Freitag, 15. November 2013

Rezension: Bob, der Streuner von James Bowen

Nach einem ziemlich miesen Mittwoch und einer verpassten Sneak hat mir mein Mann als kleines Trostpflaster „Bob, der Streuner“ von James Bowen mitgebracht (da bin ich schon länger drum herum geschlichen). Die letzten beiden Abende war dies für mich ein nettes kleines Buch zwischendurch und eine große Aufheiterung.

„Bob, der Streuner - Die Katze, die mein Leben veränderte“ von James Bowen
Bastei Lübbe
256 Seiten
8,99 € (Taschenbuch)







James Bowen ist ganz unten angekommen, als er in seinem Hausflur einem kleinen ausgehungerten Kater begegnet. James lebt in einer Sozialwohnung, treibt sich aber hauptsächlich auf der Straße herum und verdient sich mit Straßenmusik ein bisschen Geld dazu. Er kämpft mit dem Heroinentzug und ist mit seinem Leben eigentlich überfordert. Zu diesem Zeitpunkt tritt Bob in sein Leben. James sieht, dass dem kleinen Kater dringend geholfen werden muss und nimmt ihn zu sich. Damit muss James das erste Mal in seinem Leben Verantwortung übernehmen und kämpft sich dadurch, gemeinsam mit Bob, zurück ins Leben.
Über dieses Buch wurde viel gesprochen. In einigen Nachrichtensendungen wurde über den Straßenmusiker mit seinem charismatischen Kater berichtet und mich hat diese Geschichte sehr gefreut. Die Geschichte von James und Bob ist nämlich kein großes Kino, sondern eine dieser kleinen, schönen und vor allem echten Fügungen die das Leben so schreibt. Das merkt man dem Buch auch an. Es ist in einem ziemlich holperigen Stil geschrieben und erzählt ganz einfach die Geschichte dieser beiden Freunde. Manchmal wirkt die Erzählweise etwas unstrukturiert und die Erlebnisse gehen an einigen Stellen nicht so gut ineinander über. Trotzdem liest sich das Buch flüssig und man hat das Gefühl James würde direkt von seinen Erlebnissen berichten. Für diese Art von Geschichte passt der Stil also einfach.
Wenn man nie mit Katzen zu tun hatte klingen manche Erlebnisse die James beschreibt vielleicht unglaubwürdig. Aber selbst wenn man selbst schon einiges mit den Samtpfoten erlebt hat merkt man, dass Bob eine ganz besondere Katze sein muss. Ich habe während des Lesens immer an unseren alten Kater gedacht, der leider schon im Katzenhimmel weilt, und vermutlich kennt jeder Katzenbesitzer unzählige eigene besondere Momente mit seinem Stubentiger.
Über dieses Buch möchte ich gar keine langen Worte machen, es ist eine nette Lektüre für Katzenfreunde, eine Liebeserklärung an Katzen und ein Buch das Mut macht, wegen der Geschichte aus der es hervorgegangen ist. Normalerweise würde ich jetzt noch über den Schreibstil und die Geschichte nachdenken, aber in diesem Fall wird das dem Ziel des Buches nicht gerecht. Daher kurz und gut 4 von 5 Leseratten.

Mittwoch, 13. November 2013

Rezension: Jeder stirbt für sich allein von Hans Fallada

Vor etwa zwei Jahren las ich die Biografie von Hans Fallada "Mehr Leben als eins" von Jenny Williams. Auch ein sehr gutes, beeindruckendes Buch. Es war unter anderem deswegen so interessant, weil es kurze Buchbesprechungen aller Romane von Hans Fallada enthält und so machte es mich neugierig auf "Jeder stirbt für sich allein", das vor einigen Jahren vor allem in den USA eine Renaissance erlebt hatte.


"Jeder stirbt für sich allein" von Hans Fallada Aufbau-Verlag

704 Seiten

12,99 € (Taschenbuch)

(Ich bin ehrlich: Ich selbst besitze es nicht, sondern habe es mir damals von meinen Eltern als Hardcover ausgeliehen.)




Das Buch erzählt die wahre Geschichte des Ehepaares Otto und Anna Quangel (eigentlich Hampel), das 1940 beginnt Postkarten mit Antinazi-Parolen in Berlin zu verteilen, um damit Widerstand gegen das Regime zu üben, in der Hoffnung, dass es anderen die Augen öffnet und es den Krieg beendet.

Doch das Buch besteht aus vielen weiteren kleinen Geschichten und ebenso vielen Figuren und Charakteren. Damit zeichnet es ein umfassendes Bild des alltäglichen Lebens zur damaligen Zeit. Ob Trudel Hergesell, die Verlobte des im Krieg gefallenen Quangel Sohnes, die in einer kommunistischen Widerstandszelle aktiv ist, diesen Widerstand aber aufgibt, als es um ihr Leben, das ihres Mannes und ungeborenen Kindes geht. Oder der Kommissar Escherich von der Gestapo, der auf der Suche nach dem Postkartenverteiler die Methoden der Nazis am eigenen Leib zu spüren bekommt, weil er anderen Mitgliedern der Gestapo zu überheblich erscheint.

Es gibt noch etliche Figuren mehr: Nazitreue, stille Mitläufer, Widerständler, kleine Kriminelle, Intellektuelle, aber vor allem ganz normale Menschen. Der Terror, die Willkür und die ständige Angst, die damals zum Alltag gehörten, werden mit Händen greifbar. Es macht einen ehrfürchtig und begreiflich, wie schwierig es war, Widerstand zu leisten und ist gleichzeitig eine Ehrung für alle, die irgendwie und wenn auch nur im Kleinen Widerstand geleistet haben.

Das Buch fesselt einen mit seinen vielen Schicksalen und Geschichten, wird dabei jedoch niemals unübersichtlich. Es ist keine schwere Kost, trotz des ernstes Themas, es ist ebenso wie das Leben in jeder schweren Stunde immer noch gelegentlich amüsant, spannend und liebenswert. Es lässt einen nicht wieder los, wenn es auch manchmal schwierig war, wieder zum Buch zu greifen, weil es einen mit so lebendigen Worten und Bildern in diese Zeit bringt, in der keiner von uns hätte leben wollen.

Es ist für mich ebenso wie "Die Unsichtbare Brücke" von Julie Orringer eine Pflichtliteratur. Ich habe sehr viel über die NS-Zeit gelesen, gesehen, gesprochen, nachgedacht, debatiert Doch nichts hat mir so wie dieses Buch vor Augen geführt, was diese dunkelste Stunde der Geschichte wirklich für den Einzelnen bedeutete. Deswegen gibt es von mir voller Ehrfurcht vor diesem Werk fünf von fünf Ratten und einen Platz auf der Liste meiner Lieblingswerke.


Montag, 11. November 2013

Montagsfrage #6 von Paperthin


Es ist wiedermal Montag, und da gibt es: die Montagsfrage von Paperthin!

"Welche Reihe hätte niemals fortgesetzt werden sollen?"

Heute antworte ich mall stellvertretend für uns beide. Wir sind nämlich beide keine großen Serientäter und haben überhaupt nur wenige Reihen gelesen. Bei mir vor allem die dunkle Turm Reihe von Stephen King, Susi hat sich für Harry Potter begeistert. Da wir nun aber nur wenige Reihen gelesen haben gibt es auch nur wenig Material für schlechte Fortsetzungen.

Aber so als echte Leseratte hat man ja eigentlich zu fast jedem Thema ein Buch parat und so ist mir auch hier spontan etwas eingefallen. Letztes Jahr hatte ich nämlich viel Spaß am ersten Band der Tribute von Panem. Leider habe ich es dann nicht gut sein lassen und auch noch die beiden Folgebände gelesen, irgendwie schade. Alles wäre schöner gewesen ohne die überflüssigen Fortsetzungen.
Und noch eine Reihe die man gar nicht hätte Beginnen dürfen ist die Gilde der schwarzen Magier von Trudi Canavan, irgendwie bin ich damit so gar nicht warm geworden.

Welche schlechten Fortsetzungen sind euch eingefallen? Ich bin schon echt gespannt :-)

Sonntag, 10. November 2013

Rezension: Das Wesen der Dinge und der Liebe von Elizabeth Gilbert

Auf vorablesen.de habe ich Kapitel 5 des Buches gelesen und war total verliebt in die Sprache und die exzentrischen, einzigartigen Figuren. Ich war sehr traurig, als ich es nicht gewann und sehr glücklich, als ich es zum Geburtstag bekam. Leider hielt diese Freude jedoch nicht bis zum Schluss.

http://www.amazon.de/Das-Wesen-Dinge-Liebe-Roman/dp/3827011566/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1383484758&sr=8-1&keywords=das+wesen+der+dinge+und+der+liebe "Das Wesen der Dinge und der Liebe" von Elizabeth Gilbert Bloomsbury Berlin

699 Seiten

22,99 € (Hardcover)

Eine Leseprobe von vorablesen.de findet ihr hier.







Alma Whittaker ist ein priviligiertes Kind: Sie wird zu Beginn des Jahres 1800 geboren. Ihr Vater hat ein Vermögen mit dem Handel von Pflanzen und pharmazeutischen Mitteln verdient. Er und ihre Mutter sind die Bildung des Kindes das Wichtigste. So wird Alma noch vor dem Laufen und Sprechen vor allem das Denken und Erkunden gelehrt. Bereits als Kleinkind soll sie sich an den Tischgesprächen der großen Dinerabenden beteiligen, zu denen zahlreiche Größen verschiedener Felder geladen werden.

Das plus die Geschichte ihres Vaters umfasst die ersten fünf Kapitel und ich habe sie genossen. Die anschließende Geschichte ihrer Jugend war auch noch einigermaßen interessant und spannend, wenn auch der Teil über die Entwicklung ihrer Sexualität etwas irritierend für mich war. Das könnte man aber noch mit falschen Erwartungen meinerseits nach der idyllischen Beschreibung der Kindheit erklären. Was mich jedoch mehr störte, war der schleichende Verdacht, dass jeder für spontanes und unüberlegtes Handeln bestraft zu werden schien. Der anschließende Sprung von 26 Jahren und die unglücklichen Leben der einzelnen Personen verstärkte diesen Eindruck. Das Leben der Protagonisten begann mich zu deprimieren und schien sich mit den folgenden Worten (später auf Seite 540) am besten zusammenfassen zu lassen: "etwas Ergiebiges, bedächtig Wucherndes, das man über Jahre hinweg studieren und damit die Jahrzehnte herumbringen konnte, ohne der Einsamkeit zu verfallen."

Nicht gerade motivierend. "Das Leid" (und ich setze es bewusst in Anführungsstriche), das Alma später erfährt bzw. die aufgedeckten Verwicklungen in ihrer Jugend waren mir definitiv zu platt, fast schon lächerlich und pseudo-Jane-Austen-abgekupfert. Im Verlauf des weiteren Buches begann ich mich sogar über diese Geschichte zu ärgern und hätte es ohne den Blog einfach zur Seite gelegt. Anschließend habe ich mich durch die 300 Seiten mehr oder weniger gequält. Nur der anhaltend gute Schreibstil und die gut recherchierten Fakten halfen mir etwas. Das Ende ließ mich ebenfalls nur müde lächeln, wenn mir auch auf der vorletzten Seite und damit definitiv sowas von zu spät klar wurde, was Elizabeth Gilbert mit diesem 700-Seitenwälzer beabsichtigt hatte.

Nach so viel Analyse kurz und knapp: Zwei von fünf Ratten von mir, für den Schreibstil und die offensichtliche Recherchearbeit. Die Geschichte war fast durchweg öde, unglaubwürdig und zum Teil lächerlich. Ich denke, Elizabeth Gilbert wollte ein Werk zu Ehren von intelligenten und mutigen Frauen und einen Aufruf zum Erkennen der Schönheit und Vielfalt der Welt schaffen. Allein, es ist ihr meiner Ansicht nach nicht geglückt.


Samstag, 9. November 2013

Rezension: Niceville von Carsten Stroud

„Niceville“ von Carsten Stroud ist einer meiner Buchmesse-Schätze. Ich hatte mich spontan in das Buch verliebt und mich total drauf gefreut es vorstellen zu dürfen. Jetzt habe ich es gelesen und bin ein bisschen hin und her gerissen.

„Niceville“ von Carsten Stroud
Dumont Verlag
506 Seiten
9,99 € (Softcover)
1. Teil der Niceville-Trilogie








Niceville ist eine beschauliche kleine Stadt im Süden der USA. Die Stadt wirkt idyllisch und friedlich, doch unter dieser Fassade verbergen sich düstere Geheimnisse. Als eines Tages der Junge Rainey Teague auf dem Schulweg spurlos verschwindet kommen seltsame Begebenheiten ins Rollen. Einige Geschehnisse sind ganz natürlich, einige sehr verwirrend und mystisch. Insgesamt scheint Niceville nur das schlechteste aus seinen Bewohnern herauszukitzeln. Was birgt diese kleine Stadt, dass sich das Böse dort so wohlfühlt?
Ich war lange von keinem Buch mehr so hin und her gerissen wie von „Niceville“. Der Einstieg in die Geschichte ist wunderbar, man ist direkt mittendrin und der Übergang von einem normalen Vermisstenfall zu den übernatürlichen Ereignissen hat mir richtig gut gefallen. Der Schreibstil ist eher kurz und markant, besitzt einen gewissen schwarzen Humor (sehr gelacht habe ich über einen Laden, der „Porn’r’us“ heißt) und macht einfach Spaß. Trotz der eher sachlichen Sprache kommen Beschreibungen und Atmosphäre nämlich nicht zu kurz.
Die Zutaten stimmen und hätten „Niceville“ zu einem richtigen Lesegenuss machen können. Was mich gestört hat? Nach dem angenehmen Anfang bei dem die Handlung Stück für Stück aufgebaut wird und auch alle Charaktere passend zur Situation vorgestellt werden kommt der Mittelteil des Buches. Plötzlich überschlägt sich die Handlung und es kommen gefühlt 10.000 neue Charaktere in die Geschichte. Ich konnte zeitweise einfach nicht mehr folgen. Handlungsverlauf und Personen waren zu verwirrend. Wer ist der korrupte Polizist gleich nochmal? War das der, der auch beim Bankraub dabei war? Immer wenn ich dann wieder in der Handlung war und meinte zu verstehen, wie die Personen zusammenhängen kamen neue Charaktere oder Handlungsstränge dazu.
Richtig anstrengend wurde es, als die Verbindung zur Vergangenheit des Ortes geschlagen wurde. Normalerweise finde ich es toll, wenn in Büchern düstere Legenden oder vergangene Konflikte ausgegraben werden. Es hat mich daher auch hier gefreut und richtig neugierig gemacht, als die Geschichte des Ortes enthüllt wurde. Das dabei abgefeuerte „Namensfeuerwerk“ habe ich dann einfach überlesen müssen. Ob ich dann alle darauf aufbauenden Schlussfolgerungen richtig verstanden habe würde ich nicht beschwören.
Als ich durch all das gerade ziemlich deprimiert war kam das Ende des Buches. Und was soll ich sagen? Ich wurde richtig überrascht! Einige lose Enden wurden aufgegriffen, manche merkwürdige Handlungsverläufe ergeben dann tatsächlich doch einen Sinn und das Buch macht Lust auf den nächsten Teil. Das Ende hat mich dann wieder versöhnt mit dem anstrengenden Mittelteil.
Insgesamt 3 von 5 Leseratten als Fazit aus „himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“.


Vielen Dank an den Dumont Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Freitag, 8. November 2013

Bild&Wort: Blick auf die Zeit

Das ist ein Appell an alle Hobby-, semi-professionellen und professionellen Fotografen (und ja, das letzte Londonfoto): Wir hatten alles dabei, was man für eine schöne Nachtaufnahme brauchte. Nur das Ergebnis überzeugte nicht. Auf dem Nachhauseweg an einer roten Ampel holte ich noch einmal die Kamera hervor und dachte: "Ach was soll's!", schaltete auf den Automatikmodus und drückte ab. Und war glücklich über das Ergebnis:


"Jenny hatte mittlerweile das Gefühl, dass die Tage lang wie Jahre waren und die Jahre dahinsausten wie Tage."
aus Das Verschwiegene von Linn Ullmann

Mittwoch, 6. November 2013

Wir haben ein Stöckchen gefangen...

... und rennen fleißig hinterher!
Sternthaler hat uns ein Weihnachtsstöckchen weitergereicht, dass wir nun endlich beantworten wollen. :-)


 Hier kommen die Regeln:

1. Wenn ihr das Stöckchen bekommt, kopiert das Bild mit dem Weihnachtsstöckchen und die Regeln auf euren Blogpost und beantwortet die folgenden Fragen:

Was ist eurer Lieblingsweihnachtsbuch?

Was ist euer absoluter Favorit in Sachen Weihnachtsfilm?

2. Reicht das Stöckchen an mindestens 3 eurer Bloggerfreunde weiter, indem ihr einen Kommentar unter dem aktuellstem Post hinterlasst.

Dann mal los!

Was ist eurer Lieblingsweihnachtsbuch?

Alex' Antwort: Da fällt mir spontan "Das Weihnachtsgeheimnis" von Jostein Gaarder ein. Das Buch ist unterteilt in 24 Kapitel und ist daher prima als Adventskalender geeignet. Ich habe es früher zusammen mit meiner Mutter gelesen und mochte die Geschichte, die ein klassisches Weihnachtsmärchen mit einer moderneren Handlung verbindet, sehr.

Susis Antwort: Da muss ich leider passen: Ich versuche es jedes Jahr wieder, habe letztes Jahr sogar "Der Weihnachtsabend" von Charles Dickens besorgt, aber noch hat sich kein Buch diesen Titel verdient. Letztes Jahr habe ich allerdings ein kleines niedliches Buch bestellt, dessen Nachfolger ich mal zufällig in einem winzigen Geschäfts eines verschlafenen Nests gekauft habe: "Die wundersame Schatulle" von Richard Paul Evans. Ich habe es letztes Jahr nicht geschafft, aber dieses Jahr ganz fest vor!

Was ist euer absoluter Favorit in Sachen Weihnachtsfilm?

Alex' Antwort: Ich bin kein Fan von Weihnachtsfilmen und kann den typischen Weihnachtsfilmen wirklich nicht viel abgewinnen. Für viele gehören Märchen oder andere Klassiker zum alljährlichen Weihnachtsritual, auch da habe ich keinen besonderen Weihnachtsliebling. Der einzige Film, den ich jedes Jahr schaue, wenn er kommt ist "Zwei Weihnachtsmänner" mit Christoph Maria Herbst und Bastian Pastewka. Ich mag die beiden Schauspieler einfach total gern und finde den Film richtig lustig.


http://www.amazon.de/Der-Polarexpress-Tom-Hanks/dp/B000W15X2M/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1383483149&sr=8-1&keywords=PolarexpressSusis Antwort: Ich bin ein Fan von Weihnachtsfilmen, aber es gibt so wenige tatsächlich gute. Denn die meisten spielen einfach nur zu Weihnachten und sind nicht immer wirklich weihnachtlich. Das ist bei Polarexpress anders: Er ist witzig, niedlich, liebevoll gestaltet und die Schlussszene ist Weihnachtsidyll pur! Am aller liebsten schaue ich ihn kurz vorm Geschenke auspacken während des Baum schmückens (ja: Unsere Familie schafft das immer nur in letzter Minute ^^).

Wir reichen das Stöckchen weiter an:

Martinas Buchwelten
Kathrineverdeen
Lesbar
Buchlingreport


Wir hoffen ihr möchtet das Stöckchen haben, wenn nicht ist das natürlich auch in Ordnung :-)...

Montag, 4. November 2013

Montagsfrage #5 von Paperthin


Jetzt gibt es sogar einen Grund sich auf den Montag zu freuen: die Montagsfrage von Paperthin. In dieser Woche besonders ratty ;-)...

"Besitzt du ein Buch, das dir peinlich ist?"

Mutige vor!

Susi's Antwort: Hüst! Ich werde hier keine Titel und keine Namen nennen, es wäre einem ja nicht peinlich, wenn man es einfach so in die Welt hinausposaunen würde. Und naja, so richtig peinlich sind mir diese Bücher (ja Mehrzahl!) auch nicht, ich habe sie an gute Freunde ausgeliehen, aber ich würde nicht jedem davon erzählen, denn sie sind nicht wirklich jugendfrei. Nein, nicht Shades of grey! Diese Bücher (fünf Stück an der Zahl) übergab mir meine Mutter mit den Worten: "Dieses Fantasy-Zeug ist nichts für mich." Daraufhin war ich etwas erstaunt, dass es in dieser Bücherreihe, die insgesamt sieben Bände umfasst, zwar Vampire und Dämonen und sowas gibt, aber es eindeutig nur um eindeutiges geht. Der folgende Satz (Buch 2, Satz 1) wurde in meinem letzten Studiensemester legendär: "Magie nackt zu praktizieren hat einen Nachteil: Es macht" (und hier nutzen wir ein jugendfreies Wort ... mh) ... nervös ^^.

Alex' Antwort: Meine erste Reaktion: "Natürlich nicht! Ha! Was für 'ne Frage?!" Richtig peinlich ist mir auch auf den zweiten Blick keines meiner Bücher. Aber ein ziemlich esoterisches Astrologiebuch habe ich mal geschenkt bekommen (wirklich, ich hab es mir wirklich nicht selbst gekauft), dass steht nicht ohne Grund im geschlossenen Schrank und nicht im Regal. Muss ja nicht jeder wissen, dass ich abends immer in die Glaskugel schaue *hihi...

Sonntag, 3. November 2013

Rezension: Doctor Sleep von Stephen King

Ich habe in den letzten Tagen den neuen Roman von Stephen King „Doctor Sleep“ wirklich geradezu verschlungen. Da es eine Fortsetzung zu „Shining“ ist hatte ich dieses Buch vor Kurzem extra gelesen, um für den Nachfolger gerüstet zu sein. „Shining“ hat mir zwar sehr gut gefallen, meiner Meinung nach ist „Doctor Sleep“ aber nochmal um einiges stärker.

„Doctor Sleep“ von Stephen King
HEYNE Verlag
703 Seiten
22,99 € (Hardcover)
Nachfolgeband zu „Shining“ von Stephen King








30 Jahre nach den Geschehnissen im Overlook Hotel ist Daniel Torrance ein erwachsener Mann und eine gescheiterte Existenz. Die Erlebnisse seiner Kindheit verfolgen ihn, das Shining erlebt er eher als Last denn als Gabe und versucht daher seine Gefühle im Alkohol zu ertränken. Daniel versucht gerade sein Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken, als ein kleines Mädchen Kontakt zu ihm aufnimmt – mittels der Gabe ihres Shining. Das Mädchen sucht bei Daniel nach Beistand. Sie ist durch ihre starke Hellsichtigkeit einer Bande zu nahe gekommen, die es auf Kinder mit dem Shining abgesehen hat.
Es ist mal wieder ein King. Anders kann ich es gar nicht ausdrücken. Ich war von der ersten Seite an mittendrin in der Geschichte und total begeistert von der Stimmung des Buches. Vielleicht ist der Vorgänger insgesamt etwas gruseliger und setzt mehr auf düstere Effekte, aber auch in „Doctor Sleep“ kommt wieder ein schaurig schönes Gefühl auf. Die Atmosphäre ist dicht und ich war total gefesselt weil ich immer wissen wollte, wie es mit der Haupthandlung und den kleineren Nebensträngen weitergeht.
Ich habe mich vorher ziemlich gewundert, dass dieses Buch eine Fortsetzung zu „Shining“ bilden soll, ist dies doch bereits 1985 erschienen. Trotz aller Skepsis kann ich nun aber feststellen, dass es Stephen King perfekt schafft an die Handlung aus „Shining“ anzuknüpfen. Es werden einige lose Enden aufgefasst und manche Konflikte können die Charaktere erst in dieser Geschichte wirklich auflösen. Darin liegt eine der größten Stärken des Buches. Die aktuelle Handlung und die Bezüge zu „Shining“ werden so perfekt verwoben, dass beide Bücher danach eine Einheit bilden. Das gelingt, so absurd es klingt, gerade dadurch, dass „Doctor Sleep“ nicht den kalten Kaffee von damals aufwärmt, sondern eine komplett eigenständige Geschichte bietet. Diese Mischung aus Anknüpfung und Eigenständigkeit hat mich total begeistert.
„Doctor Sleep“ beantwortet die Frage, was eigentlich aus dem kleinen Jungen geworden ist, der damals so schreckliches im Hotel Overlook erlebte. Gleichzeitig werden faszinierende neue Charaktere vorgestellt, welche mir alle sehr ans Herz gewachsen sind (selbst "die Bösen"). Stephen King hat es für mich mal wieder geschafft sie alle echt wirken zu lassen.
Ich kann nicht anders: 5 von 5 Leseratten von mir für „Doctor Sleep“. Vom Cover bis zum letzten Satz hat mich dieses Buch komplett begeistert.

Samstag, 2. November 2013

Rezension: Die unsichtbare Brücke von Julie Orringer

Neben dem Großen Los von Meike Winnemuth war dieses Buch mein literarisches Highlight dieses Jahr und es passte dazu noch zu den Reiseplänen, die ich nicht wahr gemacht, aber nicht vergessen habe und dem Hauptthema einiger Bücher, die ich dieses Jahr gekauft habe: Das Judentum.

"Die unsichtbare Brücke" von Julie Orringer Kiepenheuer&Witsch

815 Seiten

12,99 € (Paperback)








Das Buch beginnt wie eine ungehörig klingende, seichte Liebesgeschichte, die es doch so im wahren Leben niemals geben kann: Andras Lévi, ein junger Jude aus Budapest, geht 1937 nach Paris, um dort Architektur zu studieren, weil er es in seiner Heimat Ungarn aufgrund der Studentenquoten für Juden nicht kann. Er kennt die Sprache kaum und hat keinen weiteren Plan, es ist eine Reise ins Unbekannte. Doch er findet ein Zimmer und einen Mentor in einem seiner Professoren, der ihm die Sprache beibringt und Freunde. Und die Liebe: Klara Morgenstern ist Balettlehrerin mit einem Geheimnis, sie hat Ungarn aus unbekannten Gründen verlassen müssen. Eigentlich soll sich Andras in ihre Tochter verlieben, doch er interessiert sich mehr für die elegante und intelligente Claire. Er wird fast krank vor Liebe und Verlangen und es beginnt nach einer Weile beinahe schon eine amour fou. Doch das ist nicht alles: Die Weltgeschichte holt dieses ungewöhnliche Liebespaar ein. Der Zweite Weltkrieg bricht aus und Andras muss zurück nach Budapest, wo er zum Arbeitsdienst eingezogen wird.

Mehr möchte ich wirklich nicht verraten, es ist schon fast zu viel. Aber es ist wichtig zu wissen, dass dieses Buch mehr ist, als eine schnöde Liebesgeschichte mit Tücken und Hindernissen und mehr ist, als eine weitere tragische Geschichte zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges. Dieses Buch reißt einen mit und erschüttert einen bis ins Mark. Die Beschreibungen sind durchweg so lebendig und glaubwürdig, dass man den Schmerz und die Freude der Figuren am eigenen Leib spürt - ein Buch, dass einen auch wahrhaft zum Weinen bringt.

So ein intensives Zeitzeugnis habe ich bisher nur bei Hans Falladas "Jeder stirbt für sich allein" erlebt. Es beleuchtet ein anderes Kapitel dieser brutalen Zeit und lässt einen wahrhaft spüren, was es hieß, zu dieser Zeit zu leben. Darüber hinaus eröffnet es einem einen neuen Blick außerhalb der deutschen Schrecken, einen unverstellten Blick auf ein Europa, dass über Deutschland hinaus anitsemitisch war und gleichzeitig einen Blick in die jüdische Religion.

Alle Figuren und alle verschiedenen Schicksale sind sehr gut beschrieben und beleuchtet. Es gibt wirklich nichts, was man an diesem Buch kritisieren kann. Dazu kommt noch, was ich erst auf der letzten Seite erfuhr: Es ist wirklich alles wahr, es ist die Familiengeschichte der Autorin, all diese Dinge, in ihrer Schönheit, Besonderheit und ihrem Schrecken, sind wirklich passiert.

Ich möchte diesem Buch fünf von fünf Leseratten geben, weil ich finde, dass es einen unschätzbaren Wert hat und von jedem mindestens einmal gelesen werden muss. Um sich bewusst zu machen, was in Europa in diesen Jahrzehnten geschah und um zu verhindern, es je wieder geschehen zu lassen.