Mittwoch, 15. Januar 2014

Angehört: In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge

Vor einer Weile versuchte ich eine neue Methode, um mich zum aufräumen und putzen zu motivieren: Ich kaufte mir Hörbücher. So zog dieses bisher von mir wenig bevorzugte Medium bei mir ein und verschaffte mir Eugen Ruges "In Zeiten des abnehmenden Lichts".

"In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Eugen Ruge

Argon Hörbuchverlag

12 Stunden, 7 Minuten

13,35 €


Es ist die Geschichte einer ostdeutschen Familie von 1952 bis 2001. Es wird aus der Sicht mehrer Familienangehöriger erzählt - der Mutter, dem Sohn, der Schwiegertochter, der Schwiegermutter, dem Enkel und dem Urenkel - zu verschiedenen Zeiten. Aufgebaut sind alle diese nach Sicht und Zeit durchwirbelten Anekdoten um den 1. Oktober 1989. Er dient als Leitfaden durch die Geschichte.

Es geht um das Exil Mexiko während des Zweiten Weltkrieges, dem Leben in der DDR von Anfang bis Ende und dem Leben danach, indem sich manche immer noch verloren fühlen. Der Erzählstil ist ruhig, unaufgeregt, als ob jemand einfach nur eine gute Geschichte erzählen möchte. Dabei jedoch witzig, klug und unterhaltsam. Ulrich Noethen kitzelt all die verborgenen Nuancen durch seine ruhige, pointierte Sprechweise hervor. Es war wunderschön ihm zuzuhören.

"In Zeiten des abnehmenden Lichts" ist keine leichte Lektüre und hat dennoch eine federleichte, wenn auch intelligente Sprache. Es gilt aufzupassen, möchte man alle Aspekte der Geschichte am Ende zu einem vollständigen Bild zusammen setzen. Das Buch behandelt kein einheitliches Thema - es geht um Liebe, Angepasstheit, die DDR, Alkoholismus, Scheitern, das ganz normale Leben und vieles mehr. Vielleicht fühlte ich mich deshalb etwas allein gelassen, als die Geschichte für mich plötzlich endete. Sie entließ einen ebenso schnell, wie sie einen empfangen hatte. Es ist, als ob man nur kleine Blicke in die Welt der Protagonisten erhaschen konnte, bevor der Vorhang wieder fiel.

Insgesamt ist die Geschichte wie auch das Hörbuch wunderschön - daher gebe ich ihm fünf von fünf Leseratten. Dank Ulrichs Noethen für mich wunderbaren Tonation, werde ich wohl noch oft diesem Buch lauschen. Hätte ich das Buch gelesen, wäre ich mir nicht so sicher - aber dafür sind es auch zwei unterschiedliche Medien.

Montag, 13. Januar 2014

3 Fragen an: Daniel Holbe

Ich habe Daniel Holbe bei seiner Lesung zu "Teufelsbande" live getroffen und fand ihn direkt sympathisch. Leider war ich viel zu schüchtern um mich als Blogger zu outen und war einfach Inkognito unterwegs (Sorry nochmal dafür ;-)...). Trotzdem hat er sehr nett auf meine Mail-Anfrage nach einem kurzen 3-Fragen-Interview reagiert und mir ausführlich geantwortet.

Am Sonntag könnt ihr meinen Eindruck zu Teufelsbande hier lesen, heute vorab meine 3 Fragen an Daniel Holbe! (Im Moment versuche ich eine gute Fee, zwecks dreier Wünsche, zu kontaktieren...)


1. Kennst du Rocker/Biker oder woher hast du die Inspirationen für die Charaktere aus Teufelsbande genommen?

Ja, ich kenne eine Menge Biker und auch eine Handvoll Rocker. So richtig Modell für eine bestimmte Person stand zwar niemand, denn ich vermische Eigenschaften verschiedener Real-Charaktere beim Schreiben gerne. Aber einige reale Familiennamen durfte ich verwenden und es sind natürlich die einiger Motorrad-Kolleg(inn)en :-)
Für die Hintergrundrecherche habe ich dann mit Personen gesprochen, deren Identität ich niemals 1:1 ins Buch übernehmen würde. Da geht es mir auch mehr ums Innenleben eines Menschen, die Psychogramme oder auch - besonders bei Teufelsbande - die Zwänge, denen eine Person ausgesetzt war (oder ist). Da gab es nicht wenige Barrieren und manchmal hagelte es tagelang nur Schweigen und Ignoranz, aber letzten Endes hat es dann eben doch hingehauen. Und ich habe einige haarsträubende Geschichten, die nicht ins Buch fanden. Die erzähle ich dann, wenn es sich ergibt, gerne mal auf Lesungen.

Auf Achse (Foto von eipesch.com)

2. Hast du die Handlung von Teufelsbande komplett geplant oder hast du dich erst beim Schreiben leiten lassen?

Den Grundstock plane ich immer, schon allein, weil das Ganze ja mit dem Verlag abgestimmt werden will. Und da es sich auch noch um die erste Partner-Ermittlung von Julia Durant und Peter Brandt handelt, die ich schrieb, mußte eigentlich das Meiste zu beginn feststehen.
Ein Stück weit bestimmen dann auf dem Weg durchs Manuskript meine Recherchen und Gespräche die Handlung, bzw. die Ausprägung einiger Stränge. Zum Beispiel das kleiner als geplant geratene Thema V-Leute.
Das Feeling einer Szene, die Atmosphäre, die zeitliche Abfolge oder eine ganze Menge an "banalen" Details lasse ich aber stets ganz spontan entstehen. Dazu setze ich mich auch mal mit dem Laptop in die Nähe der Kaiserleibrücke oder in ein Waldstück. Manchmal so lange, bis ich den toten Körper oder den Streit zweier Akteure vor dem geistigen Augen sehen kann oder im Ohr habe. Dann finden sich die passenden Worte fast von selbst.
Osthafenbrücke in Frankfurt am Main (Foto von eipesch.com, die Kaiserleibrücke gab es leider nicht im Portfolio ;-)... aber man kann sich gut vorstellen wie inspirierend die vor Ort Termine wirken müssen)

3. "Teufelsbande" hat diesmal mit den Motorradbanden eine ganz neue Thematik behandelt, kannst du schon verraten wohin es thematisch ungefähr mit "Die Hyäne" oder mit dem Holbe-Holbe "Giftspur" gehen wird?

Ich beginne mal mit "Giftspur", weil das der nächsterscheinende Titel ist. Es geht um Gift, klar, aber ich werde mit diesem Thema nicht nur ein, zwei Morde sonder auch die gesamte Nahrungsproduktion in Verbindung setzen. Außerdem geht es für die beiden Kommissare um Familie und ihren Wechsel des beruflichen und privaten Lebensmittelpunktes. Kein düsterer, manchmal eher ein augenzwinkernder Stoff, der mir beim Schreiben UND Korrekturlesen eine Menge Freude bereitet hat. Im Gegensatz zu Julia Durants brutalen Großstadtfällen ein ländlich-beschaulicher Kontrast, der trotz allen Idylls genügend Nährboden für einen perfiden Mörder bietet.
In "Die Hyäne" jagt die Polizei einen Serienkiller, dessen Treiben viel zu lange unentdeckt blieb. Natürlich geht es wieder um einen Fall aus der Realität und das Ganze wird sehr düsterer und sehr beklemmend, so viel kann ich schon jetzt sagen. Aber abgesehen von der Tatsache, dass jemand mordet und der Kripo Leichenteile zusendet, geht es noch um etwas anderes: Stalking. Ein sehr bewegendes Thema, zu dem ich einige Betroffene befragt habe. Es gibt davon erschreckend viele! Und auch für einen der Kommissare wird der neue Band sehr persönlich werden. Damit aber genug. Denn im Gegensatz zu Giftspur ist "Die Hyäne" noch nicht fertig geschrieben.


Vielen Dank, dass du dir Zeit für meine 3 Fragen genommen hast! Ich  bin schon sehr gespannt auf die neuen Bücher und besonders auf "Giftspur" freue ich mich riesig. Ich werde es dann auch hier Vorstellen, die Vielfältigkeit der Themen in den neuen Büchern gefällt mir schonmal ausgesprochen gut!

Sonntag, 12. Januar 2014

Rezension: High Love von Madlen Ottenschläger

Mit „High Love“ haben wir von vorablesen unseren letzten Gewinn, ein Buch aus den Verlosungen im Monat Dezember, erhalten und mittlerweile beide gelesen. Wir sollten das Buch lesen und ein paar Fragen dazu beantworten. Eigentlich wollten wir beide unseren Senf darauf verteilen. Susi hat aber dann überrascht festgestellt, dass wir uns manchmal doch ähnlicher sind als wir dachten... die Rezensionen waren so ähnlich, dass es jetzt einen Kombi-Artikel unserer beiden Meinungen gibt :-).

"High Love" von Madlen Ottenschläger
Carlsen choice Verlag
200 Seiten
8,99 € (Taschenbuch)









„High Love“ ist so eines dieser Bücher, die ich mir im Laden nie ausgesucht hätte. Um ehrlich zu sein habe ich bei vorablesen nicht einmal die Leseprobe geöffnet und war auch nicht so richtig begeistert, als gerade dieses Buch unser besonderer Gewinn zum „Blog des Monats“ war und wir nun darüber auch noch etwas sagen müssen.
Ich kann es kurz machen: obwohl ich recht negativ an das Buch herangegangen bin, habe ich es schnell durchgelesen und fand es insgesamt recht gut gelungen.
Die Story ist schnell erzählt. Nach den Sommerferien ist für Manja auf einmal alles anders, das coolste Mädchen der Schule möchte ihre Freundin sein, sie gehört plötzlich zur beliebten Clique und dann will auch noch der süße, sexy Moritz ihr Freund sein. Manjas Glück scheint perfekt, bis sie und ihre Clique sich immer mehr im kiffen und saufen verlieren.
High Love ist ein typischer Teenie Roman, der neben Themen wie der ersten Liebe und dem ersten Mal auch noch die Gefahren von Alkohol und Drogen (wie eben dem Kiffen) thematisiert. Die Richtung, in die sich die Handlung entwickelt, fand ich dabei etwas einseitig und gerade für junge Leser nicht ganz optimal. Stellenweise hatte ich das Gefühl, die Probleme die in der Gruppe entstehen werden sehr kurz und oberflächlich abgehandelt, Lösungen gar nicht geboten.
Das Buch ist kurzweilig und lässt sich schnell „weglesen“, der Schreibstil ist für meinen Geschmack etwas zu knapp und abgehackt, die Jugendsprache wiederum schön umgesetzt.
Insgesamt finde ich das Buch mittelmäßig. Weder besonders gut, noch besonders schlecht, aber mit Potential nach oben. In Leseratten ausgedrückt: 3 von 5 Leseratten für "High Love".


Und jetzt die Fragen vom Vorablesen-Team zu unserer Lektüre:

-    konnte man sich in die Charaktere hineinversetzen?
Manja war eine starke ich-Erzählerin, man hatte das Gefühl sehr direkt von den Geschehnissen zu erfahren, ihre Gefühle zu teilen und ich konnte mich dadurch gut in sie hineinversetzen. Ein wirklicher Pluspunkt des Buches.

-    war der Spannungsbogen/ die Erzählung überzeugend?
Der Spannungsbogen war leider etwas flach, der Vorbau der Geschichte bis zum eigentlichen Konflikt war mir etwas zu lang. Dadurch kam nur wenig Spannung auf und es ließ außerdem wenig Zeit für die Lösung der Konflikte.

-    was hat überrascht, was war erwartbar?
Mich hat überrascht, dass mich das Buch, trotz einiger Schwächen und obwohl ich in diesem Gebiet schwer zu begeistern bin, gefesselt und unterhalten hat. Erwartbar war aber, dass die Handlung leider an einigen Stellen etwas flach geblieben ist und einige Chancen der Geschichte nicht genutzt wurden.

-    ein Satz der das Buch treffend umschreibt?
„High Love“ ist ein unterhaltsamer Jugendroman über die erste große Liebe und die Gefahren, welche Drogen mit sich bringen.

Samstag, 11. Januar 2014

Rezension: Das Museum der Stille von Yoko Ogawa

Bei unserem letzten Weihnachtsbummel habe ich mir spontan "Das Museum der Stille" von Yoko Ogawa gegönnt und es mittlerweile durchgeschmökert.

"Das Museum der Stille" von Yoko Ogawa
Aufbau Taschenbuch Verlag
352 Seiten
9,99 € (Taschenbuch)










Der namenlose Protagonist in "Das Museum der Stille" ist ein Museumsexperte, der für einen ganz besonderen Auftrag in ein kleines Dorf in den Bergen Japans gekommen ist. Für eine schrullige Alte soll er ein Museum gestalten, dass Erinnerungsstücke von allen verstorbenen Dorfbewohnern des Örtchens vor dem Vergessen bewahrt.
"Das Museum der Stille" ist ein durch und durch ruhiges Buch. Passend zum Titel und dem langwierigen, anstrengenden Aufbau des Museums fügt sich sowohl der Erzählstil als auch die vielen detaillierten Beschreibungen wunderbar zur Geschichte.
Yoko Ogawa nutzt eine sehr bildreiche, feine Sprache und das Buch lebt von der dadurch entstehenden fast magischen Atmosphäre. Normalerweise lese ich recht schnell, an diesem Buch jedoch habe ich lange verweilt, einzelne Passagen mehrmals gelesen und oft pausiert. Nicht, weil es langweilig war, sondern weil man bei den schönen Beschreibungen verweilen möchte und am liebsten im Buch abtauchen würde. Dazu kommt, dass die Handlung einem viele Fragen aufgibt. Warum die Alte so ein Museum bauen und wahren möchte, wer die Menschen sind von denen ständig neue Erinnerungsstücke hinzukommen und was es mit all dem auf sich hat.
Und obwohl die Geschichte so ruhig und gleichmäßig ist, gibt es auch einige Nebenhandlungen, die dem ganzen die nötige Tiefe verleihen und einen noch mehr hineinziehen in die Geschichte.
"Das Museum der Stille" ist, trotz all dieser Qualitäten kein Buch, dass einen unbedingt sofort begeistert. Ich habe nach dem Ende des Buches eine ganze Weile gebraucht um es zu verdauen, ehe ich seine Qualitäten erkannt habe und ehe ich gemerkt habe, wie sehr sich diese kleine Geschichte in meinen Kopf gefressen hat. Erst daran habe ich wirklich gemerkt, wie besonders dieses Buch ist.
Trotzdem bleiben mir zu viele Fragen offen, auf zu vieles gibt es nichteinmal Hinweise, wo es doch in der Geschichte eine Rolle zu spielen scheint. Das Buch wirkte in dieser Hinsicht ein kleines bisschen unvollständig.
Insgesamt muss ich diesem Buch aber 4 von 5 Leseratten geben, da es mich lang beschäftigt hat, mir die Szenerien noch vor dem inneren Auge stehen und ich davon noch eine Weile zehren werde.

Freitag, 10. Januar 2014

Die zweite Sneak des Jahres: Homefront

Eigentlich wollten wir die super exklusive erste Sneak des Jahres am 01.01.2014 besuchen. Leider (oder doch auch schönerweiser) lag unter dem Weihnachtsbaum ein kleiner Silvesterausflug, sodass ich Alex leider um eine Woche vertrösten musste.



Kinostart: 23.01.2014

FSK 16

Spiellänge: 100 Minuten






Phil Broker (Jason Statham) war Undercover-Polizist für die DEA. Nach dem Tod seiner Frau zieht er mit seiner neunjährigen Tochter aufs Land. Dort will er Ruhe finden und seinem Kind ein normales Leben bieten. Aber seine Tochter eckt an, als sie einem Jungen auf dem Schulhof die Nase blutig schlägt, weil er sie nicht in Frieden lässt. Broker verschärft die Situation noch, weil er den Vater des Jungen vor dessen und der Augen seiner Frau demütigend zu Boden wirft. Daraufhin wendet sich die Frau an ihren Bruder (James Franco), der stadtbekannterweise Meth in seiner Werkstatt kocht. Als er entdeckt, dass Broker ein ehemaliger Undercover-Polizist ist, riecht er seine Chance weiter aufzusteigen, denn Broker war bei seinem letzten Einsatz enttarnt worden. Jetzt sinnt der inhaftierte Bikerdrogenboss auf Rache für seinen Sohn, der bei der Verhaftung ums Leben kam.

Aus meiner Sicht als Frau: Ich mag Jason Statham. Und ich mag auch seine coolen, wortarmen Filme. Aber dieser hat mich gähnen lassen. Lieber wäre ich an dem Abend früh ins Bett gegangen. Ich glaube, der Film war nichts halbes und nichts ganzes. Statham verprügelt in regelmäßigen Abständen irgendwelche Kerle, am Ende erschießt er jede Menge und FSK 16 ist wohl gerechtfertigt, wenn man fast detailgenau sieht, wo die Kugel den Schädel zerfetzt. Dazwischen ist er der liebevolle Vater, der seiner Tochter über den Tod der Mutter hinwegtröstet, ihre Katze unter Lebensgefahr rettet und mit der Schulpsychologin flirtet. Der Streifen war schrecklich vorherhsehbar und nur ein Spruch war wirklich cool und originell. Zwischendurch klangen neben Trauerbewältigung noch Drogensucht und die Auswirkungen häuslicher seelischer Gewalt für Kinder an. Viel zu viel, dass irgendetwas davon zusammen einen guten Film ergeben würde.

Aus der Sicht meiner männlichen Begleitung war der Film ok. Gut gedrehte Kampfszenen und dennoch Handlung mit witzigen Momenten. Endlich mal ein Männerfilm, dessen Schlussszene sich nicht über den halben Film erstreckte.

Alex und ich sagten: Sneak-O-Mat definitiv schlecht. Die Männer sagten: Nein, ok. Egal wie - wir waren alle vier ganz schön allein mit unserer Meinung. Das überwiegend junge Publikum entschied sich selbstbewusst für gut. Ich hoffe, sie haben einfach noch nicht so viele gute Filme gesehen.






Insgesamt wollen wir mal nicht so sein und entscheiden uns für drei von fünf Kinoratten. Ich selber würde ihn als nett an all die weiterempfehlen, die auf solche Art Filme stehen.



Mittwoch, 8. Januar 2014

Angehört: Wäre ich du, würde ich mich lieben von Horst Evers

Ich liebe Horst Evers! Bisher habe ich jedes Hörbuch und Buch von ihm verschlungen und kann einige Texte förmlich mitsprechen. Wenn ich mal wieder Probleme mit dem Drucker habe schaue ich mir dieses Video hier an und auch sonst hat Horst Evers schon viel für mich und meine Freunde getan. Zum Beispiel hat er uns die „Horst Evers Methode zum Tragen schwerer Gegenstände“ (wie Küchenarbeitsplatten) gelehrt. (Anm. d. Redaktion: Leider funktioniert diese Methode nur, wenn ein ambitionierter Dieb in der Nähe ist.)

"Wäre ich du, würde ich mich lieben" von Horst Evers
Argon Hörbuchverlag
5 Stunden, 28 Minuten
16,99 € 







„Wäre ich du, würde ich mich lieben“ ist auch diesmal wieder ein Feuerwerk skurriler Ideen. 
Es geht um das Alter, echten Berliner Bubble Tea mit Buletten, Campingausflüge bei Windstärke 8, Wurstbrote per Mail, Salami per Post (man sieht, Horst Evers hat eine enge Beziehung zu Wurstwaren), Rückenschäden beim Umzug, das Konzept Berge, schlimme Grippe und modernes Theater.
Ein Hörbuch, das themenmäßig eine ganze Reihe anderer Bücher oder Hörbücher ersetzen kann.
Natürlich bin ich ein bisschen voreingenommen, aber ich habe das Hörbuch von der Ersten bis zur Letzten CD einfach genossen. Der besondere Alltags-Humor von Horst Evers, zusammen mit seinen tollen Formulierungen und der witzigen Erzählweise haben das Hörbuch für mich zu einem riesen Spaß gemacht. Es muss ein seltsamer Anblick für meinen Mann gewesen sein, wie ich die letzten Abende seltsam kichernd oder unwillkürlich losprustend vor Lachen auf dem Sofa gelegen habe.

„Wäre ich du, würde ich mich lieben“ erzählt keine einzelne große Geschichte, sondern besteht aus vielen kleinen Episoden und Begebenheiten, welche Mal mehr, Mal weniger thematisch zusammenhängen. Allen Geschichten ist gemein, dass Horst immer irgendwie vom Pech verfolgt und vom Schicksal gebeutelt scheint, dabei die Welt aber äußerst schön analysiert und fast schon poetische Schlüsse zieht. Auch seine Gedankenspiele und „Erfindungen“ wie z.B. der „Ich-hör-gar-nicht-mehr-zu-Sack“ sind einfach zum Schreien komisch.

Ich möchte gar nicht viel mehr verraten, möchte aber Horst Evers dringend allen ans Herz legen, die einen Hang zu Ironie und Sarkasmus, skurrilen Ideen und kleinen Geschichten haben.
Horst Evers macht süchtig, wer noch nichts von ihm kennt sollte auch noch in „Die Welt ist nicht immer Freitag“ reinhören, am besten gemeinsam mit eurem Glücksbrötchen!

Natürlich gibt es von mir 5 von 5 kichernden Leseratten für Horsts neues Buch!



Noch ein kleines philosopisches Video von Horst Evers von euch aus dem Programm "Schwitzen ist, wenn Muskeln weinen"

Montag, 6. Januar 2014

Wir wurden getaggt: Blogger packen aus!

Catherine und Madeleine vom Buchlingreport haben uns getaggt und ich habe das kürzere Streichhölzchen die ehrenvolle Aufgabe Rede und Antwort zu stehen. Los gehts!


Die Regeln:
- erwähne den Blogger, der dich getaggt hat
- beantworte die Fragen
- tagge mindestens 5 weitere Blogger


Die Fragen:

1. Welche Art von Blog liest du am liebsten? Und warum?

Seit ich bei vorablesen und in diversen Buch-Communities unterwegs bin lese ich vor allem Literatur-Blogs, weil ich nicht genug von neuen Buchentdeckungen bekommen kann. Vorher habe ich mich primär auf witzigen Blogs (Fantasy Blog NERD Wiki... ich liebe es, der Typ hat einen tollen Humor) oder Erfahrungsberichten starker Persönlichkeiten festgelesen.


2. In welchen Laden gehst du gerne um einzukaufen?

Die meisten Einkaufstouren von meinem Mann und mir beginnen im Karstadt und gehen dann über P&C unwillkürlich zu Thalia und Media Markt... egal wofür wir eigentlich losgehen wird unverhältnismäßig viel Zeit in letzten beiden verbracht. ;-)

3. Welchen Blog liest du am längsten?

Sternthalers Blog *Seitenweise* begleitet mich seit ich bei vorablesen eingestiegen bin, weil ihre Rezensionen mir von Anfang an immer super gefallen haben. Das war auch der erste Blog, dem ich dann per GFC gefolgt bin.

4. Welchen Blog hast du zuletzt abonniert und warum?

Bei Die Liebe zu den Büchern habe ich zuletzt auf "Beitreten" geklickt, weil es einer meiner "Vorbild-Blogs" geworden ist. Das Layout gefällt mir ausgesprochen gut und die Richtung der vorgestellten Bücher passt (wie bei den Mädels vom Buchlingreport) genau in mein Beuteschema.

5. Welche 3 Blogs favorisiert du? Und warum?

Das kann ich nicht... es gibt einfach zu viele tolle Blogs, wirklich regelmäßig lese ich Folgende:
- Sternthalers Blog *Seitenweise*
- Kathrin Everdeen
- Buchlingreport
- Die Liebe zu den Büchern
- Seitenblicke

Und warum? Weil sie toll sind :-)


6. Magst du Bloggerparaden, Challenges oder Aktionen? Veranstaltest du selbst welche oder nimmst du lieber nur daran teil?

Bloggerparaden finde ich generell spannend und würde wohl auch gern mal daran teilnehmen, da wir noch so neu sind ist es bisher nicht dazu gekommen.
Einen Anfang hat Susi ja jetzt schon gemacht und unsere erste kleine Challenge ins Leben gerufen. Wir sind gespannt wie sich das entwickeln wird!

7. Würdest du sagen, dass sich dein Kaufverhalten durch das Bloggen verändert hat? Und warum?

Um auf dem Laufenden zu bleiben schaue ich regelmäßig in verschiedenste Verlagsprogramme, das habe ich früher nie gemacht und war damit auch deutlich sicherer vor dem häufigen "Verlieben", was mir im Moment passiert. Unterm Strich gebe ich seit der Blog besteht deutlich mehr für Bücher aus, habe aber auch schon viel Glück gehabt und Unterstützung von tollen Verlagen erhalten.

8. Planst du deine Posts für den Monat? Wie kommst du auf die Postideen? Von wem lässt du dich inspirieren?

Susi hatte die tolle Idee für den Blog einen gemeinsamen Google Calendar zu pflegen. Der ist echt die Rettung für unsere Planung. Wir haben beide ständig neue Ideen, lesen viele Bücher und können so immer gleich alles notieren was uns in den Kopf schießt und sogar schon konkret einem Tag zuordnen.

9. Ganz ehrlich, beantwortest du alle Kommentare bzw. Mails usw.?

Wir versuchen es. Da es noch nicht so viele sind klappt es auch meistens, aber manchmal rutscht doch einer durch. Die Kommunikation mit Lesern und anderen Bloggern war einer der größten Anreize für uns mit dem Read Pack an den Start zu gehen, von daher genießen wir diesen Teil des Blogs besonders.

10. Zum Schluss: hast du Tipps für Blog-Anfänger, die gerne mit ihrem Blog durchstarten möchten und mehr Menschen erreichen wollen?

Einfach loslegen! Überlegt euch worum es gehen soll und fangt an. Hilfreich sind auch andere Blogger mit denen man in Kontakt treten und den eigenen Blog entwickeln kann, das macht einem vor allem am Anfang wenn die Besucherzahlen so mickrig aussehen Mut.


Ok, kurzer Zwischenstand, nochmal zur Erinnerung:

- erwähne den Blogger, der dich getaggt hat
- beantworte die Fragen
- tagge mindestens 5 weitere Blogger

Ich bin ein Rebell. Ja, richtig, ich tagge hiermit keine 5 speziellen Blogger, einfach weil ich nicht einschätzen kann wer Lust hätte mitzumachen.
Viel besser! Jeder der das hier liest darf sich einen der hübsch verpackten Tags vom Stapel nehmen, sie liegen am Ausgang für alle bereit ;-)

Sonntag, 5. Januar 2014

Rezension: Die Engelmacherin von Camilla Läckberg

Bei Vorablesen hatte ich im Dezember richtig Glück, trotz unheimlich vielen Teilnehmern durfte ich „Die Engelmacherin“ von Camilla Läckberg lesen, das schon seit ich es in der Verlagsvorschau gesehen habe auf meinem Wunschzettel stand. Jetzt habe ich es beendet und bin begeistert!

"Die Engelmacherin" von Camilla Läckberg
464 Seiten
19,99 € (Hardcover)

(Eine Leseprobe von vorablesen findet ihr hier)







Ebba Stark kommt gemeinsam mit ihrem Mann zurück in ihr Geburtshaus nach Fjällbacka, um den Tod ihres Sohnes zu verarbeiten. Zwar ist es das Haus ihrer Eltern, doch Ebba hat keinerlei Erinnerungen an ihre Familie oder das Leben dort. Die Familie verschwand 1974 ohne jede Spur, nur Ebba ließen sie zurück. Als nach Ebbas Rückkehr ein Mordanschlag auf sie verübt wird, kommt ihr die Vergangenheit näher, als ihr lieb ist.
„Die Engelmacherin“ war mein erster Krimi von Camilla Läckberg und hat mich absolut begeistert. Man steht sofort mitten in der Geschichte um Ebba und ihren Mann Marten, taucht aber auch in die Passagen aus der Vergangenheit des alten Hauses sehr schnell ab. Ich mag es immer, wenn in Geschichten mehrere Zeitebenen verbunden werden. In wenigen Büchern ist das so gut gelungen wie hier. Die Passagen aus der Vergangenheit sind allesamt recht kurz und bilden eine Auflockerung der Geschichte ohne sie auseinander zu reißen, schaffen es trotz aller Knappheit aber selbst, einen eigenen Erzählstrang zu entwickeln (dem man unbedingt folgen möchte). Am Ende wird dann einfach alles fantastisch verbunden.
Bemerkenswert sind auch die Charaktere des Buches, sie wirken alle sehr detailliert und liebevoll herausgearbeitet. Trotz einer Menge an Protagonisten hatte ich so nie das Gefühl, dass mir einzelne Charaktere entgehen oder ich sie nicht auseinanderhalten kann. Das passiert mir oft, wenn sie zu blass dargestellt bleiben.
„Die Engelmacherin“ ist ein Krimi mit einer klugen Handlung, der perfekt geschichtliche Fakten und eine spannende Geschichte verwebt. Auch hier ist es gelungen ohne viel Blutvergießen über einen langen Zeitraum die Spannung aufrecht zu erhalten und den Leser bis zum Ende zu fesseln. Das macht für mich einen guten Krimi aus. Dass die geschichtlichen Hintergründe so exakt recherchiert waren hat mich dann völlig fasziniert. (Ich habe alles nachgeschlagen und war begeistert wie viele Details in die Handlung eingewoben wurden.)
Nicht alle Wendungen und Lösungen kamen wirklich überraschend, aber insgesamt hat mich das Buch trotzdem bis zum Ende gebannt. Ich kann daher mal wieder nicht anders (ich hoffe Susi schimpft nicht zu sehr ;-)...) und muss dem Buch 5 von 5 Leseratten verleihen!
 

Vielen Dank an Vorablesen und den List Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Samstag, 4. Januar 2014

Rezension: Wie die Franzosen die Liebe erfanden von Marilyn Yalom

Ich hatte mal wieder Glück bei vorablesen! Obwohl Glück hier wohl eher heißt, einer von nur 159 gewesen zu sein. Bei 100 Freiexemplaren also fast eine sichere Bank und im Nachhinein bin ich sehr froh darüber.


"Wie die Franzosen die Liebe erfanden" von Marilyn Yalom Graf Verlag

420 Seiten (plus 23 Seiten Anmerkungen und Personenregister)

22,99 € (Hardcover)









Es ist ein Sachbuch. Seine Geschichte ist die französische Literatur der letzten 900 Jahre. Allein das erfüllt einen mit Ehrfurcht und Angst. Wer will sowas lesen? Außer sie oder er studiert französische Literatur.

Aber hier liegt der besondere Zauber dieses Buches - man möchte es lesen! Man möchte es gerade zu verschlingen und wünscht sich gleichzeitig die Zeit zu haben all das, was die Autorin beschreibt, parallel lesen zu können.

Marilyn Yalom erzählt in beschwingter Leichtigkeit von der Geschichte und der Seele der Franzosen, fasst etliche Bücher zusammen, erzählt dutzende Biografien und hat immer eine Anekdote aus oder eine Verbindung zu ihrem eigenen Leben parat. Es ist unglaublich. Vor allem, wenn man sich nur für einen Moment vergegenwärtigt, welches Wissen, welche Recherche, welche Arbeit hinter einem solchen Werk steckt. Es ist wahrlich ein Lebenswerk.

Es ist spannend, interessant, lehrreich, unterhaltsam, amüsant und eine Sammlung der schönsten, schaurigsten und unglaublichsten Liebesgeschichten. Denn die meisten sind wahr. Jeder der Biografien mag, kann es lesen. Aber auch jeder, der sich für Frankreich, die Liebe und Literatur interessiert. Eigentlich jeder, der das hier gerade liest - denn es ist vor allem eine Besprechung aller großen Werke und Schriftsteller Frankreichs. Und dazu aus der Sicht einer Amerikanerin, die trotz ihrer prüden Heimat auch mehrere Kapitel der gleichgeschlechtliche Liebe widmet.

Ich könnte noch seitenweise so weiter erzählen - daher bleibt mir nur eins: Fünf von fünf Leseratten für dieses erstaunliche Buch, an dem ich keinen Makel finden kann und das wohl noch lange in meinem Bücherregal verbleiben wird und das ich noch oft in de Hand nehmen werde. Schon allein, weil es sehr viele gut abgehobene Zitate enthält und damit ein Quelle für viele Liebesbekundungen darstellt. Und deswegen auch ein Platz auf der Top Twenty Liste.

Freitag, 3. Januar 2014

Angelesen: Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung von Valentina D'Urbano

Herje! Die Sub-Liste wächst und wächst und vorablesen nimmt richtig Fahrt auf. Diese Woche ist wieder etwas für mich dabei und nachdem mein letzter Gewinn sich als echtes Juwel entpuppt hat (näheres gibt es morgen), kann ich nicht widerstehen.



"Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung" von Valentina D'Urbano dtv

280 Seiten

14,90 € (Taschenbuch)


Erscheint: 01.02.2014

(Eine Leseprobe von vorablesen findet ihr hier)



Beatrices geht zu der Beerdigung ihres besten Freundes Alfredo, sie ist erst 21. Sie ist in einem Armutsviertel aufgewachsen, in dem jeder seine Wohnung besetzt hält. Während sie kurz die Beerdigung beschreibt und wie sie Alfredo kennen gelernt hat, scheint sie hin und her gerissen zu sein. Man weiß nicht wirklich, wie genau die Beziehung zwischen den beiden ausgesehen hat und ob sie ihn trotz ihrer offensichtlich schlechten Meinung von seinem Charakter geliebt hat oder erst jetzt erkennt, dass sie ihn liebte und diese Ausbrüche gegen ihn aus der Trauer und der Wut kommen.

Die Geschichte nahm mich sofort gefangen: Wie ein Feuerwerk explodierten die Fragen in meinem Kopf. Die Sprache ist sehr authentisch und wechselt so schnell, dass man das Gefühl hat mitten in dem verwirrten, wütenden Kopf von Beatrice zu sein. Ich bin sehr gespannt, wohin die Reise von Beatrice weitergehen wird.