf meine Schritte" und "Die achte Offenbarung". Ich habe mir die ersten beiden aus der Bibliothek geholt, werde aber für die Challenge nur "Acht Wochen verrückt" lesen, weil es genau den Zweck unserer Challenge trifft: es ist ein Buch, dass ich ohne dieses Experiment vermutlich nie in die Hand genommen hätte.

Viel Spaß beim Würfeln und der Suche nach neuen Schätzen!
Wir sind gespannt auf eure Geschichten und Entdeckungen!